Tirreno-Adriatico 2016

(ITA/2.UWT) - Siegerliste Tirreno-Adriatico

Et. Startort          Zielort              km   Etappensieger      Leader
1. Lido di Camaiore Lido di Camaiore 232 BMC Daniel Oss
2. Camaiore Pomarance 207 Zdenek Stybar Zdenek Stybar
3. Castelnuovo Montalto di Castro 176 Fernando Gaviria Zdenek Stybar
4. Montalto di C. Foligno 216 Stephen Cummings Zdenek Stybar
5. Foligno Monte San Vicino 178 --- abgesagt wg. Schneefalls ---
6. Castelraimondo Cepagatti 210 Greg van Avermaet Greg van Avermaet
7. San Benedetto San Benedetto 10* Fabian Cancellara Greg van Avermaet
*) Einzelzeitfahren, 2) Teamzeitfahren

Van Avermaet superknapp vor Sagan

Greg van Avermaet (BMC) holte den Gesamtsieg bei Tirreno-Adriatico 2016. Die Fernfahrt zwischen den Meeren spitzte sich zu auf ein Duell zwischen van Avermaet und Peter Sagan (Tinkoff), weil die einzige Bergetappe voreilig abgesagt wurde wegen Schnees, der dann gar nich lag. Im Krimi um Zeitfahr- und Bonussekunden lag van Avermaet am Ende eine Sekunde vor Sagan. Den 3. Platz belegte Bob Jungels (Trek) mit 23 Sekunden Rückstand knapp vor Reichenbach und Pinot (beide FDJ), die ebenso wie Vincenzo Nibali (Astana) auf dem 6. Platz wegen des Ausfalls der Bergetappe um ein noch besseres Resultat gebracht wurden.

Zum Auftakt von Tirreno-Adriatico 2016 drückte sogleich ein 22,7 Kilometer langes Teamzeitfahren der 7-tägigen Fernfahrt ihren Stempel auf. Große Umschwünge waren dann nur noch auf der 5. Etappe mit Bergankunft am Monte San Vicino zu erwarten, die dann aber abgesagt wurde. So wurden Zeitgutschriften und das kurze Einzelzeitfahren an der Adria zum Abschluss zum als Zünglein an der Waage. Bonussekunden gab es im Ziel für die Top-3 (10, 6, 4 Sekunden) und unterwegs bei Massensprints (3, 2, 1).

Die 1. Etappe, das 22,7-Kilometer-Teamzeitfahren, gewann das Weltmeisterteam in dieser Disziplin, also BMC, in 23:55 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 56,948 km/h entspricht. Nur 2 Sekunden länger unterwegs war Etixx-Quick Step. Überraschend auf den 3. Platz fuhr FDJ mit 9 Sekunden Rückstand. Die Top-Ten komplettierten Tinkoff mit 11, IAM mit 12, Astana mit 15, Trek mit 17, Sky mit 21, Orica mit 25 und Movistar mit 29 Sekunden Rückstand. Mit über 2 Minuten Rückstand reihte sich Cannondale sturzbedingt auf dem 23. und somit letzten Platz ein.

Auf der 2. Etappe attackierte Zdenek Stybar (Etixx) knapp 3 Kilometer vor dem Ziel kurz vor dem Ende des letzten Anstiegs. Er hielt das ausgedünnte Hauptfeld bis zur Ziellinie um einige Radlängen auf Distanz. Peter Sagan übersprintete den auf dem Schlusskilometer attackierenden Nibali für den 2. Platz. Auch noch an Nibali vorbei fuhren Edvald Boasson Hagen (Dimension Data), Simon Clarke (Cannondale) und Alejandro Valverde (Movistar).

Den Massensprint der 3. Etappe entschied Fernando Gaviria (Etixx) für sich. Er schlug Caleb Ewan (Orica) um eine halbe Radlänge. Den 3. Platz belegte Elia Viviani (Sky) vor Peter Sagan. Gaviria und erst recht Ewan waren eigentlich schlecht positioniert, knallten dann aber den anderen Sprintern pfeilschnell davon. Von noch weiter hinten kam Viviani.

Auf der 4. Etappe begann 5 Kilometer vor dem Ziel die Springerei von Außenseitern aus dem, was von dem Hauptfeld nach den Hügeln noch vorne übrig war. Zum Tagessieg reichte es für Stephen Cummings (Dimension Data), der die letzten 3,5 Kilometer als Solist bestritt. 13 Sekunden zurück waren Puccio (Sky), Berhane (Dimension Data), Dani Moreno (Movistar), Bakelants und Montaguti (beide AG2R). Das Hauptfeld mit Sagan und van Avermaet an der Spitze kam 25 Sekunden hinter Cummings über den Zielstrich. Gaviria, Ewan, Viviani und Cavendish (Dimension Data) wurden in den Hügeln abgehängt.

