Tour de France 2011 - 14. Etappe

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13. Etappe Sa 16. Juli: 18. Etappe 15. Etappe

Zielankunft auf dem Plateau de Beille: ca. 17:02 Uhr

Vanendert zum Sieg, Voeckler bei den Besten
Die zweite Pyrenäen-Bergankunft der Tour 2011 endete mit dem umgekehrten Ergebnis der ersten: Jelle Vanendert (Omega Pharma-Lotto) gewann auf dem Plateau de Beille die 14. Etappe vor Samuel Sanchez (Euskaltel), der 21 Sekunden später ankam. Auf dem 15,8 Kilometer langen Schlussanstieg neutralisierte sich die Gruppe der Favoriten. Daraufhin zog zuerst Vanendert davon, dann Sanchez. Auf den 3. Platz fuhr Andy Schleck (Leopard) mit 46 Sekunden Rückstand. Voeckler (Europcar) im Gelben Trikot hielt tatsächlich ein weiteres Mal mit den Besten mit. Zusammen mit Evans (BMC), Uran (Sky), Contador (Saxo Bank), Frank Schleck (Leopard), Peraud (AG2R), Rolland (Europcar) und Basso (Liquigas) überquerte er 2 Sekunden hinter Andy Schleck die Ziellinie.

Auf der 168,5 Kilometer langen Etappe mit 6 Pyrenäen-Bergen warteten die Klassementfahrer bis zum Schlussanstieg - damit dort dann letztlich auch nichts passierte... Mehrere kleine Attacken durch Andy Schleck wurden sogar meist von Voeckler höchstpersönlich pariert. Wenn Andy sah, dass irgendein Konkurrent mitging, nahm er das Tempo wieder raus - aus Rücksicht auf seinen Bruder Frank? Bassos Tempoverschärfungen brachten auch nichts, außer dass Cunego (Lampre) um 39 Sekunden zurückfiel. Das Belauern der Favoriten nutzte der 26-jährige Vanendert, der im Frühjahr der wichtigste Helfer des Klassiker-Königs Philippe Gilbert war. Vanendert war in der ersten Tour-Woche im Gesamtklassement schon aussichtslos zurückgefallen.

Ergebnis
1. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto 5h13:25
2. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +0:21
3. Andy Schleck (LUX) - Leopard-Trek +0:46
4. Cadel Evans (AUS) - BMC Racing +0:48
5. Rigoberto Uran (COL) - Sky
6. Alberto Contador (ESP) - Saxo Bank-Sungard
7. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar alle
8. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek
9. Jean-Christ. Peraurd (FRA) - AG2R La Mondiale gleiche
10. Pierre Rolland (FRA) - Europcar
11. Ivan Basso (ITA) - Liquigas-Cannondale Zeit
12. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-ISD +1:27
13. Tom Danielson (GBR) - Garmin-Cervélo +1:59
14. Kevin de Weert (BEL) - Quick Step gl.Zeit
15. Rein Taaramae (EST) - Cofidis +2:23
16. Andrej Seits (KAZ) - Astana +2:38
17. Rob Ruijgh (NED) - Vacansoleil-DCM gl.Zeit
18. Haimar Zubeldia (ESP) - RadioShack +3:01
19. Gorka Verdugo (ESP) - Euskaltel-Euskadi +3:39
20. Chris Anker Sörensen (DEN) - Saxo Bank-Sungard gl.Zeit
...
22. Sandy Casar (FRA) - FDJ +3:55
24. Peter Velits (SVK) - HTC-Highroad +4:46
27. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ +5:03
33. Nicolas Roche (IRL) - AG2R La Mondiale +6:47
39. Levi Leipheimer (USA) - RadioShack +9:45
59. Christian Knees (GER) - Sky +14:59
60. Grischa Niermann (GER) - Rabobank +14:59
68. Philippe Gilbert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +17:03
71. Jens Voigt (GER) - Leopard-Trek +17:03
75. Tony Martin (GER) - HTC-Highroad +17:03
- 170 Fahrer klassiert.
HD William Bonnet (FRA) - FDJ

Voeckler - wie lang noch in Gelb?
Thomas Voeckler war in den Pyrenäen gleichwertig mit Fahrern, auf die er im Hochgebirge normalerweise mehrere Minuten verliert. In dieser Form behält er das Gelbe Trikot des Gesamtführenden noch ziemlich lang. Erobert hatte er es im Mittelgebirge auf der 9. Etappe. Müssen sich die Favoriten am Ende sogar Sorgen machen, Voeckler bis Paris noch einzuholen? Frank Schleck, Cadel Evans und Andy Schleck fehlen weiterhin rund 2 Minuten auf Voeckler. Bei Basso sind es 3:16, bei Sanchez nun 3:44, bei Contador exakt 4 Minuten. Die Abstände zwischen diesen 6 datieren weitgehend noch aus den ersten beiden Tour-Tagen, dem Teamzeitfahren der 2. Etappe und Zeitverlusten der Spanier Contador und Sanchez auf der 1. Etappe.

