Tour de France 2013 - 2. Etappe

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1. Etappe So 30. Juni: 2. Etappe 3. Etappe

Zielankunft in Ajaccio: ca. 17:22 Uhr

Finisseur Bakelants schlägt überraschend zu
Jan Bakelants (RadioShack) gewann in Ajaccio die 2. Etappe der Tour de France 2013 - plus das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Der 27-jährige Belgier verhinderte mit einem Schlussangriff den Sprintsieg durch Peter Sagan (Cannondale), rettete eine Sekunde vor einem ersten Verfolgerfeld.

7 Kilometer vor dem Ziel attackierte Sylvain Chavanel (Omega) mit Fuglsang (Astana), Gorka Izagirre (Euskaltel), Mori (Lampre), Flecha (Vacansoleil) und Bakelants am Hinterrad. Als noch 1,6 Kilometer zu fahren waren, öffnete sich hinter Bakelants eine Lücke, und der Belgier zog durch - für den ersten Sieg (!) seit seinem Einstieg in die Profi-Laufbahn.

Die schnellsten Sprinter fielen auf der Fahrt quer durch Korsika in den Bergen zurück, darunter auch erwartungsgemäß Marcel Kittel (Argos) im Gelben Trikot. Er beendete die 2. Etappe im großen Grupetto über 17 Minuten hinter Bakelants. Auch Cavendish kam im Grupetto an, ebenso wie Tony Martin (beide Omega), der trotz des Sturzes vom Vortag die Tour fortsetzen konnte. Greipel (Lotto) und Degenkolb (Argos) fuhren ein Feld früher über die Ziellinie.

Ergebnis
1. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack 3h43:11
2. Peter Sagan (SVK) - Cannondale +0:01
3. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step
4. Davide Cimolai (ITA) - Lampre-Merida
5. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Sky
6. Julien Simon (FRA) - Sojasun
7. Francesco Gavazzi (ITA) - Astana alle
8. Daryl Impey (RSA) - Orica-Greenedge
9. Daniele Bennati (ITA) - Saxo-Tinkoff
10. Sergej Lagutin (UZB) - Vacansoleil-DCM
11. Elia Favilli (ITA) - Lampre-Merida gleiche
12. Yukiya Arashiro (JPN) - Europcar
13. David Millar (GBR) - Garmin-Sharp
14. Bram Tankink (NED) - Belkin
15. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale Zeit
- 198 Fahrer klassiert.

Ums Gelbe Trikot kam Bakelants zugute, dass sein knapper Abstand vor dem Feld mit einer Sekunde gewertet wurde. Ansonsten hätte David Millar (Garmin) die Führung übernommen. Denn er wies aus der 1. und 2. Etappe die niedrigste addierte Rangzahl auf, die wegen des fehlenden Prologs anstelle der Hundertstelsekunden bei Zeitgleichheit herangezogen wird.

Insgesamt blieben 92 Fahrer in der Sekunde hinter Bakelants. Von den vermeintlichen Klassementfahrern fehlten Taaramäe (Cofidis, > 5 Minuten), Dennis (Garmin, > 9), Meyer (Orica, > 17) und de Gendt (Vacansoleil, > 17), denen man aber ohnehin nur zarte Ambitionen fürs Endklassement zurechnen konnte.

Froome wie ein nervöses Rennpferd
Die größten Favoriten für die Top-Ten und für den Gesamtsieg waren alle vorne dabei. Chris Froome (Sky) konnte am letzten Hügel - 12 Kilometer vor dem Ziel - sogar nicht mehr still halten: Wie ein nervöses Rennpferd preschte er aus dem Feld heraus, ging mit ein paar Metern Vorsprung in die Abfahrt. Unterhaltsam - doch wofür sonst? Die Helfer der Gegner holten Froome schnell wieder zurück.

Gesamtklassement
1. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack 8h40:03
2. David Millar (GBR) - Garmin-Sharp +0:01
3. Julien Simon (FRA) - Sojasun +0:01
4. Daryl Impey (RSA) - Orica-Greenedge +0:01
5. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Sky +0:01
6. Simon Gerrans (AUS) - Orica-Greenedge +0:01
7. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +0:01
8. Sergej Lagutin (UZB) - Vacansoleil-DCM +0:01
9. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale +0:01
10. Cadel Evans (AUS) - BMC +0:01

Marcel Kittel blieb von seinen Trikots das grüne für die Punktewertung. Sagan schloss die Lücke, die durch den Sturz der 1. Etappe entstanden war. Greipel und Cavendish mussten sich bisher auf die Zwischensprints beschränken. In der Anfangsphase der 2. Etappe sprintete Greipel  hinter einer 4-köpfigen Spitzengruppe vor Sagan, Danny van Poppel (Vacansoleil) und Cavendish. Kittel verbuchte noch 2 Punkte, um die ihr nun vor Sagan liegt.

