Tour de France 2013 - 17. Etappe

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16. Etappe Mi 17. Juli: 17. Etappe 18. Etappe

Zielankunft letzter Fahrer (Gelbes Trikot): ca. 17:20 Uhr

Froome etwas knapper als befürchtet
Chris Froome (Sky) gewann bei der Tour de France 2013 die 17. Etappe, ein bergiges Einzelzeitfahren über 32 Kilometer zwischen Embrun und Chorges. Der Mann im Gelben Trikot schlug Alberto Contador (Saxo) um 9 und Joaquin Rodriguez (Katusha) um 10 Sekunden. Bei der 3. und letzten Zwischenzeit lag auch noch Kreuziger (Saxo) aussichtsreich im Rennen um den Tagessieg, 9 Sekunden hinter Contador und 2 vor Froome. Am Ende belegte Kreuziger den 4. Platz vor Valverde und Quintana (beide Movistar). Bei den 2 Belkin-Niederländern Mollema und ten Dam, im Gesamtklassement vor der 17. Etappe auf 2 und 6, zeichnet sich hingegen ein leichter Abwärtstrend ab.

Auf dem Kurs mit 2 Anstiegen und 2 je folgenden Abfahrten drehte Froome im letzten leicht abfallenden Abschnitt auf. Insbesondere die erste technischere Abfahrt absolvierte Froome anscheinend dosierter - und ließ der Konkurrenz diesmal sogar einen Hoffnungsschimmer auf den Tagessieg. So lag er am ersten Messpunkt 2 Sekunden hinter der Zwischenbestzeit von Contador, am 2. Messpunkt im Tal dann 20 Sekunden. Nach dem 2. Anstieg bzw. 3. Messpunkt wechselten viele Fahrer vom Straßenrad auf die Zeitfahrmaschine, nicht jedoch die Saxo-Fahrer. So wandelte Froome dort einen 11-Sekunden-Rückstand gegen Contador um, und sogar der schwache Zeitfahrer Rodriguez konnte noch 5 Sekunden auf Contador gutmachen und die Lücke fast schließen.

Ergebnis
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 51:33
2. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +0:09
3. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +0:10
4. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +0:23
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +0:30
6. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:11
7. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +1:33
8. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +1:34
9. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +1:41
10. Tejay van Garderen (USA) - BMC +1:51
11. Bauke Mollema (NED) - Belkin +2:09
12. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +2:17
13. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +2:25
14. Ion Izagirre (ESP) - Euskaltel-Euskadi +2:25
15. Andy Schleck (LUX) - Saxo-Tinkoff +2:27
...
16. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +2:29
21. Andreas Klöden (GER) - RadioShack-Leopard +2:46
22. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +2:49
27. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step +3:06
32. Daniel Martin (IRL) - Garmin-Sharp +3:22
38. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +3:45
42. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +3:53
43. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +4:00
46. Marcel Kittel (GER) - Argos-Shimano +4:17
57. Richie Porte (AUS) - Sky +4:49
61. Steve Morabito (SUI) - BMC +4:54
- 177 Fahrer klassiert.
DNF Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale
DNS Gorka Izagirre (ESP) - Euskaltel-Euskadi

Der früh gestartete Sprinter Marcel Kittel (Argos) fuhr aus Angst vor dem Zeitlimit auf einen verblüffenden 46. Platz. Er war damit nur eine gute Minute langsamer als Zeitfahrweltmeister Tony Martin (Omega). Dieser mag lieber flache Zeitfahren und hatte deswegen das hüglige Einzelzeitfahren als Test ausgerufen, ob er in Zukunft bei der Tour de France auf Gesamtwertung fahren könne. Cadel Evans (BMC), Toursieger von 2011, beendete das Zeitfahren auf dem 167. Platz (!) über 8 Minuten hinter dem Sieger Chris Froome.

Saxo-Duo verdrängt Mollema
Beide Saxo-Fahrer, also Contador und Kreuziger, überholten im Gesamtklassement Bauke Mollema. Die ersten beiden Zwischenzeiten ließen für den bisherigen Gesamtzeiten noch Schlimmeres erahnen. Die Zeit im letzten Abschnitt hielt sich dann wieder im Rahmen, obwohl Mollema eine Kurve unterschätzte und vom Absperrgitter unsanft gebremst wurde. Froome geht mit 4:34 Minuten Vorsprung gegenüber Contador in die 3 schwierigen Alpenetappen. Contador und seinen Teamkollegen Kreuziger trennen nun 17 Sekunden.

