Tirreno-Adriatico 2014

(ITA/WorldTour) - Siegerliste Tirreno-Adriatico

Et. Start           Ziel                 km   Etappensieger     Leader
1. Donoratico San Vincenzo 192 Omega-Quick Step Mark Cavendish
2. San Vincenzo Cascina 173 Matteo Pelucchi Mark Cavendish
3. Cascina Arezzo 206 Peter Sagan Michal Kwiatkowski
4. Indicatore Cittareale 237 Alberto Contador Michal Kwiatkowski
5. Amatrice Guardiagrele 190 Alberto Contador Alberto Contador
6. Bucchianico Porto Sant'Elpidio 187 Mark Cavendish Alberto Contador
7. San Benedetto San Benedetto 9* Adriano Malori Alberto Contador
*) Einzelzeitfahren - 2) Teamzeitfahren

Contador zerlegt die Konkurrenz
Alberto Contador (Tinkoff) fügte seiner langen Siegesliste zum ersten Mal den Gesamtsieg bei Tirreno-Adriatico hinzu. Der 31-jährige Spanier gewann die 7-tägige Etappenfahrt zwischen den Meeren mit über 2 Minuten Vorsprung vor Nairo Quintana (Movistar) und Roman Kreuziger (Tinkoff). Den Triumph fuhr Contador durch seinen Husarenritt auf der 5. Etappe heraus, als er über 30 Kilometer vor dem Ziel alle Konkurrenten weit abhängte.

Zum Auftakt von Tirreno-Adriatico 2014 absolvierte Omega Pharma-Quick Step das 18,5-Kilometer-Teamzeitfahren der 1. Etappe in 20:13 Minuten am schnellsten. Auf den Plätzen dahinter verloren Orica immerhin schon 11, Movistar 18, Tinkoff-Saxo 24, Cannondale 26 und Sky 27 Sekunden. Damit nehmen Quintana (Movistar), Contador, Kreuziger (beide Saxo) und Porte (Sky) schon entsprechende Päckchen auf Kwiatkowski und Uran (beide Omega) mit. Leute wie Mollema (Belkin), Evans (BMC) und Pozzovivo (AG2R) gerieten bereits über eine halbe Minute ins Hintertreffen, und Moreno (Katusha) beispielsweise schon über eine Minute.

Die 2. Etappe gewann Matteo Pelucchi (IAM) im Massensprint mit dem besten Timing und über einer Radlänge vor Arnaud Démare (FDJ.fr) und André Greipel (Lotto). Bei der 3. Etappe fuhr Philippe Gilbert (Lotto) in den schmalen und steigenden Straßen von Arezzo seinem Konkurrenten Peter Sagan (Cannondale) den Sprint unfreiweillig perfekt an. Sagan gewann mit mehreren Radlängen Vorsprung. Auch Kwiatkowski und Simon Clarke (Orica) zogen noch an Gilbert vorbei, so dass Kwiatkowski seinen Teamkollegen Cavendish an der Spitze des Gesamtklassements ablöste. Hinter Impey (Orica), Bennati (Saxo), Greipel (Lotto) und Geschke (Giant) wurden ab dem 9. Platz erste Sekundenrückständen notiert.

Die Bergankunft der 4. Etappe bewältigte Alberto Contador zuerst. Er sprintete Quintana um mehrere Radlängen nieder. Bei Contadors Antritt saßen außerdem noch Porte und Scarponi (Astana) am Rad. Den 3. Platz belegte allerdings Moreno. Kreuziger fuhr 7 Kilometer vor dem Ziel Intxausti (Movistar) und dem obligatorischen Pirazzi (Bardiani) hinterher und schüttelte beide ab. 2 Kilomter vor dem Ziel formierten sich Kiserlovski (Trek), Scarponi, Quintana und Contador. Kreuziger ließ sich für Contador zurückfallen – da führte Porte eine Gruppe mit dem knautschenden Leader Kwiatkowski wieder heran. Porte zog durch, und hinter ihm sowie Quintana, Contador und Scarponi ging eine Lücke auf. Letztlich holte Contador eine Sekunde auf Quintana und 5 auf Moreno, Kreuziger und Porte heraus. Kwiatkowski sicherte sein Blaues Trikot mit 10 Sekunden Rückstand um 16 Sekunden vor Contador und 23 vor Quintana.

Auf der 5. Etappe, der Königsetappe, versenkte Alberto Contador seine Konkurrenten im Gesamtklassement schon vor der steilen Schlussrampe. Über 30 Kilometer vor dem Ziel attackierte er an dem Passo di Lanciano. Selbst Quintana konnte nicht mehr mithalten. Kwiatkowski fiel bereits an diesem Anstieg fast 5 Minuten zurück. Contador fuhr bergab auf die frühen Spitzenreiter Geschke (Giant), King (Garmin) und de la Cruz (Netapp) auf, nachdem er zuvor schon Hansen (Lotto) eingesammelt hatte. Kurz vor der Schlussrampe attackierte King. Als es richtig steil wurde, beherrschte wieder Contador das Geschehen, wobei ihm Simon Geschke an diesem Tag das Leben noch am schwersten machte, am Ende nur 6 Sekunden hinter dem neuen Gesamtführenden. Auch King und Hansen kamen noch deutlich vor den nächsten Verfolgern durch, mit Péraud (AG2R) auf dem 5. Platz. Quintanas Rückstand summierte sich auf fast 2 Minuten. Trotzdem sprang für ihn zunächst der 2. Platz im Gesamtklassement heraus, vor Kreuziger, Arredondo (Trek) und Péraud. Richie Porte, vor der 5. Etappe auf dem 4. Platz, trat wegen Krankheit überraschend nicht mehr an.

