Strade Bianche 2017

(ITA/1.UWT neu) - Siegerliste Strade Bianche

Erst Regenschlacht, dann Kwiatkowski-Solo

Michal Kwiatkowski (Sky) gewann den italienischen Jungklassiker Strade Bianche 2017 nach einem 15,5-Kilometer-Solo. Der 26-jährige Pole löste sich in einem bis dahin spektakulären Regenrennen eher unscheinbar auf einem Bergabstück aus einer hochkarätigen Kopfgruppe, die zu diesem Zeitpunkt 7 Fahrer umfasste. Es formierten sich 2 Verfolgertrios. Aus dem ersten der beiden holte Greg van Avermaet (BMC) den 2. Platz heraus - vor Tim Wellens (Lotto) und Zdenek Stybar (Quick Step).

Das 175 Kilometer lange Rennen durch die Toskana führte zu mehr als einem Drittel über die hellen Schotterstraßen der Toskana, bei gleichzeitig ständiger Berg- und Talfahrt. Der Regen tat sein Übriges dazu, so dass schon über 70 Kilometer vor dem Ziel das Peloton in kleine Gruppen zersplitterte. Kwiatkowski war bei den Strade Bianche bereits vor 3 Jahren erfolgreich.

Eine frühe Spitzengruppe auf den Strade Bianche 2017 bestand aus zunächst 6 Fahrern: Jaregui (AG2R), Frapporti (Androni), Korsaeth (Astana), Andreeta (Bardiani), Pinot (FDJ) und Gonçalves (Katusha). Bis zu ihrer Einholung rund 37 Kilometer vor dem Ziel waren nur die beiden Italiener vor heimischem Publikum endgültig zurückgefallen. Thibaut Pinot brachte als Ergebnis dann noch einen 9. Platz ins Ziel nach Siena.

Wellens und Stybar die größten Animatoren

Unter der Favoriten deutete sich bereits 52 Kilometer vor dem Ziel an, wer an diesem Tag wohl die stärksten Fahrer sein würden, als Tim Wellens mit einer Attacke die erste Verfolgergruppe sprengte. Van Avermaet, Stybar, Kwiatkowski und Luke Durbrige (Orica) gingen dieser Attacke hinterher.

Weitere Fahrer schlossen erst nach und nach wieder auf: Benoot (Lotto), Dumoulin (Sunweb), Boasson Hagen (Dimension Data), Sanchez (Astana), Juul-Jensen (Orica), Trentin (Quick Step), Thwaites (Dimension Data) und Küng (BMC) hatten - wenigstens zwischenzeitlich - das Loch zur Gruppe um Kwiatkowski, Stybar, Wellens und van Avermaet wieden gestopft. Mitfavorit Peter Sagan (Bora) war da schon wegen Krankheit vom Rad gestiegen.

Und das Rennen kam nie zur Ruhe. Der Zusammenschluss mit der Spitzengruppe gelang zuerst Stybar, Kwiatkowski, Tom Dumoulin und Edvald Boasson Hagen. Innerhalb der letzten 30 Kilometer fanden auch Wellens, van Avermaet und Luke Durbridge den Weg an die Spitze, an der Stybar und Kwiatkowski wiederholt in die Offensive gingen.

23 Kilometer vor dem Ziel forcierte Stybar aus einer leicht in Führung liegenden Gruppe, dann abgelöst von Kwiatkowski. Dann war es aber einen Kilometer später Wellens, der mit einer Gewaltattacke auf steigendem Asphaltstück eine ähnliche Auslese herbeiführte wie schon rund 30 Kilometer zuvor: Sofort waren Stybar, Kwiatkowski und van Avermaet bei ihm, dann schafften auch Durbridge, Dumoulin und Juul-Jensen - jeweils als Einzelkämpfer - den Sprung an die Spitze.

Kwiatkowski nutzte dann eine Abfahrt, um die Sieg bringende Lücke herauszufahren. Im letzten Schotterabschnitt zogen van Avermaet, Stybar und Wellens den zuvor schon einmal abgehängten Dumoulin, Durbridge und Juul-Jensen erneut davon. Den zwischenzeitlich auf knapp eine halbe Minute angewachsenen Vorsprung konnten sie jedoch nicht mehr schließen, auch nicht auf dem steigenden Schlusskilometer in Siena, wo sich Kwiatkowski feiern ließ.

Sa 4 März 2017, Siena - Siena
Ergebnis der 11. Auflage Strade Bianche (175,0km)
1. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky 4:42:42
2. Greg van Avermaet (BEL) - BMC +0:15
3. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Soudal +0:17
4. Zdenek Stybar (CZE) - Quick Step Floors +0:23
5. Tom Dumoulin (BEL) - Sunweb +1:26
6. Luke Durbridge (AUS) - Orica-Scott gl.Zeit
7. Christ. Juul-Jensen (DEN) - Orica-Scott +1:29
8. Tiesj Benoot (BEL) - Lotto-Soudal +2:20
9. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +2:23
10. Scott Thwaites (GBR) - Dimension Data +2:52
11. José Gonçalves (POR) - Katusha-Alpecin +3:10
12. Quentin Jauregui (FRA) - AG2R La Mondiale +4:05
13. Fabio Felline (ITA) - Trek-Segafredo gl.Zeit
14. Luis Leon Sanchez (ESP) - Astana +4:41
15. Stefan Küng (SUI) - BMC +5:31
16. Vegard Stake Laengen (NOR) - UAE-Emirates +5:41
17. Gianni Moscon (ITA) - Sky +5:55
18. Ondrej Cink (CZE) - Bahrain-Merida +6:22
19. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data +8:15
20. Truls Korsaeth (NOR) - Astana gl.Zeit
21. Matteo Trentin (ITA) - Quick Step Floors +8:41
22. Oscar Gatto (ITA) - Astana +10:13
23. Jan Bakelants (BEL) - AG2R La Mondiale +10:15
24. Floris de Tier (NED) - LottoNL-Jumbo +10:16
25. Giovanni Visconti (ITA) - Bahrain-Merida +10:20
...
44. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +13:38
- 167 Teilnehmer, davon 89 klassiert.
DNF Peter Sagan (SVK) - Bora-Hansgrohe

WorldTour-Inflation insgesamt umstritten, hier aber nicht

Das noch recht junge Rennen Strade Bianche wurde für 2017 neben 10 anderen Rennen neu in die WorldTour aufgenommen. Die Aufwertung so vieler Rennen seitens des Weltverbands UCI war - vorsichtig formuliert - stark umstritten, sowohl bei den WorldTour-Teams als auch bei den Radsport-Fans.

Immerhin dürfte Strade Bianche noch zu den Rennen gehören, die am schnellsten in der höchstklassigen Rennserie Akzeptanz finden. Denn mit den geschotterten Abschnitten auf Naturstraßen und dem steigenden Finale durch die engen Gassen von Siena hat das Tagesrennen die Herzen der Fans im Sturm erobert. Der letzte Schotterabschnitt war 2017 Le Tolfe und endete 12 Kilometer vor dem Ziel.

Und tatsächlich standen sämtliche 18 WorldTour-Teams an der Startlinie, dazu die Zweitdivisionäre Androni, Bardiani und Nippo (Italien), die sich der Veranstalter per Wildcard aussuchte. Bei anderen der neuen WorldTour-Wettbewerbe hatten bis dahin stets ein paar WorldTour-Teams verzichtet.

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