Die 5. Etappe wurde noch am Vortag wegen angesagten Schnees abgesagt (der dann gar nicht fiel...). Dabei hätte die Bergankunft am Monte San Vicino eine überragende Bedeutung für die Gesamtwertung gehabt, die sich nun auf die Zeitfahren fokussierte. Nibali drohte dem Veranstalter daraufhin, doch nicht den Giro d'Italia zu fahren. Dort stehen im Mai 2 schneegefährdete Bergetappen in den Westalpen auf dem Programm, deren Austragung bei ähnlicher Politik schon jetzt angezweifelt werden darf.

Bei Tirreno-Adriatico indes erlebte Peter Sagan auf der 6. Etappe ein Déjà-vu: Nicht nur, dass er seinen gewohnten 2. Platz belegte, sondern auch wie beim Omloop Het Nieuwsblad von Greg van Avermaet übersprintet wurde. Die Vorentscheidung geschah allerdings schon gut 20 Kilometer vor dem Rennende, als Sagan einen Zwischensprint gewann und mit seinen Teamkollegen Bennati und Gatto durchzog. Es gesellten sich der Gesamtführende Stybar sowie Gaviria, Trentin (alle Etixx), Kwiatkowski (Sky) und van Avermaet hinzu. Die Helfer rieben sich auf, so dass schließlich Kwiatkowski, Sagan, van Avermaet und Stybar auf leicht ansteigendem Schlussstück in den Sprint um den Tagessieg gingen. 7 Sekunden hinter van Avermaet sprintete Caleb Ewan auf den 5. Platz vor Alejandro Valverde (Movistar).

Wegen eines Defekts verlor Tejay van Garderen seine Ambitionen in der Gesamtwertung. So ging van Avermaet mit 7 Sekunden Vorsprung vor Stybar, 8 vor Sagan und 21 vor Jungels ins abschließende Einzelzeitfahren.

Die 10 Kilometer der abschließenden 7. Etappe bewältigte Fabian Cancellara (Trek) am schnellsten in 11:08 Minuten. Immerhin 13 Sekunden langsamer auf dem 2. Platz war Johan Le Bon (FDJ). Den 3. Platz belegte Tony Martin (Etixx) zeitgleich vor Alex Dowsett mit 15 Sekunden Defizit auf Cancellara. Diese Zeitfahrasse hatten sich aber auf den vorherigen Etappen Zeitrückstände abgeholt in der Aussicht, bei der (dann abgesagten) Bergetappe sowieso zurückzufallen. Peter Sagan kam auf den 10. Platz mit 24 Sekunden Rückstand, van Avermaet auf den 23. Platz mit 31 Sekunden Rückstand, womit er als letzter Fahrer die heruntertickende Uhr in Sachen Gesamtsieg um eine Sekunde gegen Sagan schlug.

Mi 9. bis Di 15. März
Endklassement Tirreno - Adriatico 2016
1. Greg van Avermaet (BEL) - BMC Racing Team 20:42:22
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff Team +0:01
3. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step +0:23
4. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +0:24
5. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +0:24
6. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +0:29
7. Zdenek Stybar (CZE) - Etixx-Quick Step +0:33
8. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky +0:39
9. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +0:45
10. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff Team +0:48
11. Damiano Caruso (ITA) - BMC Racing Team +0:49
12. Gianluca Brambilla (ITA) - Etixx-Quick Step +0:52
13. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana Pro Team +0:54
14. Wout Poels (NED) - Sky +0:55
15. Peter Kennaugh (GBR) - Sky +0:57
16. Daniel Moreno (ESP) - Movistar +1:04
17. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data +1:06
18. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar Team +1:07
19. Adam Yates (GBR) - Orica-Greenedge +1:11
20. Salvatore Puccio (ITA) - Sky +1:15
...
25. Tejay Van Garderen (USA) - BMC +1:54
29. Reto Hollenstein (SUI) - IAM +2:38
30. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge +2:42
32. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +2:54
33. Paul Voss (GER) - Bora-Argon 18 +2:57
49. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale +5:34
60. Fabian Cancellara (SUI) - Trek-Segafredo +8:18
80. Joaquin Rodriguez (ESP) - Katusha +13:01
- 184 Teilnehmer, davon 172 klassiert.
Punktewertung: Peter Sagan
Bergwertung: Cesare Benedetti (Bora)
Jungprofiwertung: Bob Jungels
Teamwertung: Etixx-Quick Step

Wildcards für Tirreno-Adriatico 2016 erhielten Androni Giocattoli, Bora-Argon 18, Bardiani-CSF, Caja Rural und CCC-Sprandi. Auch 2016 überschnitt sich Tirreno-Adriatico größtenteils mit der anderen WorldTour-Fernfahrt Paris-Nizza, wo ebenfalls eine Etappe dem Schnee zum Opfer fiel. Anders als bei Tirreno-Adriatico wurden die Fahrer bei Paris-Nizza an den Start geschickt - und es schneite wirklich. Bilder von durch den knöchelhohen Schneematsch fahrenden Profis wollte man bei 4 Tage später bei Tirreno-Adriatico vermeiden, und es kam genau umgekehrt: Man startete die Etappe erst gar nicht - und es schneite nicht...

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