Tour de France 2013 - 11. Etappe

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10. Etappe Mi 10. Juli: 11. Etappe 12. Etappe

Zielankunft letzter Fahrer (Gelbes Trikot): ca. 17:34 Uhr

Froome kam nahe an Tony Martin heran
Tony Martin (Omega) holte am Mont-Saint-Michel den Sieg beim ersten Einzelzeitfahren der Tour de France 2013. Der 28-jährige Deutsche legte auf dem 33-Kilometer-Kurs früh die Messlatte auf. Martin benötigte bei größtenteils Rückenwind 36:29 Minuten, fuhr also im Schnitt 54,271 km/h. Chris Froome (Sky) im Gelben Trikot blieb nur 12 Sekunden hinter Martins Zeit zurück. Die nächstschnellsten Zeiten legten Thomas de Gendt (Vacansoleil, +1:01 Minuten) und der erholte Richie Porte (Sky, +1:21) hin. An den beiden Zwischenmesspunkten lag Froome noch eine und 2 Sekunden vor Tony Martin.

Die aussichtsreichsten Kandidaten um den 2. Platz des Endklassements taten sich nicht viel - die Schere zu Froome ging für Valverde (Movistar) in ähnlichem Maße weiter auf wie bei Mollema (Belkin), Contador und Kreuziger (beide Saxo). Das Quartett verlor 1:53 (Mollema) und 2:18 Minuten (Kreuziger). Während Contador seinem Teamkollegen Kreuziger 3 läppische Sekunden abnahm, unterschieden sich die Zeiten der beiden Belkin-Speerspitzen Mollema und ten Dam auch nur um 26 Sekunden.

Für Tony Martin war es der 2. Etappensieg bei der Tour de France nach seinem Erfolg am Vorschlusstag 2011. Im Gesamtklassement spielte der amtierende Zeitfahr-Weltmeister längst keine Rolle mehr - daher auch der 65. Startplatz von noch 182 im Rennen befindlichen Fahrern an der Startrampe in der West-Normandie. Im Teamzeitfahren hatte Martins Team mit weniger als einer Sekunde Rückstand den Tagessieg verpasst. Direkt nach der Auftaktetappe auf Korsika war sogar schon über Martins neuerliches Sturzaus spekuliert worden.

Ergebnis
1. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step 36:29
2. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:12
3. Thomas de Gendt (BEL) - Vacansoleil-DCM +1:01
4. Richie Porte (AUS) - Sky +1:21
5. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +1:31
6. Svein Tuft (CAN) - Orica-Greenedge +1:35
7. Sylvain Chavanel (FRA) - Omega-Quick Step +1:37
8. Jérémy Roy (FRA) - FDJ.fr +1:43
9. Tom Dumoulin (NED) - Argos-Shimano +1:45
10. Jonathan Castroviejo (ESP) - Movistar +1:52
11. Bauke Mollema (NED) - Belkin +2:05
12. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +2:08
13. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +2:12
14. Lars Ytting Bak (DEN) - Lotto-Belisol +2:15
15. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +2:15
...
16. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +2:18
17. Peter Sagan (SVK) - Cannondale +2:18
19. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +2:22
20. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +2:26
21. Cadel Evans (AUS) - BMC +2:30
22. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +2:31
37. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +2:53
42. Rui Costa (POR) - Movistar +3:04
54. Nairo Quintana (COL) - Movistar +3:28
56. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +3:29
58. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +3:30
62. Daniel Martin (IRL) - Garmin-Sharp +3:36
96. Igor Anton (ESP) - Euskaltel-Euskadi +4:20
- 182 Fahrer klassiert.

Die Besten in den Bergen = die Besten in flachen Einzelzeitfahren? Die 2 Dekaden, in der diese Rechnung regelmäßig aufging, sind hoffentlich vorbei - dachte man vielleicht! Bei der Tour de France 2013 gelang nun also Chris Froome der physiologisch erstaunliche Spagat.

«Verfolger» mit ähnlichen Zeitrückständen auf Froome
Im Gesamtklassement vergrößerte sich Froomes Vorsprung vor Valverde auf 3:25 Minuten. Mollema verkürzte seinen Rückstand gegenüber Valverde minimal auf 12 Sekunden. Auch Contador, Kreuziger und ten Dam befinden sich nach dem Zeitfahren noch innerhalb derselben Minute, wobei Contador und ten Dam den 4. und 6. Platz tauschten.

