Tour de France 2013 - 20. Etappe

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19. Etappe Sa 20. Juli: 20. Etappe 21. Etappe

Zielankunft am Semnoz: ca. 17:02 Uhr

Tour-Top-3 vereint am Semnoz: Quintana, Rodriguez, Froome
Nairo Quintana (Movistar) gewann die 20. und gleichzeitig vorletzte Etappe der Tour de France 2013 - rund um Annecy mit Bergankunft auf dem Semnoz. Dort war der 23-jährige Kolumbianer zusammen mit Joaquin Rodriguez (Katusha) und Chris Froome (Sky) das Maß aller Dinge. Die Top-3 der Etappe werden auch einen Tag später auf dem Podium in Paris fürs Endklassement geehrt. Denn Quintana verdrängte Alberto Contador (Saxo) noch vom 2. Platz des Gesamtklassements und Rodriguez diesen ganz vom Podium.

Am 10,7 Kilometer langen Schlussanstieg wurde 8,5 Kilometer vor dem Ziel mit Jens Voigt (RadioShack) der letzte Ausreißer geschnappt. Unmittelbar nach der Einholung attackierte Rodriguez die ohnehin schon geschrumpfte Gruppe der Klassementbesten. Dem Rhythmus konnten nur Quintana und Froome folgen. Außer für Quintana tat sich auch für Rodriguez die Chance auf, im Gesamtklassement an Contador vorbeizuziehen - für dieses Ziel rieb er sich auf. Um den Tagessieg und damit auch um das Bergtrikot duellierten sich die beiden anderen: Froome attackierte vor der Kilometermarke. Quintana parierte und zog dann selbst zum großen Triumph davon, als Rodriguez gerade wieder herangefahren war.

Ergebnis
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 3h39:04
2. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +0:18
3. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:29
4. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +1:42
5. Richie Porte (AUS) - Sky +2:17
6. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +2:27
7. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +2:28
8. John Gadret (FRA) - AG2R La Mondiale +2:48
9. Jesus Hernandez (ESP) - Saxo-Tinkoff +2:55
10. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff gl.Zeit
11. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +3:01
12. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale +3:22
13. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +3:24
14. Daniel Moreno (ESP) - Katusha gl.Zeit
15. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack-Leopard +3:51
16. Bauke Mollema (NED) - Belkin +3:56
17. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana gl.Zeit
18. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +4:03
19. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +4:31
20. Alexis Vuillermoz (FRA) - Sojasun +4:36
...
21. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +4:50
22. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +4:50
29. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +6:42
32. Jens Voigt (GER) - RadioShack-Leopar +7:08
40. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +8:59
78. Robert Gesink (NED) - Belkin +18:26
- 170 Fahrer klassiert.

Quintana und Rodriguez stoßen Contador vom Podium
Alberto Contador war mit 21 Sekunden Vorsprung vor Quintana und 47 vor Rodriguez in die 125 Kilometer kurze Entscheidungsetappe gegangen. Am Ende verlor er am Semnoz 2:28 Minuten auf Quintana und 2:10 Minuten auf Rodriguez, der auf den letzten Metern Froome distanzierte. Rodriguez sprang vom 5. auf den 3. Platz, auch noch vorbei an Contadors Edelsthelfer Kreuziger (Saxo). Deren Team Saxo-Tinkoff tröstet sich damit nur mit dem Sieg in der Teamwertung.

Der Gesamtführende Chris Froome geht mit 5:03 Minuten Vorsprung vor Quintana auf die Ehrenrunden im Dämmerlicht von Paris. Mollema (Belkin) und Fuglsang (Astana) wichen sich am Semnoz nicht von der Seite und behielten damit ihre Plätze 6 und 7. Valverde (Movistar) arbeitete sich durch einen 4. Platz auf der Etappe noch vorbei an Navarro (Cofidis).

Die Top-Ten der Tour de France 2013 wird Andrew Talansky (Garmin) abrunden. Er verdrängte Kwiatkowski (Omega) am Semnoz mit einem 6. Platz sowohl vom 10. Platz des Gesamtklassements als auch vom 2. Platz der Jungprofi-Wertung. Das weiße Trikot des besten Jungprofis beanspruchte wue auch den Tagessieg und das Bergtrikot Quintana für sich. Talansky, 13:19 hinter Quintana und 1:20 vor Kwiatkowski, darf sich immerhin als Vertreter in Weiß auf der Champs-Élysées zeigen.

