Tour de France 2011 - 12. Etappe

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11. Etappe Do 14. Juli: 12. Etappe 13. Etappe

Zielankunft in Luz-Ardiden: ca. 17:11

Samuel Sanchez siegt in Luz Ardiden
Bei der ersten Pyrenäen-Bergankunft der Tour 2011 holte Samuel Sanchez (Euskaltel) den Tagessieg vor Jelle Vanendert (Omega Pharma-Lotto). Die beiden gingen bereits auf der Tourmalet-Abfahrt in die Offensive. Ansonsten passierte wenig, dafür aber Erstaunliches: Thomas Voeckler (Europcar), Träger des Gelben Trikots, hielt mit seinem Teamkollegen Pierre Rolland den Anschluss zur erlesenen Gruppe der Klassementfavoriten, und zwar fast bis zum Zielstrich in Luz-Ardiden! Schneller waren am Schlussberg nur Frank Schleck (Leopard), Basso (Liquigas), Evans (BMC), Andy Schleck (Leopard), Cunego (Lampre) und Contador (Saxo Bank). Frank Schleck hätte mit einer späten Attacke beinahe noch das Spitzenduo erreicht. Alberto Contador hingegen offenbarte ungekannte Momente der Schwäche und büßte weitere Sekunden ein.

Contador verliert Sekunden, Klöden und Martin Minuten
Samuel Sanchez bewahrte 10 Sekunden Vorsprung vor Frank Schleck. Der wiederum fuhr 20 Sekunden auf Basso, Evans und Andy Schleck heraus, sowie etwas mehr auf Cunego. Dahinter fehlten Contador sogar 33 Sekunden auf Frank Schleck. Nur 7 Sekunden langsamer als Contador waren Voeckler und Rolland, die etliche hoch gewettete Fahrer hinter sich ließen. Die beiden deutsche Klassementanwärter spielten keine Rolle. Andreas Klöden (RadioShack) stürzte einmal mehr - diesmal auf der Abfahrt des ersten Berges Hourquette d'Ancizan - und velor auf dem 44. Platz am Ende 8:26 Minuten. Der selbsternannte Top-Ten-Kandidat Tony Martin (HTC) fiel am Col du Tourmalet, dem zweiten von 3 Pyrenäen-Bergen, mit Nasennebenhöhlenentzündung aussichtslos zurück, und kam auf dem 48. Platz mit 9:03 Minuten Rückstand an.

Ergebnis
1. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 6h01:15
2. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +0:07
3. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek +0:10
4. Ivan Basso (ITA) - Liquigas-Cannondale +0:30
5. Cadel Evans (AUS) - BMC Racing gl.Zeit
6. Andy Schleck (LUX) - Leopard-Trek gl.Zeit
7. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-ISD +0:35
8. Alberto Contador (ESP) - Saxo Bank-Sungard +0:43
9. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar +0:50
10. Pierre Rolland (FRA) - Europcar gl.Zeit
11. Tom Danielson (GBR) - Garmin-Cervélo +1:03
12. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ +1:19
13. Rigoberto Uran (COL) - Sky +1:25
14. Levi Leipheimer (USA) - Leopard-Trek gl.Zeit
15. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +1:56
16. Juri Trofimow (RUS) - Katusha gl.Zeit
17. Nicolas Roche (IRL) - AG2R La Mondiale +2:02
18. Laurens ten Dam (NED) - Rabobank +2:10
19. Kevin de Weert (BEL) - Quick Step gl.Zeit
20. Haimar Zubeldia (ESP) - RadioShack +2:53
...
24. Philippe Gilbert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +3:19
25. Rein Taaramae (EST) - Cofidis +3:25
31. Peter Velits (SVK) - HTC-Highroad +4:15
44. Andreas Klöden (GER) - RadioShack +8:26
48. Tony Martin (GER) - HTC-Highroad +9:03
53. Christian Vandevelde (USA) - Garmin-Cervélo +10:20
69. Jens Voigt (GER) - Leopard-Trek +17:28
74. Luis Leon Sanchez (ESP) - Rabobank +17:28
77. Robert Gesink (NED) - Rabobank +17:44
- 175 klassiert.
DNS Romain Feillu (FRA) - Vacansoleil
HD Denis Galimsjanow (RUS) - Katusha