Michal Kwiatkowski (Omega) übernahm erwartungsgemäß wieder die Führung in der Jungprofi-Wertung mit einem 5. Platz im Zeitfahren, 1:31 Minuten hinter seinem siegreichen Teamkollegen Tony Martin. Kwiatkowskis Konkurrent Nairo Quintana (Movistar) begrenzte seinen Rückstand am Mont-Saint-Michel auf 3:28 Minuten gerechnet zu Martin, womit er immerhin gleichwertig oder sogar deutlich schneller war im Vergleich zu anderen Leichtgewichten.

Die Euskaltel-Bergziegen Anton und Nieve büßten über 4 und 5 Minuten ein. Bei Andy Schleck (RadioShack) lief die Uhr 4:43 Minuten länger als bei Tony Martin. Nieve und Schleck erzielten damit Resultate jenseits des 100. Platzes der Tageswertung. Entsprechend fielen sie im Gesamtklassement zurück - allerdings an Plätzen nicht zu dramatisch wegen der schon bestehenden Zeitabstände aus den Pyrenäen.

Gesamtklassement
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 42h29:24
2. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +3:25
3. Bauke Mollema (NED) - Belkin +3:37
4. Alberto Contador (ESP) - Saxo-Tinkoff +3:54
5. Roman Kreuziger (CZE) - Saxo-Tinkoff +3:57
6. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +4:10
7. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +4:44
8. Nairo Quintana (COL) - Movistar +5:18
9. Rui Costa (POR) - Movistar +5:37
10. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +5:39
11. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +5:48
12. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +5:48
13. Daniel Martin (IRL) - Garmin-Sharp +5:52
14. Cadel Evans (AUS) - BMC +6:54
15. Mikel Nieve (ESP) - Euskaltel-Euskadi +8:03
16. Michael Rogers (AUS) - Saxo-Tinkoff +8:28
17. Andy Schleck (LUX) - RadioShack-Leopard +8:31
18. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +9:34
19. Maxime Monfort (BEL) - RadioShack-Leopard +10:16
20. Igor Anton (ESP) - Euskaltel-Euskadi +10:48
...
21. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +11:37
31. Richie Porte (AUS) - Sky +21:19

Peter Sagan (Cannondale) wäre fast das Kunststück gelungen, sein Punktekonto fürs Grüne Trikot beim Zeitfahren aufzustocken. Auf dem 17. Platz verfehlte er die Punkteränge um nur 3 Sekunden. Sagans Vorsprung in der Punktewertung ist aber ohnehin so komfortabel, dass er beruhigt den folgenden Sprinteretappen entgegensehen kann - auch wenn dort mit Greipel (Lotto) und Kittel (Argos) wieder die nächsten deutschen Asse stechen sollten.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Cannondale 269 p.
2. André Greipel (GER) - Lotto-Belisol 186
3. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 166
4. Marcel Kittel (GER) - Argos-Shimano 132
5. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha 131
6. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step 101
7. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Sky 88
8. Danny van Poppel (NED) - Vacansoleil-DCM 87
9. José Joaquin Rojas (ESP) - Movistar 84
10. Juan Antonio Flecha (ESP) - Vacansoleil-DCM 80


Einschätzung vor der Etappe: Am 11. Tag steht das erste Einzelzeitfahren der Tour de France 2013 auf dem Programm. Die Strecke führt von Avranches dem Meer entgegen zum Mont Saint-Michel, zunächst in südlicher, dann meist in westlicher Richtung und zum Schluss gen Norden. Der Mont Saint-Michel ist ein bewohnter Felsen vor der nordfranzösischen Küste, auf Höhe der normannisch-bretonischen Grenze. Vom Festland aus ist die Insel über einen Damm zu erreichen, der meistens unabhängig von den Gezeiten passierbar ist. Wegen des flachen Profils des Zeitfahrkurses sind die Spezialisten im Vorteil. Die Bergexperten unter den Klassementfahrern müssen den Zeitverlust auf ein erträgliches Maß begrenzen, was angesichts der 33-Kilometer-Distanz möglich sein dürfte. Der Tour-Direktor verspricht jedenfalls einen überwältigen Hintergrund für das Siegerfoto - in der Tat!
Startzeiten auf biciciclismo.com
Zeitplan & Profil auf www.letour.fr

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Tour de France 2013

Tour de France 2013
11. Etappe (33km/Einzelzeitfahren)
von Avranches
zum Mont Saint-Michel

Etappensieg:
Tony Martin (GER)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Pierre Rolland (FRA)

Bester Jungprofi:
Michal Kwiatkowski (POL)

Teamwertung:
Movistar

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