Den Sprint der 6. Etappe gewann Mark Cavendish (Omega) mit großem Vorsprung vor seinem Anfahrer Petacchi sowie Peter Sagan und Arnaud Démare. Mehrere pontenzielle Konkurrenten konnten nicht um den Tagessieg mitsprinten, weil sie zuvor am Berg abgehängt wurden (Kittel, Sam Bennett) oder von Stürzen ausgebremst wurden (u.a. Greipel). So ging hinter dem Omega-Sprintzug eine Lücke auf und Cavendish hatte letztlich ein leichtes Spiel.

Im abschließenden 9,1-Einzelzeitfahren holte Adriano Malori (Movistar) den Sieg in 10:13 Minuten mit 6 Sekunden vor Cancellara (Trek), 11 vor Wiggins (Sky) und 15 vor Tony Martin (Omega). Auf den Podesträngen gab es auf der 7. Etappe im Gesamtklassement keine Veränderung mehr. Péraud und Arredondo tauschten die Plätze 4 und 5. Pozzovivo und Kiserlovski konnten sich noch leicht verbessern auf die Plätze 6 und 7. Nieve (Sky) hingegen verspielte mal wieder gegen die Uhr einige Plätze und fiel von 6 auf 10 zurück.

Von allem ein bisschen an 7 Tagen
Die Fernfahrt Tirreno-Adriatico bot 2014 erneut einen Cocktail verschiedener Disziplinen. Die 7 Tage zwischen den Meeren wurden 2014 nun schon zum 4. Mal in Folge mit einem Teamzeitfahren an der Tyrrhenischen Küste eröffnet und einem kurzen Einzelzeitfahren an der Adria beschlossen. Die weiteren Stellschrauben fürs Gesamtklassement waren die bergigen Etappen am 4. und 5. Tag. Die Sprinter erhielten mit 3 Chancen bei Tirreno-Adriatico 2014 eine Gelegenheit mehr als im Vorjahr, wobei der ansteigende Schlusskilometer der 3. Etappe für einige schnelle Männer nur bedingt zu gebrauchen war.

Auf der Suche nach extremen Steigunsprozenten wurden die Veranstalter diesmal an der Muro di Guardiagrele fündig: Die kurze Bergankunft der 5. Etappe stieg verschiedenen Angaben gemäß bis zu 25 oder gar 30 Prozent. Die 5. Etappe enthielt außerdem unmittelbar zuvor bereits den 1.306 Meter hohen Passo di Lanciano. Noch höher lag die Zielankunft der 4. Etappe oberhalb von Cittareale auf 1535 Metern. Eine schneefreie Zielankunft war Mitte März eher keine gute Werbung für die Skiregion Selvarotonda. Ob ein solches Risiko bei der Planung eines Radrennens in Kauf genommen werden sollte, steht sowieso auf einem anderen Blatt.

Bei Tirreno-Adriatico holten sich auch viele Fahrer wieder den letzten Schliff für Mailand-San Remo, dem Frühjahrsklassiker 5 Tage im Anschluss an die Fernfahrt zwischen den Meeren. Wildcards für Tirreno-Adriatico 2014 gingen an Bardiani, IAM, MTN und Netapp.

Mi 12. bis Di 18. März
Endklassement Tirreno-Adriatico 2014
1. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo 25h28:45
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:05
3. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff-Saxo +2:14
4. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +2:39
5. Julian Arredondo (COL) - Trek +2:54
6. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +3:04
7. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek +3:09
8. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +3:16
9. Michele Scarponi (ITA) - Astana +3:16
10. Mikel Nieve (ESP) - Sky +3:19
11. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +3:32
12. Rinaldo Nocentini (ITA) - AG2R La Mondiale +3:37
13. Giampaolo Caruso (ITA) - Katusha +3:47
14. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr +4:10
15. Bartosz Huzarski (POL) - Netapp-Endura +4:18
16. Ben Hermans (BEL) - BMC +5:24
17. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +5:36
18. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +5:38
19. Dominik Nerz (GER) - BMC +6:34
20. Ivan Santaromita (ITA) - Orica-Greenedge +6:44
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www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://www.gazzetta.it/Speciali/TirrenoAdriatico/en/
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(provisorische) Startliste auf procyclingstats.com
Fotos des Vorjahres auf cyclingnews.com

Etappenplan & Ergebnis des Vorjahres (Sieger Nibali)
Etappenplan & Ergebnis vor 2 Jahren (Sieger Nibali)

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