Mollema muss sich fortan eher nach hinten umschauen als weiterhin mit dem Podium zu spekulieren. Denn Quintana sitzt ihm bereits mit 25 Sekunden im Nacken. Laurens ten Dam gab den 6. Platz ab an Joaquin Rodriguez (Katusha), der gegen Ende dieser 100. Tour de France immer stärker wird.

Einen schwarzen Tag erlebte Jean-Christophe Péraud (AG2R), als bester Franzose bislang auf dem 9. Platz des Gesamtklassements. Beim Abfahren der Strecke zog er sich am frühen Morgen einen Haarriss im Schlüsselbein zu. Er ging trotzdem an den Start, fiel dann aber dort, wo hinterher Mollema einen Sturz knapp verhinderte, wieder auf das bereits lädierte Schlüsselbein und musste das Rennen aufgeben.

Gesamtklassement
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 66h07:09
2. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +4:34
3. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +4:51
4. Bauke Mollema (NED) - Belkin +6:23
5. Nairo Quintana (COL) - Movistar +6:58
6. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +7:21
7. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +8:23
8. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +8:56
9. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +9:37
10. Daniel Martin (IRL) - Garmin-Sharp +12:50
11. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +13:19
12. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +15:12
13. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +15:13
14. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +16:43
15. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +17:04
16. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +23:34
17. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +23:36
18. Cadel Evans (AUS) - BMC +24:44
19. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +27:35
20. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +28:43
21. Rui Costa (POR) - Movistar +29:24
22. Steve Morabito (SUI) - BMC +34:39
23. Sylvain Chavanel (FRA) - Omega-Quick Step +35:17

Einige Fahrer im Regen unterwegs
Zwischenzeitlich sah es so aus, als könne Tejay van Garderen (BMC) dank einer bisher völlig verkorksten Tour de France das Zeitfahren gewinnen. Die Fahrer starteten in umgekehrter Reihenfolge des Gesamtklassements - und van Garderen gut 2 Stunden vor dem Gelben Trikot. Der 24-jährige US-Amerikaner erreichte gerade noch rechtzeitig das Ziel, bevor sich die Himmelsschleusen öffneten. Auf nassen Abfahrten wären wohl auch die besten Klassementfahrer chancelos gegen van Garderen gewesen. So aber hörte der Regen nach einigen gebeutelten Fahrern wieder auf, die Strecke trocknete ab und noch 9 Fahrer unterboten van Garderens Zeit.

Anhand der Zwischenzeiten wurden Bergpunkte für die beiden Anstiege vergeben. Den ersten Anstieg bewältigte Contador am schnellsten vor Froome, Rodriguez und Valverde. Am zweiten Anstieg lautete die Reihenfolge: Rodriguez, Quitana, Froome, Mollema. Froome baute seine Führung auch in der Bergwertung damit leicht aus. Stellvertretender Träger des Bergtrikot bleibt Nieve (Euskaltel) auf dem 3. Platz, da Quintana auf dem 2. Platz bereits der Führende in der Jungprofi-Wertung ums weiße Trikot ist.

Bergwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 88 p.
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar 69
3. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi 53
4. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 51
5. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha 35
6. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff 28
7. Richie Porte (AUS) - Sky 28
8. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff 25
9. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana 24
10. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 22
11. Bauke Mollema (NED) - Belkin 20
12. Blel Kadri (FRA) - AG2R La Mondiale 16


Einschätzung vor der Etappe: Wie das erste Einzelzeitfahren ist auch das zweite im Vorfeld als einer der Glücksgriffe der Tour-Verantwortlichen bei der 100. Großen Schleife zu bezeichnen. Auf bergigem Parcours sind die 32 Kilometer von Embrun nach Chorges vor malerischer Landschaft zu absolvieren. Die Zeitfahr-Strecke besteht aus 2 Anstiegen (beide über 6 Kilometer lang und über 6 Prozent steil) und als Gegenpol aus 2 Abfahrten im Anschluss an die Anstiege - eine sehr interessante Kombination! Freunde des Zeitfahrens werden einzig die wieder relativ geringe Distanz bemängeln - erneut nur etwas mehr als 30 Kilometer. Vielleicht von Bedeutung: So viele Tage wie 2013 war das letzte Einzelzeitfahren zuletzt 1975 von der Schlussetappe der Tour de France getrennt.
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Tour de France 2013

Tour de France 2013
17. Etappe (32km/Einzelzeitfahren)
von Embrun
nach Chorges

-km25 Côte de Puy-Sanières
-km12 Côte de Réallon

Etappensieg:
Chris Froome (GBR)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Chris Froome (GBR)
- Vertreter: Mikel Nieve

Bester Jungprofi:
Nairo Quintana (COL)

Teamwertung:
Saxo-Tinkoff

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