Gesamtklassement
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 80h49:33
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar +5:03
3. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +5:47
4. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +7:10
5. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +8:10
6. Bauke Mollema (NED) - Belkin +12:25
7. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +13:00
8. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +16:09
9. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +16:35
10. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +18:22
11. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +19:42
12. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +20:44
13. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +22:22
14. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +24:21
15. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +27:25
16. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +27:34
17. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +33:17
18. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack-Leopard +36:34
19. Richie Porte (AUS) - Sky +39:41
20. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +42:29

Rolland chancenlos gegen Quintana
In der Anfangsphase der 20. Etappe bildete sich eine letztlich 10-köpfige Spitzengruppe mit Rolland, Gautier (beide Europcar), Burghardt (BMC), Voigt (RadioShack), Flecha (Vacansoleil), Riblon (AG2R), Brutt (Katusha), Clarke (Orica), Astarloza und Anton (beide Euskaltel). Im Hauptfeld hielt Movistar durch seine Tempoarbeit die Ausreißer an der sehr kurzen Leine.

Rolland konnte zwar unterwegs einige Punkte fürs Bergtrikot sammeln, aber die fette Beute wartete erst an der Ziellinie auf dem Semnoz. Dort durfte Quintana eine reichhaltige Bilanz ziehen: Etappensieg, 2. Platz in der Gesamtwertung, Jungprofi-Wertung und dazu auch noch die Bergwertung, in der Tour-Dominator Froome vor der Etappe noch knapp führte. Für Rolland war es ein Kampf gegen Mühlen, zumal es bei der Bergankunft doppelte Punkte gab.

Bergwertung
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 147 p.
2. Christopher Froome (GBR) - Sky 136
3. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 119
4. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha 99
5. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale 98
6. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi 98
7. Moreno Moser (ITA) - Cannondale 72
8. Richie Porte (AUS) - Sky 72
9. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp 64
10. Tejay van Garderen (USA) - BMC 63
11. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 62
12. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff 41
13. Jens Voigt (GER) - RadioShack-Leopard 35

In der Teamwertung kletterte AG2R durch eine geschlossene Leistung noch vorbei knapp vorbei an RadioShack. Gadret, Bardet und Riblon erreichten am Semnoz die Plätze 8, 11 und 12. Der beste Shack-Profi war Bakelants auf dem 15. Platz. Dahinter verloren die Teamkollegen Monfort und Schleck gemeinsam etwas zu viel Zeit. Der Sieg in dieser am zweithöchsten dotierten Wertung war Saxo-Tinkoff ohnehin kaum noch zu nehmen.

Teamwertung
1. Saxo-Tinkoff ...................................... 241h52:05
2. AG2R La Mondiale ...................................... +8:30
3. RadioShack-Leopard .................................... +8:52
4. Movistar ............................................. +22:45

Ohnehin klare Verhältnisse herrschten in der Punktewertung ums Grüne Trikot. André Greipel (Lotto) ließ es sich dennoch nicht nehmen, beim Zwischensprint Cavendish (Omega) und Trikotträger Sagan (Cannondale) um die die verbleibenden Punkte hinter der Spitzengruppe zu schlagen. Flecha (Vacansoleil) zeigte durch erneute Präsenz in der Spitzengruppe, wie man fast allein durch Punkte aus Zwischensprints auf einem 7. Platz in der Punktewertung landen kann, obwohl die Punkte aus Zielankünften bei Flachetappen deutlich höher gewichtet sind.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Cannondale 383 p.
2. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 282
3. André Greipel (GER) - Lotto-Belisol 232
4. Marcel Kittel (GER) - Argos-Shimano 177
5. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha 157
6. José Joaquin Rojas (ESP) - Movistar 156
7. Juan Antonio Flecha (ESP) - Vacansoleil-DCM 143
8. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step 110
9. Christopher Froome (GBR) - Sky 107
10. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale 104
11. Daryl Impey (RSA) - Orica-Greenedge 91

Voigts krönendes Solo zum Abschluss
Jens Voigt begann seine Solo-Show 62 Kilometer vor dem Ziel. Dies sollte wohl der krönende Abschluss bei seiner 16. Tour-Teilnahme seit 1998 sein. Im September wird Voigt 42 Jahre alt. Der Vorsprung der Spitzengruppe vor dem Hauptfeld war zum Zeitpunkt von Voigts Attacke auf unter einer Minute gesunken. Als Solist behauptete er sich über den Mont Revard hinweg bis in den Schlussanstieg hinein an der Spitze. Zwischendurch fuhr er noch einmal an die 3-einhalb Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld heraus.