Grünes Trikot
1. Marcel Kittel (GER) - Argos-Shimano 47 p.
2. Peter Sagan (SVK) - Cannondale 45
3. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha 41
4. Lars Boom (NED) - Belkin 40
5. Danny van Poppel (NED) - Vacansoleil-DCM 39
6. Jan Bakelants (BEL) - RadioShack 30
...
12. André Greipel (GER) - Lotto-Belisol 21
17. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 17

In die frühe Spitzengruppe des Tages gelangten kurz nach dem Start in Bastia: Kadri (AG2R), Veilleux (Europcar), Perez (Euskaltel) und erneut Boom (Belkin). Den Zwischensprint gewann Boom ebenso wie den ersten Bergpreis. Im unmittelbar folgenden Anstieg setzte sich aber Kadri und Veilleux aus der Gruppe ab. Das Hauptfeld hielt das Quartett ohnehin an der sehr kurzen Leine. Aus dem Feld attackierte Voeckler (Europcar), während es hinten bereits mächtig bröckelte. Den Bergpreis erreichte Kadri als Solist und Veilleux noch knapp vor dem Hauptfeld, während Voeckler schon wieder gestellt war.

Rolland holte Bergtrikot am Col de Vizzavona
Hinauf zum höchsten Punkt des Tages, dem Col de Vizzavona auf 1.163 Meter, sprang dem Spitzenreiter Blel Kadri die Kette vom Blatt. 62 Kilometer vor dem Ziel attackierte Rolland (Europcar) und ging an Kadri vorbei. Rolland überquerte zuerst die Passhöhe und eroberte dadurch das rot-gepunktete Bergtrikot. Kadri folgte gemeinsam mit Brice Feillu (Sojasun), der sich ebenfalls aus dem Hauptfeld gelöst hatte. Kadri erreichte in der Bergwertung wie Rolland 5 Punkte. Den Ausschlag zugunsten von Rolland gab der Sieg am höher dotierten Bergpreis.

Bergwertung
1. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 5 p.
2. Blel Kadri (FRA) - AG2R La Mondiale 5
3. Cyril Gautier (FRA) - Europcar 2
4. Lars Boom (NED) - Belkin 2
5. Brice Feillu (FRA) - Sojasun 2

Das Hauptfeld hatte am Col de Vizzavona eine halbe Minute Rückstand auf Rolland und 10 Sekunden auf das Verfolgerduo. Kittel fuhr in einer abgehängten Gruppe bereits 6 Minuten hinterher, und die meisten anderen Sprinter in ähnlichen Regionen. In der Folgezeit schluckte das Feld die 3 verbliebenen Ausreißer. Pierre Rolland belegte 2012 immerhin schon den 8. Platz im Endklassement, war also viel zu gefährlich.

Die nächsten Aktionen begannen eingangs des letzten Bergpreises. Flecha (Vacansoleil) forcierte mit Gautier (Europcar) am Hinterrad. Während Gautier bis zur Kuppe durchhalten konnte, fiel Flecha wieder ab. Dahinter ebnete Edelhelfer Porte die etwas überraschende Attacke von Froome, der als Zweiter über die Kuppe ging. Als nach der Abfahrt Froome von Roche (Saxo) geschnappt wurde, fanden sich kurzzeitig Sagan und Kwiatkowski (Omega) als Duo in der Verfolgung von Gautier, dies 9 Kilometer vor dem Ziel. Doch dieses Duo holte prompt die Segel ein. 2 Kilometer später antwortete Chavanel auf die Einholung Gautiers mit der entscheidenden Attacke des Tages. Auf den spannenden letzten Kilometern fuhr allerdings Bakelants am Ende die Ernte ein.


Einschätzung vor der Etappe: Bei der 2. Etappe der Tour de France 2013 nutzten die Tour-Planer wenigstens ansatzweise die topographischen Gegebenheiten Korsikas aus - anders als bei der gänzlich flachen Auftaktetappe. Die Strecke der 2. Etappe führt quer über die Insel von Bastia in grob südwestlicher Richtung an die Westküste nach Ajaccio. Unterwegs stellen sich den Fahrern zu diesem frühen Zeitpunkt der Tour de France bereits einige beachtliche Berge in den Weg: Col de Bellagranajo (723m), Col de la Serra (807m) und Col de Vizzavona (1163m). Allerdings ist die Ziellinie in Ajaccio vom Col de Vizzavona noch weit entfernt - über 60 Kilometer! Da dürfte auch kein Kriterium mehr sein, dass 12 Kilometer vor dem Ziel die nicht einmal 100 Höhemeter hohe Côte du Salario im Profil steht. Von den Klassementfahrern ist auf dieser Etappe also leider nichts zu erwarten. Eher schon von Außenseitern, die sich als Ausreißer betätigen. Oder bis Ajaccio rollt wieder einiges zusammen und es gibt einen Sprint eines großes Feldes. Wenn Zeitabstände ausbleiben, erhält derjenige Fahrer das Gelbe Trikot, dessen addierte Platzzahlen aus 1. und 2. Etappe am geringsten sind (und bei Gleichstand der besser platzierte Fahrer aus der 2. Etappe).
Infos & Profil auf www.letour.fr

1. Etappe So 30. Juni: 2. Etappe 3. Etappe

Tour de France 2013

Tour de France 2013
2. Etappe (156km)
von Bastia
nach Ajaccio

-km123 14:27 Castello-di-Rostino
-km86 15:19 Col de Bellagranajo
-km71 15:41 Col de la Serra
-km61 16:03 Col de Vizzavona
-km12 17:05 Côte du Salario

Etappensieg:
Jan Bakelants (BEL)

Gelbes Trikot:
Jan Bakelants (BEL)

Grünes Trikot:
Marcel Kittel (GER)

Bergtrikot:
Pierre Rolland (FRA)

Bester Jungprofi:
Michal Kwiatkowski (POL)

Teamwertung:
RadioShack-Leopard

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