Tour de France 2013 - 19. Etappe

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18. Etappe Fr 19. Juli: 19. Etappe 20. Etappe

Zielankunft in Le Grand Bornand: ca. 17:23 Uhr

Für Klöden schließt sich Kreis bei Costa-Sieg
Rui Costa (Movistar) holte seinen 2. Etappensieg innerhalb der Tour de France 2013. Nach der 16. Etappe folgte nun in Le Grand Bornand der Tageserfolg auf der 19. Etappe in gleicher Manier. Der 26-jährige Portugiese setzte sich wieder am letzten Berg aus einer frühen Gruppe ohne die Top-Ten-Klassementfahrer ab und verteidigte den herausgefahrenen Vorsprung auf der Abfahrt ins Ziel. Den 2. Platz belegte einmal mehr Andreas Klöden (RadioShack) an seinem Schicksalsort, wo er bereits 2-mal den Etappensieg knapp verpasste: 2004 erst auf der Ziellinie gegen Armstrong, 2009 wegen einer sinnlosen Attacke seines damaligen Teamkollegen Contador.

Unter den besten Klassementfahrern tat sich unterm Strich wenig bis nichts auf dieser Alpenetappe über 5 Pässe und 204,5 Kilometer. Im letzten Anstieg, dem Col de la Croix-Fry, gab es Attacken von Valverde (Movistar) und Rodriguez (Katusha), denen Gadret (AG2R), Quintana (Movistar), Contador (Saxo) und Froome (Sky) nachstiegen. Einige dabei abgehängte Fahrer, darunter Kreuziger (Saxo), konnten in der nassen Abfahrt wieder aufschließen. Am Col de la Croix-Fry ereignete sich der erste Regenguss bei der 100. Tour, sieht man einmal vom Schauer während des 2. Einzelzeitfahrens ab.

Ergebnis
1. Rui Costa (POR) - Movistar 5h59:01
2. Andreas Klöden (GER) - RadioShack-Leopard +0:48
3. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack-Leopard +1:44
4. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr +1:52
5. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +1:55
6. Bart de Clercq (BEL) - Lotto-Belisol +1:58
7. Robert Gesink (NED) - Belkin +2:03
8. Alessandro de Marchi (ITA) - Cannondale +2:05
9. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +2:16
10. Ruben Plaza (ESP) - Movistar +2:44
11. Jesus Hernandez (ESP) - Saxo-Tinkoff +2:46
12. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +2:48
13. Tom Dumoulin (NED) - Argos-Shimano +3:56
14. Simon Geschke (GER) - Argos-Shimano +4:52
15. Amaël Moinard (FRA) - BMC +6:41
16. Pierre Rolland (FRA) - Europcar gl.Zeit
17. José Serpa (COL) - Lampre-Merida +8:15
18. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +8:40
19. John Gadret (FRA) - AG2R La Mondiale
20. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana
21. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha alle
22. Nairo Quintana (COL) - Movistar
23. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff
24. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff gleiche
25. Christopher Froome (GBR) - Sky
26. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp
27. Bauke Mollema (NED) - Belkin Zeit
28. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +8:44
29. Ion Izagirre (ESP) - Euskaltel-Euskadi gl.Zeit
30. Igor Anton (ESP) - Euskaltel-Euskadi gl.Zeit
...
32. Richie Porte (AUS) - Sky +8:51
33. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +8:57
37. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +10:10
41. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +10:10
48. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +13:18
53. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +15:29
- 170 Fahrer klassiert.
DNF Marcel Sieberg (GER) - Lotto-Belisol
DNF Christophe Le Mevel (FRA) - Cofidis
DNF Jack Bauer (NZL) - Garmin-Sharp
DNF Tom Veelers (NED) - Argos-Shimano
DNF Kris Boeckmans (BEL) - Vacansoleil-DCM

Die Top-7 des Gesamtklassements erreichten in der gleichen Zeit das Ziel in Le Grand Bornand, 8:40 Minuten hinter dem Sieger. Daniel Navarro (Cofidis) arbeitete sich durch die Anwesenheit in der großen Costa-Fluchtgruppe vom 13. auf den 8. Platz vor. Valverde stieg von 11 auf 9.

