Mailand-Sanremo 2017

(ITA/1.UWT) - Siegerliste Mailand-Sanremo

Kwiatkowski kocht Sagan ab

Michal Kwiatkowski (Sky) gewann den Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo 2017 nach erfolgreichem Poggio-Vorstoß. Im Dreiersprint setzte sich der 26-jährige Pole am Ende von 291 Rennkilometern knapp vor Peter Sagan (Bora) und Julian Alaphilippe (Quick Step) durch.

Sagan hatte das Trio mit einer Attacke am Poggio 6,3 Kilometer vor dem Ziel initiiert. Dann lastete mal wieder der Fluch des Stärksten auf ihm: Die Abfahrt und das Flachstück in Sanremo fuhr der Weltmeister fast komplett von vorne.

Als auf der Zielgeraden eine Lücke zu Kwiatkowski klaffte, entschied sich Sagan, den Sprint sehr früh anzuziehen. Kwiatkowski saugte sich heran und vorbei. Auch Alaphilippe war nicht weit weg. Hinter der Linie hielt sich das Trio an den Fotografen vorbei artistisch auf dem Rad, nachdem es zur Körperberührung zwischen Sagan und Kwiatkowski gekommen war.

Kristoff sprintet auf 4. Platz

Die Spitze des Hauptfeldes lag oben am Poggio immerhin 11 Sekunden zurück. Auf der Ziellinie waren es 5 Sekunden Rückstand, als Alexander Kristoff (Katusha) im Sprint um den 4. Platz die Nase vor Fernando Gaviria (Quick Step) hatte - sowie den Siegern der beiden vergangenen Editionen, Démare (FDJ) und Degenkolb (Bora). In einer Zeit mit Kristoff wurden 50 Fahrer gewertet.

Die 108. Auflage von Mailand-Sanremo fand bei freundlichem Wetter mit Temperaturen um die 16 Grad statt. Kurz nach dem Start bildete sich die 10-köpfige Spitzengruppe des Tages. Darin vertreten waren: Nico Denz (AG2R), Mattia Frapporti (Androni), Mirco Maestri (Bardiani), William Clarke, Tom Skujins (beide Cannondale), Iwan Rowny (Gazprom), Alan Marangoni (Nippo-Fantini), Umberto Poli (Novo Nordisk), Federico Zurlo (UAE) und Julen Amezqueta (Wilier).

Die Gruppe wurde vom Hauptfeld an der kurzen Leine gehalten. Bereits 45 Kilometer vor dem Ziel probierte Alexis Gougeard (AG2R), zur Spitzengruppe aufzuschließen, als der Rückstand nur noch eine Minute betrug. Er schaffte es nicht. Und auch die letzten Fahrer der Spitzengruppe wurden eingangs des Anstiegs nach Cipressa gestellt, als noch 27 Kilometer zu fahren waren.

Wenig los bis Sagans Attacke

Im Cipressa-Anstieg probierte Tim Wellens (Lotto) mit Mattia Cattaneo (Androni) aus einer größeren Attacke heraus wegzukommen. Die beiden wurden aber einen Kilometer später wieder vom Hauptfeld absorbier

Im Flachstück zwischen Cipressa und Poggio angekommen attackierte Wellens' Teamkollege Tony Gallopin, jedoch ebenfalls ohne größeren Effekt. Den Poggio-Anstieg fuhr dann lange Zeit Tom Dumoulin (Sunweb) an erster Position mit etwa einem Meter Abstand vor Kwiatkowskis Helfern.

Alaphilippe rundet Top-3 ab

Nach einem also bis dahin eher ereignislosen Rennen suchte Peter Sagan mit seiner überzeugenden Attacke die Vorentscheidung. Von den Top-Sprintern war bis dahin nur Mark Cavendish (Dimension) schon an der Cipressa zurückgefallen. Kwiatkowski und Alaphilippe brauchten bis zum Poggio-Gipfel, um Sagans Hinterrad zu erreichen.

Auf dem Weg zum Ziel leisteten Kwiatkowski und Alaphilippe nur jeweils eine minimale Ablösung. Das Verfolgerfeld musste sich erst organisieren, so dass zu den 11 Sekunden vorerst noch ein paar hinzukamen. So war das Spitzentrio mit dem entschlossenen Sagan in der Führung nicht mehr einzuholen.