Gautier, Clarke, Brutt und Anton scheiterten bei ihren Versuchen, Voigt zu erreichen. Sie versammelten sich dann in einer Verfolgergruppe mit Rolland und Burghardt sowie Gilbert, van Garderen (beide BMC) und Vuillermoz (Sojasun). Die 3 letztgenannten Fahrer waren aus dem Hauptfeld hinzugestoßen. Die Gruppe kam Voigt nie mehr näher als eine Minute, obwohl sich Burghardt und Gilbert für van Garderen und Gautier für Rolland aufopferten.

Movistar, Katusha und Sky heizen ein
Im Hauptfeld erhielt Movistar sporadisch Unterstützung von Katusha. Kurz vor dem Schlussanstieg übernahm Sky, so dass schon vor Beginn der ausgezeicheten Steigung nur noch wenige Fahrer Anschluss halten konnten. Voigt ging mit 1:35 Minuten Vorsprung vor der Gruppe ums Gelbe Trikot in den Schlussanstieg, während die Verfolgergruppe bereits ins Visier von Sky und Movistar geriet.

Nach der Überholung der Verfolgergruppe waren schnell nur noch Froome, dessen Leutnant Porte, Quintana, Valverde, Contador, Kreuziger, Rodriguez und Rodriguez übrig, angeführt vom Schrittmacher Costa (Movistar). 9,5 Kilometer vor dem Ziel kam Moreno (Katusha) noch einmal heran, Valverde übernahm vom ausscherenden Costa und Kreuziger platzte ab.

Rodriguez konnte nicht lange pokern
Einen Kilometer später erfolgte die Attacke von Rodriguez. Quintana folgte unmittelbar, Froome nach kurzer Verzögerung. Der Mann im Gelben Trikot schnellte sofort mit höherem Tempo vorbei, wurde aber wieder von Quintana und Rodriguez gestellt. Der Vorsprung gegenüber Contador wuchs. Nach kurzer Diskussion entschied sich Rodriguez für den 3. Platz in der Gesamtwertung und gegen den möglichen Etappensieg - und spannte sich vor Froome und Quintana.

Hinter dem Spitzentrio fuhr Valverde allein. Dahinter erreichte 6,5 Kilometer vor dem Ziel Kreuziger wieder seinen Kapitän Contador, der von Porte markiert wurde. Etwa an der 3-Kilometer-Marke stieß Talansky von hinten hinzu. Kreuzigers Führungsarbeit war einen Kilometer später beendet. Die Zeitabstände wuchsen bei der Tour-Premiere an diesem Berg entsprechend des Schwierigkeitsgrades noch stark an.


Einschätzung vor der Etappe: Diese 125 Kilometer kurze Etappe hat zwar einige (kleine) Cols im Profil stehen, letztlich aber außer der Bergankunft bei Annecy für Klassementfahrer wenig zu bieten. Der Weg vom vorletzten zum letzten Berg ist einfach zu weit. Der Schlussanstieg am Semnoz ist dann 10,7 Kilometer lang bei einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent! Kann dort am vorletzten Tag der Tour de France 2013 das Gesamtklassement noch gedreht werden? Eher nicht - die Abstände müssten vorher schon sehr gering sein, oder der Gesamtführende ausgerechnet an diesem Berg einen Einbruch erleben...
(Angesichts der Streckenlänge und des Startorts in und des Zielorts bei Annecy: Diese Etappe kann auch als Vorschlag zum Selberfahren verstanden werden.)
Zeitplan & Profile auf www.letour.fr
Le Semnoz auf www.cycling-challenge.com
Landkarte & Profil auf www.gpsies.com

19. Etappe Sa 20. Juli: 20. Etappe 21. Etappe

Tour de France 2013

Tour de France 2013
20. Etappe (125km)
von Annecy
nach Annecy-Semnoz

-km112 14:00 Côte du Puget
-km108 14:08 Col de Leschaux
-km91 14:34 Le Châtelard
-km82 14:50 Côte d'Aillon-le-Vieux
-km74 15:02 Col de Prés
-km47 15:47 Mont Revard
-km0 17:02 Annecy-Semnoz

Etappensieg:
Nairo Quintana (COL)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Nairo Quintana (COL)

Bester Jungprofi:
Nairo Quintana (COL)
Vertreter: Andrew Talansky

Teamwertung:
Saxo-Tinkoff

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