Sanchez machte in den Pyrenäen ein paar Sekunden gut. Die Sekündchen, die die Schlecks herausholten, kann man fast vernachlässigen. Es macht den Anschein, als wollten sich die beiden Brüder als Primärziel nicht gegenseitig weh tun. Im Einzelzeitfahren am Vorschlusstag liegen die Vorteile auf dem Papier bei Evans und Contador, der aber schon Rückstand hat. Nun konzentrieren sich alle zwangsläufig auf dieses Zeitfahren und die Alpen. Spannend und überraschend: 2 Drittel der Tour sind vorbei, entschieden ist außer einer ersten Auslese noch nichts. Cunego, Danielson (Garmin) und de Weert (Quick Step) komlettieren die Top-Ten nach 2 Wochen. Uran auf dem 11. Platz überholte Jeannesson (FDJ) und Taaramae (Cofidis) in der Jungprofiwertung.

Gesamtklassement
1. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar 61h04:10
2. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek +1:49
3. Cadel Evans (AUS) - BMC Racing +2:06
4. Andy Schleck (LUX) - Leopard-Trek +2:15
5. Ivan Basso (ITA) - Liquigas-Cannondale +3:16
6. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +3:44
7. Alberto Contador (ESP) - Saxo Bank-Sungard +4:00
8. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-ISD +4:01
9. Tom Danielson (GBR) - Garmin-Cervélo +5:46
10. Kevin de Weert (BEL) - Quick Step +6:18
11. Rigoberto Uran (COL) - Sky +7:55
12. Jean-Christ. Peraurd (FRA) - AG2R La Mondiale +8:20
13. Rein Taaramae (EST) - Cofidis +9:02
14. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +9:20
15. Haimar Zubeldia (ESP) - RadioShack +7:17
16. Peter Velits (SVK) - HTC-Highroad +10:01
17. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ +10:50
18. Nicolas Roche (IRL) - AG2R La Mondiale +10:56
19. Sandy Casar (FRA) - FDJ +11:54
20. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +12:06

Die Etappe bestimmte über weite Strecken eine über 20-köpfige Spitzengruppe, die an den Bergen teilweise auseinanderfiel, dann aber größtenteils wieder zusammenrollte. Sandy Casar (FDJ) behauptete sich am längsten an der Spitze, bis 6 Kilometer vor dem Ziel. Der Spitzengruppe gehörten auch die deutschen Leopard-Fahrer Voigt und Gerdemann an. Voigt fiel aufgrund zweier Abfahrtsstürze ins Hauptfeld zurück. Gerdemann konnte am Schlussberg noch ein wenig Führungsarbeit für seine Kapitäne verrichten. Im Hauptfeld übernahm Leopard etwa zur Etappenhalbzeit die Nachführarbeit von Europcar - ab dem Moment waren die Ausreißer chancenlos im Kampf um den Tagessieg.

Keine Chance haben die Ausreißer in diesem Jahr auch in der Bergwertung, die sich auf einen Zweikampf zuspitzt. Jelle Vanendert übernahm durch seinen Tagessieg das rot-gepunktete Trikot. Nur 2 Punkte zurück ist Samuel Sanchez.

Bergwertung
1. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto 74 p.
2. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 72
3. Jérémy Roy (FRA) - FDJ 45
4. Andy Schleck (LUX) - Leopard-Trek 28
5. Cadel Evans (AUS) - BMC Racing 26
6. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek 24
7. Johnny Hoogerland (NED) - Vacansoleil-DCM 22
8. Sylvain Chavanel (FRA) - Quick Step 20
9. Sandy Casar (FRA) - FDJ 19


Einschätzung vor der Etappe: Der 3. und letzte Tag in den Pyrenäen hat es noch einmal in sich: 5 Passüberquerungen plus die Bergankunft auf dem Plateau de Beille stehen im Profil dieser 14. Etappe. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass sämtliche Klassementfahrer mit ihren Aktionen bis zum Schlussanstieg warten, weil die Anstiege davor etwas zu weit vom Ziel entfernt liegen. Die Steigung zum Plateau de Beille reicht ohnehin aus, um relativ große Abstände herbeizuführen. Das wahrscheinlichste Szenario ist ein ähnliches Ergebnis wie 2 Tage zuvor in Luz-Ardiden. Die Verhältnisse im Gesamtklassement werden jedenfalls klarer.
Profil, Landkarte & Marschtabelle auf www.letour.fr
Profil des Anstiegs zum Plateau de Beille auf www.salite.ch

13. Etappe Sa 16. Juli: 18. Etappe 15. Etappe

Tour de France 2011

Tour de France 2011
14. Etappe (168,5km)
von Saint Gaudens
nach Plateau de Beille

-km142 12:52 Col de Portet-d'Aspet
-km132 13:09 Orgibet
-km106 13:55 Col de la Core
-km74 14:50 Col de Latrape
-km59 15:17 Col d'Agnes
-km50 15:32 Port de Lers
-km0 17:02 Plateau de Beille

Etappensieger:
Jelle Vanendert (BEL)

Gelbes Trikot:
Thomas Voeckler (FRA)

Grünes Trikot:
Mark Cavendish (GBR)

Bergtrikot:
Jelle Vanendert (BEL)

Bester Jungprofi:
Rigoberto Uran (COL)

Teamwertung:
Leopard-Trek

Vanendert vor allen Favoriten
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