Paris-Roubaix 2011

(FRA/WorldTour) - Siegerliste Paris-Roubaix

Überraschungscoup für Vansummeren
Beim 109. Paris-Roubaix erntete ein Wasserträger die Früchte seiner jahrelangen Arbeit mit einem Solo-Triumph: Johan Vansummeren (Garmin) konservierte als einziger Ausreißer seinen Vorsprung vorm Favoriten Fabian Cancellara (Leopard-Trek). Dem wurden wie bei der Flandern-Rundfahrt fehlende Teamunterstützung zum Verhängnis sowie Konkurrenten, die sich nur an seinem Hinterrad orientierten. Hinter Cancellara belegte den 3. Platz Maarten Tjallingii (Rabobank), wie Sieger Vansummeren ein Überraschungsmann. Gleiches gilt für die Fahrer auf Platz 4 und 5, Grégory Rast (RadioShack) und Lars Bak (HTC).

Paris-Roubaix fand 2011 bei bestem Frühlingswetter statt. 51,5 der insgesamt 258 Kilometer mussten auf groben Kopfsteinpflaster-Sektoren bewältigt werden. Nach dem Wald von Arenberg, der ersten Schlüsselstelle 86 Kilometer vor dem Ziel, machten sich etwa ein knappes Dutzend Fahrer, darunter Vansummeren, auf die Verfolgung einer frühen Spitzengruppe. Wenige Kilometer später war der Zusammeschluss vollzogen.

Cancellara wieder stark und isoliert
Dahinter warteten die Favoriten auf den zweiten von insgesamt drei 5-Sterne-Sektoren. Die 5 Sterne stehen für die höchste Schwierigkeit, was Länge und die lausige Beschaffenheit des Untergrunds angeht. In Mons-en-Pévèle also blies Fabian Cancellara zur Attacke, und nur Thor Hushovd (Garmin) und Alessandro Ballan (BMC) konnten noch folgen. Nach kurzer Tempoarbeit eines Hushovd-Helfers, der von vorne zurückfiel, übernahm wieder Cancellara. Als der dann die Führungsposition abgeben wollte, verweigerten Hushovd und Ballan, so dass der Rückstand zur Spitze wieder größer wurde, und von hinten wieder einige Fahrer heranrollten. Darunter befanden sich wieder zwei Garmin-Kollegen des Weltmeisters Hushovds, die nun wiederum die Führungsposition übernahmen.

Der Abstand zur Spitze sank aber nicht wirklich, so dass bereits 17 Kilometer vor dem Ziel, an der letzten Schlüsselstelle Carrefour de l'Arbre, eine weitere Tempoverschärfung Cancellaras für den Sieg nichts mehr brachte, zumal einige Fahrer dessen Hinterrad halten konnten. Vor diesem Sektor kristallisierte sich ein Quartett aus der Spitzengruppe heraus mit Vansummeren, Tjallingii, Bak und Rast. Die beiden letzteren verloren zuerst den Anschluss, dann musste auch Tjallingii abreißen lassen, und Vansummeren fuhr seinem größten Sieg entgegen. 4 Kilometer vor dem Ziel entledigte sich Cancellara mit einer weiteren Attacke endlich von seinen Konkurrenten - zu spät für den Sieg, noch rechtzeitig für Platz 2, da er Vansummerens Verfolger noch einholte.

Hushovd mit guter Teamtaktik oder ohne Courage?
Am Verhalten Hushovds schieden sich nach dem Rennen die Geister. Der Weltmeister war offenkundig neben Cancellara am stärksten, erreichte jedoch wegen seiner passiven Fahrweise nur den 8. Platz. Trotzdem hat Hushovd im Nachhinein betrachtet alles für sein Team richtig gemacht, da sein Teamkollege gewann - und Hushovd verhinderte, Cancellara mit nach vorn zu bringen. Im Regenbogentrikot gewonnen hätte Hushovd dennoch gerne, aber nur im Windschatten siegt man vielleicht bei einer WM, aber nicht bei Paris-Roubaix.

Einen Totalausfall erlebte das Team Quick Step. Deren Kapitän Tom Boonen hatte Defekt im Wald von Arenberg, stürzte bei der Aufholjagd und gab auf. Co-Kapitän Sylvain Chavanel war ebenso in Stürze verwickelt und fiel aussichtslos zurück. Eingeladen für Paris-Roubaix waren die 18 ProTour-Teams. Wildcards gingen an die französischen Rennställe Europcar, Cofidis, FDJ, Saur und Bretagne, das niederländische Team Skil sowie das deutsche Team NetApp, für das sich Timon Seubert in der frühen Spitzengruppe präsentierte. Seine deutschen Landsleute John Degenkolb (HTC) und André Greipel (Lotto) konnten sich später ebenfalls in diese Spitzengruppe vorkämpfen und belegten als beste Deutsche den 19. und 21. Platz.

Sonntag, 10. April 2011
Ergebnis der 109. Auflage Paris-Roubaix (258km)
1. Johan Vansummeren (BEL) - Garmin-Cervélo 6h07:28
2. Fabian Cancellara (SUI) - Leopard-Trek +0:19
3. Maarten Tjallingii (NED) - Rabobank gl.Zeit
4. Grégory Rast (SUI) - RadioShack gl.Zeit
5. Lars Ytting Bak (DEN) - HTC-Highroad +0:21
6. Alessandro Ballan (ITA) - BMC Racing +0:36
7. Bernhard Eisel (AUT) - HTC-Highroad +0:47
8. Thor Hushovd (NOR) - Garmin-Cervélo
9. Juan Antonio Flecha (ESP) - Sky Procycling
10. Mathew Hayman (AUS) - Sky Procycling
11. Frédéric Guesdon (FRA) - FDJ
12. Lars Boom (NED) - Rabobank
13. Björn Leukemans (ITA) - Vacansoleil-DCM alle
14. Jurgen Roelandts (BEL) - Omega Pharma-Lotto
15. Mitchell Docker (AUS) - Skil-Shimano gleiche
16. Damien Gaudin (FRA) - Europcar
17. Martin Elmiger (SUI) - AG2R La Mondiale Zeit
18. Tomas Vaitkus (LTU) - Astana
19. John Degenkolb (GER) - HTC-Highroad +2:10
20. Sep Vanmarcke (BEL) - Garmin-Cervélo gl.Zeit
21. André Greipel (GER) - Omega Pharma-Lotto +3:43
22. Baden Cooke (AUS) - Saxo Bank-Sungard alle
23. Gabriel Rasch (NOR) - Garmin-Cervélo gleiche
24. Manuel Quinziato (ITA) - BMC Racing Zeit
25. David Veilleux (CAN) - Europcar +3:45
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www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://www.letour.fr/indexPRX_fr.html/
    - Landkarte, Marschtabelle & Pavé-Abschnitte
Wetter am Wald von Arenberg
(provisorische) Startliste auf cyclingstartlists.com
Fotos des Vorjahres auf cyclingnews.com

Ergebnis des Vorjahres (Sieger Fabian Cancellara)
Ergebnis vor 2 Jahren (Sieger Tom Boonen)

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