Doch anstatt Sagan schnappte sich Kwiatkowski den Sieg bei Mailand-Sanremo, und zwar als erster Pole in der Geschichte dieses 110-jährigen Monuments. In der noch jungen Saison 2017 hatte der Weltmeister von 2014 bei den Strade Bianche seine Spitzenform aufgezeigt. Und bei Mailand-Sanremo war Kwiatkowski im Vorjahr zuerst über den Poggio und hielt sich - bei allerdings knapperen Vorsprung - bis 1,5 Kilometer vor dem Ziel als Solist an der Spitze. Und nun gelang ihm 2017 ein Sprintsieg über 2 auf dem Papier endschnellere Fahrer.

Der aktuelle Doppel-Weltmeister Sagan wartet hingegen auf seinen 2. Triumph bei einem Monument - nach der Flandern-Rundfahrt 2016. Kwiatkowski und Alaphilippe hatten bei einem Monument zuvor bisher nur einmal auf dem Podest gestanden, jeweils bei Lüttich-Bastogne-Lüttich: Kwiatkowski auf der 3, Alaphilippe auf der 2.

Sa 18. März 2017
Ergebnis der 108. Auflage Milano-Sanremo (291km)
1. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky 7:08:39
2. Peter Sagan (SVK) - Bora-Hansgrohe gl.Zeit
3. Julian Alaphilippe (BEL) - Quick Step Floors gl.Zeit
4. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha-Alpecin +0:05
5. Fernando Gaviria (COL) - Quick Step Floors
6. Arnaud Démare (FRA) - FDJ
7. John Degenkolb (GER) - Trek-Segafredo
8. Nacer Bouhanni (FRA) - Cofidis
9. Elia Viviani (ITA) - Sky
10. Caleb Ewan (AUS) - Orica-Scott
11. Magnus Cort (DEN) - Orica-Scott
12. Michael Matthews (AUS) - Sunweb
13. Sonny Colbrelli (ITA) - Bahrain-Merida
14. Daniele Bennati (ITA) - Movistar
15. Francesco Gavazzi (ITA) - Androni Giocattoli
16. Luka Mezgec (SLO) - Orica-Scott
17. Ben Swift (GBR) - UAE-Emirates
18. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Soudal
19. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data
20. Marco Canola (ITA) - Nippo-Vini Fantini
21. Greg van Avermaet (BEL) - BMC alle
22. Jos van Emden (NED) - LottoNL-Jumbo
23. Matti Breschel (DEN) - Astana
24. Alexej Luzenko (KAZ) - Astana
25. Oscar Gatto (ITA) - Astana
... gleiche
29. Philippe Gilbert (BEL) - Quick Step Floors
31. Filippo Pozzato (ITA) - Wilier-Selle Italia
36. Simon Gerrans (AUS) - Orica-Scott
45. Michael Albasini (SUI) - Orica-Scott
46. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal Zeit
65. Tom Boonen(BEL) - Quick Step Floors +1:35
69. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +2:25
83. Jürgen Roelandts (BEL) - Lotto Soudal +3:55
92. Ian Stannard (GBR) - Sky +3:55
- 200 Teilnehmer, davon 195 klassiert.

Vorschau

Für Mailand-Sanremo 2017 bleibt es beim 291 Kilometer langen Kurs mit Cipressa und Poggio in der Schlussphase. Vom Poggio-Kulminationspunkt sind es etwas mehr als 5 Kilometer bis zum Zielstrich auf der Via Roma in Sanremo, davon die Hälfte bergab.

Neben den 18 WorldTour-Teams dürfen Androni Giocattoli, Bardiani-CSF, Cofidis, Gazprom-Rusvelo, Nippo-Vini Fantini, Novo Nordisk und Wilier-Selle Italia teilnehmen. Diese 7 Teams erhielten Wildcards für Mailand-Sanremo 2017.

Die Top-Favoriten für die 108. Ausgabe der Classicissima sind bei den Buchmachern im Vorfeld Peter Sagan (Bora) und Fernando Gaviria (Quick Step), die sich im Vorjahr auf der Zielgeraden gegenseitig aus dem Geschäft nahmen. Dahinter werden den 3 letzten Sanremo-Siegern - Démare (FDJ), Degenkolb (Trek) und Kristoff (Katusha) - die größten Chancen zugerechnet. Bouhanni (Cofidis) und Cavendish (Dimension) sind Kandidaten für eine Massensprint, Matthews (Sunweb) und Hagen (Dimension Data) für größere Gruppen, van Avermaet (BMC) und Colbrelli (Bahrain) hingegen die am häufigsten genannten Fahrer für einen Sieg aus einer kleineren Gruppe, für welches Szenario allerdings von den zuvor Erwähnten auch mehere infrage kommen, allen voran Weltmeister Sagan.

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