Voeckler hält Gelb in den Pyrenäen!
Unglaublich aber wahr: Thomas Voeckler behauptete auf der schweren Pyrenäen-Etappe sein Gelbes Trikot. Sein Team Europcar leistete sogar an den 3 Pyrenäen-Bergen des Tages die meiste Führungsarbeit, wohl auch aufgrund der Passivität anderer Teams. Bei Leopard war es fast nur Jens Voigt, der am Tourmalet und hoch nach Luz-Ardiden die Gruppe der Klassementbesten durch seine Tempoarbeit verkleinerte. Als Voigt fertig war, übernahm wieder Europcar. Schließlich schickte Basso seinen Helfer Szmyd in die Führung. Abwechselnde Angriffe der Schleck-Brüder blieben zunächst aus und erfolgten dann etwas halbherzig. Frank Schlecks erste Attacke, die saß, erfolgte erst weniger als 3 Kilometer vor dem Ziel. Da wäre vielleicht auch mehr drin gewesen.

Voeckler wahrte im Gesamtklassement 1:49 Minuten Vorsprung vor Frank Schleck, der den soliden Evans überholte. Der liegt mit 2:06 Minuten Rückstand auf dem 3. Platz, knapp dahinter Andy Schleck. Etwa eine weitere Minute fehlen Basso und Cunego durch das Teamzeitfahren, und noch eine Minute mehr Contador und Samuel Sanchez durch das Teamzeitfahren und den Sturzrückstand auf der 1. Etappe. Andreas Klöden und Tony Martin fielen auf den 24. und 26. Platz zurück. Noch deutlicher brachen der bisherige Klassement-Zweite Luis Leon Sanchez und sein nomineller Rabobank-Kapitän Robert Gesink ein. Der Etappenzweite Vanendert verlor schon in der ersten Tour-Woche zu viel Zeit.

Gesamtklassement
1. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar 51h54:44
2. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek +1:49
3. Cadel Evans (AUS) - BMC Racing +2:06
4. Andy Schleck (LUX) - Leopard-Trek +2:17
5. Ivan Basso (ITA) - Liquigas-Cannondale +3:16
6. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-ISD +3:22
7. Alberto Contador (ESP) - Saxo Bank-Sungard +4:00
8. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +4:11
9. Tom Danielson (GBR) - Garmin-Cervélo +4:35
10. Nicolas Roche (IRL) - AG2R La Mondiale +4:57
11. Kevin de Weert (BEL) - Quick Step +5:07
12. Philippe Gilbert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +5:24
13. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ +5:50
14. Peter Velits (SVK) - HTC-Highroad +6:03
15. Haimar Zubeldia (ESP) - RadioShack +7:17
16. Rein Taaramae (EST) - Cofidis +7:27
17. Levi Leipheimer (USA) - RadioShack +7:51
18. Rigoberto Uran (COL) - Sky +7:55
...
24. Andreas Klöden (GER) - RadioShack +10:19
26. Tony Martin (GER) - HTC-Highroad +10:51
32. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto +12:54

Auf der 211 Kilometer langen Pyrenäen-Etappe bildete sich früh eine Spitzengruppe mit Mangel (Saur), Roy (FDJ), Kadri (AG2R), Ruben Perez (Euskaltel), Gutierrez (Movistar) und Thomas (Sky). Das Sextett ging in die zweite Etappenhälfte mit rund 8 Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld. Dann warteten die 3 schwierigen und langen Anstiege: Hourquette d'Ancizan, Col du Tourmalet und Luz-Ardiden. Vorne verlor Gutierrez am Hourquette d'Ancizan den Anschluss, im Verfolgerfeld attackierte im Bergtrikot tatsächlich Johnny Hoogerland (Vacansoleil), der sich auf der 10. Etappe seine Beine fast komplett an einem Stacheldrahtzaun aufschlitzte. Ihm schlossen sich Chavanel (Quick Step) und Kreuziger (Astana) an. Die Bemühungen Hoogerlands und Chavanels verpufften relativ schnell, während Kreuziger später am Tourmalet fast zur Spitzengruppe aufschloss.