Gesamtklassement
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 77h10:00
2. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +5:11
3. Nairo Quintana (COL) - Movistar +5:32
4. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +5:44
5. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +5:58
6. Bauke Mollema (NED) - Belkin +8:58
7. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +9:33
8. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +12:33
9. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +14:56
10. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +16:08
11. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +16:09
12. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +16:24
13. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +17:49
14. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +19:04
15. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +20:00
16. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +24:53
17. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +30:22
18. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack-Leopard +33:12
19. Robert Gesink (NED) - Belkin +37:11
20. Richie Porte (AUS) - Sky +37:53
...
21. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +38:08
24. Rui Costa (POR) - Movistar +42:16
26. John Gadret (FRA) - AG2R La Mondiale +44:24
28. Andreas Klöden (GER) - RadioShack-Leopard +50:55

Die Rennsituation stellte sich am Col du Glandon, dem ersten Bergpass, folgendermaßen dar: Hesjedal (Garmin) gewann den Bergpreis vor Ion Izagirre (Euskaltel). Das Duo hatte oben gut 3 Minuten Vorsprung vor einer riesigen Verfolgergruppe. Diese wurde von Riblon (AG2R) vor Moser (Cannondale), Rolland (Europcar) und Nieve (Euskaltel) über die Passhöhe geführt. Das Hauptfeld folgte 8 Minuten hinter dem Spitzenduo. In der Glandon-Abfahrt setzten sich aus der Verfolgergruppe Riblon, Moser, Rolland, Cunego (Lampre) und Flecha (Vacansoleil) ab - von de Marchi (Cannondale), Bak, De Clercq (beide Lotto), Burghardt, Moinard, Morabito (alle BMC), Bakelants, Didier, Klöden (alle RadioShack), Cousin (Europcar), Gavazzi (Astana), Geniez (FDJ.fr), Bardet, Kadri (AG2R La Mondiale), Hernandez, Paulinho (Saxo), Nieve, Sicard (Euskaltel), Costa, Plaza, Rojas (alle Movistar), Coppel, Navarro (beide Cofidis), Favilli, Serpa (beide Lampre), Martin (Omega), Gesink, Nordhaug (beide Belkin), Meyer (Orica) und Hoogerland (Vacansoleil).

Solo von Pierre Rolland
Im Anstieg zum 2. Berg, dem Col de la Madeleine, löste Pierre Rolland an der Spitze Izagirre als Hesjedals Begleiter ab. Am Gipfel hatte das neue Spitzenduo knapp 4 Minuten Vorsprung vor einer auf 18 Fahrer geschrumpften Verfolgergruppe und knapp 12 Minuten vor dem Hauptfeld, in dem ab der Madeleine-Abfahrt Saxo die Nachführarbeit von Sky übernahm - weiterhin ohne entscheidend am Vorsprung der Ausreißer zu knabbern.

Im Flachstück zwischen Madeleine und den 3 abschließenden, kürzeren Anstiegen sank der Vorsprung des Spitzenduos auf 2 Minuten. Eingangs des Col de Tamié, 61,5 Kilometer vor dem Ziel, löste sich Rolland von Hesjedal, der danach keine Rolle mehr spielte. Über den Tamié und auch den Col de l'Épine hielt Rolland beständig einen Vorsprung von knapp 2 Minuten auf die nächsten Verfolger. Im Anstieg des Col de la Croix-Fry verließen Rolland jedoch die Kräfte, und er wurde noch auf den 16. Platz durchgereicht.

Das angepeilte Bergtrikot verpasste Rolland deswegen um nur einen Punkt gegenüber Froome. Auch dem zurückhaltenderen Nieve fehlte nach der Etappe nicht viel. Riblon hingegen verschwand nach dem Glandon und den Anstrengungen beim Tagessieg des Vortages schnell aus der Front- bzw. Verfolgergruppe. Er übergab den Staffelstab des stellvertretenden Trikotträgers somit an seinen französischen Landsmann Rolland.

Bergwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 104 p.
2. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 103
3. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi 98
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar 97
5. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale 93
6. Moreno Moser (ITA) - Cannondale 72
7. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp 64
8. Tejay van Garderen (USA) - BMC 62
9. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha 59

Am Col de la Croix-Fry attackierte von den übrigen Rolland-Verfolgern direkt Navarro. Zunächst fuhren nur de Clercq, Bakelants, Costa und Nieve mit, ehe noch einmal einige Fahrer aufschlossen. 21 Kilometer vor dem Ziel erfolgte die Attacke von Costa, der einen Kilometer später Rolland erreichte und dann abhängte. Dahinter formierte sich eine Verfolgergruppe mit Klöden, Bakelants, de Clerq, Nieve und Navarro. Klöden hielt das Tempo hoch, Nieve fiel ab, dennoch baute Costa seinen Vorsprung bis zur Passhöhe auf über eine Minute aus. In der Folgezeit konnte sich Klöden noch deutlich für den 2. Platz lösen. Den 3. Platz sicherte Klödens Teamkollege Bakelants vorm erholten Geniez sowie Navarro, dem bestplatzierten Klassementfahrer unter den Ausreißern des Tages.

In der Hauptgruppe ums Gelbe Trikot spielten auch Überlegungen um die Teamwertung eine Rolle. Deswegen markierte Gadret den Angriff von Valverde. Vor der Hauptgruppe kamen je 2 Movistar- und Shack-Fahrer ins Ziel sowie je ein Vertreter von Saxo Bank und AG2R. Die 2 letztgenannten Teams mussten also um ihre ersten 2 Positionen fürchten.

Teamwertung
1. Saxo-Tinkoff ...................................... 230h46:35
2. RadioShack-Leopard .................................... +3:39
3. AG2R La Mondiale ...................................... +7:37
4. Movistar ............................................. +15:51
5. Belkin ............................................... +29:24

Der Last-Minute-Angriff von Rodriguez brachte Kreuziger zu spät in Bedrängnis. Ebenso wie Mollema (Belkin) und Fuglsang (Astana) kehrte Kreuziger in der Abfahrt wieder zurück, konnte sich dort sogar für einige Momente etwas absetzen. Am Ende fuhren wieder Valverde und Gadret voraus. Ihr minimaler Vorsprung im Ziel wurde aber nicht mit Zeitabständen zu den nächsten Fahrern belegt.


Einschätzung vor der Etappe: Auf der 19. Etappe der Tour de France 2013 wartet in den Alpen noch einmal ein hartes Stück Arbeit auf die Fahrer. Innerhalb von 204 Kilometern sind 5 Alpenpässe zu bewältigen: In der ersten Streckenhälfte zehren die großen Pässe Glandon und Madeleine an den Kräften, danach ist im Finale an 3 kleineren Pässen der Mut von Fahrern gefragt, die noch einmal das Gesamtklassement ändern möchten: Auf den Col de Tamié folgen der Col de l'Épine und der Col de la Croix Fry. Letztgenannter steigt auf 11,3 Kilometern durchschnittlich 7 Prozent. Danach geht es nur noch 13 Kilomter bergab nach Le Grand Bornand.
Zeitplan & Profil auf www.letour.fr
Profil des Anstiegs zum Col de la Croix Fry auf salite.ch

18. Etappe Fr 19. Juli: 19. Etappe 20. Etappe

Tour de France 2013

Tour de France 2013
19. Etappe (204,5km)
von Bourg d'Oisans
nach Le Grand Bornand

-km171 12:02 Col du Glandon
-km121 13:36 Col de la Madelaine
-km75 15:03 Albertville
-km62 15:27 Col de Tamié
-km40 16:09 Col de l'Épine
-km13 16:59 Col de la Croix Fry

Etappensieg:
Rui Costa (POR)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Chris Froome (GBR)
- Vertreter: Pierre Rolland

Bester Jungprofi:
Nairo Quintana (COL)

Teamwertung:
Saxo-Tinkoff

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