Roy holt Bergpreis am Tourmalet, aber nicht das Bergtrikot
Geraint Thomas stürzte zweimal auf der schmalen Ancizan-Abfahrt, kam aber mit Gutierrez am Fuße des Col du Tourmalet wieder zurück zur Spitze. Im Hauptfeld löste Voeckler einen Massensturz aus. Hier wurde auch Andreas Klöden zu Boden gerissen. Klöden erreichte wiederholt das Ende des Hauptfeldes, erholte sich anders als Voeckler aber letztlich nicht vom Sturz, seinem zweiten schweren auf einer Abfahrt bei der Tour 2011. Im Tourmalet-Anstieg lösten sich an der Spitze Geraint Thomas und Jérémy Roy. Den Bergpreis sackte Roy ein, nicht jedoch das Bergtrikot: Das ging aufgrund der verdoppleten Punkte im Ziel an Etappensieger Sanchez.

Bergwertung
1. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 40 p.
2. Jelle Vanendert (BEL) - Omega Pharma-Lotto 32
3. Jérémy Roy (FRA) - FDJ 24
4. Frank Schleck (LUX) - Leopard-Trek 24
5. Johnny Hoogerland (NED) - Vacansoleil-DCM 22
6. Geraint Thomas (GBR) - Sky Procycling 18
7. Blel Kadri (FRA) - AG2R La Mondiale 18
8. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar 17
9. Ivan Basso (ITA) - Liquigas-Cannondale 16
10. Ruben Perez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 16

Auf der Tourmalet-Abfahrt attackierte zuerst Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto), dann Sanchez und Vanendert. Gilbert wurden am Schlussanstieg seine Grenzen aufgezeigt: Platz 24 im Ziel. Sanchez und Vanendert hingegen kassierten die verbliebenen Ausreißer und hielten die Gruppe um Voeckler, Schleck und Contador auf Distanz.

Franzosen mit Supertag
Am französischen Nationalfeiertag hatten die Gastgeber gleich mehrere Gründe zur Freude: Voecklers und Europcars gelber Traum, Roys 1. Platz am Tourmalet, Jeannessons weißes Trikot für den besten Jungprofi. Arnold Jeannesson (FDJ) hielt lange mit den Besten mit, ließ erst kurz vor Schluss reißen und belegte den 12. Platz in Luz-Ardiden. Der bisherige Führende Gesink brach ein, der potentielle Nutznießer Taaramae (Cofidis) verlor rund 2 Minuten auf Jeannesson.


Einschätzung vor der Etappe: Die 12. Etappe ist die erste Hochgebirgsetappe der Tour de France 2011, und zwar gleich eine sehr schwierige, wenn nicht die schwierigste der diesjährigen Rundfahrt! Auf den insgesamt 211 Kilometern türmen sich die 3 Berge des Tages in der zweiten Etappenhälfte auf: Zunächst stehen die Pyrenäen-Pässe Hourcette d'Ancizan (ein schmaler Seitenpass des Col d'Aspin) und Col du Tourmalet im Profil und schließlich die Bergankunft in Luz-Ardiden. Das gibt Minutenabstände am französischen Nationalfeiertag!
Profil, Landkarte & Marschtabelle auf www.letour.fr
Profil der Tourmalet-Steigung auf www.salite.ch
Profil der Schlusssteigung nach Luz-Ardiden auf www.salite.ch

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Tour de France 2011

Tour de France 2011
12. Etappe (211km)
von Cugnaux
nach Luz-Ardiden

-km92 14:38 Sarrancolin
-km69 15:16 Hourquette d'Ancizan
-km35 16:12 Col du Tourmalet
-km0 17:11 Luz-Ardiden

Etappensieger:
Samuel Sanchez (ESP)

Gelbes Trikot:
Thomas Voeckler (FRA)

Grünes Trikot:
Mark Cavendish (GBR)

Bergtrikot:
Samuel Sanchez (ESP)

Bester Jungprofi:
Arnold Jeannesson (FRA)

Teamwertung:
Leopard-Trek

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