Tour de Romandie 2016

(SUI/2.UWT) - Siegerliste Tour de Romandie

Et. Startort           Zielort             km   Etappensieger     Leader
0. La Chaux-de-Fonds La Chaux-de-Fonds 4* Ion Izagirre Ion Izagirre
1. Mathod Moudon 1011 Marcel Kittel Ion Izagirre
2. Moudon Morgins 174 Nairo Quintana Nairo Quintana
3. Sitten Sitten 15* Thibaut Pinot Nairo Quintana
4. Conthey Villars-sur-Ollon 173 Chris Froome Nairo Quintana
5. Ollon Genf 172 Michael Albasini Nairo Quintana
*) Einzelzeitfahren
1) Etappe verkürzt und Start verlegt wegen Schneefalls

Quintana mit überzeugendem Auftritt

Nairo Quintana (Movistar) holte den Gesamtsieg bei einer verregneten Tour de Romandie 2016 - am stärksten am Berg, sehr gut im Zeitfahren und souverän im gelben Führungstrikot. Das Podest vervollständigten nach 6 Renntagen Thibaut Pinot (FDJ) und Ion Izagirre (Movistar) knapp vor dem Vorjahressieger Ilnur Sakarin (Katusha). Hingegen spielte Christopher Froome (Sky) nach Gesamtsiegen vor 2 und 3 Jahren diesmal in der Gesamtwertung keine Rolle und verlegte sich hinterher auf Etappenjagd.

Die Tour de Romandie fand 2016 zum 70. Mal statt. Das Etappenrennen in der Westschweiz wird seit 1947 jährlich im Frühling ausgetragen. In der Startliste bei der Tour de Romandie 2016 standen 20 Teams: die 18 aus der WorldTour und per Wildcard Roth und Wanty.

Gastgeber des Prologs 2016 war die Uhrenstadt La-Chaux-de-Fonds. Der Prolog wurde als Einzelzeitfahren ausgetragen, inklusive Anstieg in der Mitte. Zum Glück blieb damit das Teamzeitfahren aus dem Vorjahr ein zunächst einmaliger Ausrutscher. Denn das weitere Einzelzeitfahren führte am 4. der 6 Renntage hüglig über 15 Kilometer rund um Sitten. Weitere entscheidende Bausteine fürs Gesamtklassement waren die 2. Etappe mit Bergankunft in Morgins und die schwierige Bergetappe am Vorschlusstag nach Villars-sur-Ollon. Am 1. Mai endete die Tour de Romandie 2016 dann in Genf. Das Rennen wich damit von seiner Tradition ab, sowohl mit einem Zeitfahren zu beginnen und zu enden.

Den 3,95-Kilometer-Prolog der Tour de Romandie 2016, Hügel und teilweise Schneeregen inklusive, bewältigte Ion Izagirre in 5:33 am schnellsten. Die nächstbesten Zeiten fuhren Tom Dumoulin (Giant) mit 6 Sekunden Abstand, Kwiatkowski und Thomas (beide Sky) mit je 7 und Gorka Izagirre mit 8. Einige Favoriten auf den Gesamtsieg waren bei noch schlechterem Wetter unterwegs. Während van Garderen (BMC) mit 11, Pinot mit 12 und Quintana mit 16 Sekunden den Rückstand in Grenzen hielten, büßte Chris Froome 26 Sekunden ein und jammerte lieber darüber, dass der Prolog nicht abgesagt wurde. Ilnur Sakarin verlor gar 30 Sekunden.

Die 1. Etappe endete mit einer Massenankunft. Michael Albasini (Orica) probierte es mit einem frühen Antritt 400 Meter vor dem Ziel. Marcel Kittel (Etixx) stieg kurz vor der 200-Meter-Marke hinterher und behauptete eine viertel Radlänge Vorsprung vor Niccolo Bonifazio, während Albasini den 3. Platz vor den nächsten Sprintern belegte. Die Etappe wurde wegen Schneefalls von 167 auf 100,5 Kilometer verkürzt und der Start von La Chaux-de-Fonds nach Mathod verlegt.

Am Schlussanstieg der 2. Etappe attackierte Nairo Quintana 7,5 Kilometer vor dem Ziel. Ilnur Sakarin schloss wenig später die Lücke, als wäre es nichts. Beide fuhren bis ins Ziel 26 Sekunden heraus, wobei Sakarin einen umkämpften Zielsprint für sich entschied und Quintana kurz vor der Linie eine Welle verpasste. Sakarin hätte auch ohne die Welle klar zuerst das Ziel erreicht, wurde aber dennoch - zurecht - auf den 2. Platz distanziert. Außerdem gab es wie bei allen Etappen mit Massenstart für die Top-3 im Ziel 10, 6 und 4 Sekunden Zeitgutschrift. Auf dem 3. Platz führte Rui Costa (Lampre) eine erste Verfolgergruppe an, in der ansonsten Uran (Cannondale), Pinot (FDJ), der bisherige Gesamtführende Ion Izagirre, Majka (Tinkoff), Frank (IAM), Rolland (Cannondale), Spilak (Katusha) und Mollema (Trek) saßen. Quintana übernahm das Gelbe Trikot 18 Sekunden vor Sakarin und 20 vor Izagirre. Chris Froome (Sky) hatte einen Vorderradschaden kurz vor den letzten beiden Bergen und kehrte nicht mehr in die Gruppe der Besten zurück.

Auf der 3. Etappe erlebte die erstaunliche Entwicklung von Thibaut Pinot in der Disziplin Zeitfahren einen vorläufigen Höhepunkt. Er gewann das 15,11 Kilometer lange Einzelzeitfahren in 20:21 Minuten mit 2 Sekunden vor Tom Dumoulin. Dass allerdings auch Bergfähigkeiten eine entscheidende Rolle spielten, bezeugte Nairo Quintanas 6. Platz nur 9 Sekunden hinter Pinot und zeitgleich mit Jungels (Etixx), Froome und Coppel (IAM). Auf den nächsten Plätzen verloren Sakarin und Ion Izagirre 17 und 18 Sekunden. Bei der Zwischenzeit auf dem höchsten Punkt der Strecke hatte Pinot noch 10 Sekunden vor Dumoulin gelegen - und Quintana auf dem 2. Platz 8 Sekunden hinter Pinot. In der Gesamtwertung reihte sich Pinot 23 Sekunden hinter Quintana ein und nur wenige Sekunden vor Sakarin und Izagirre. Unter einer Minute Rückstand blieb außerdem nur Dumoulin, während Mathias Frank den 6. Platz behielt mit 68 Sekunden Rückstand aufs Gelbe Trikot.

Die 4. Etappe gewann Chris Froome als Solist, nachdem er mit Tejay van Garderen bereits vor dem Schlussanstieg angegriffen und diesen mit knapp einer Minute Vorsprung unter die Räder genommen hatte. Während sich Froome im strömenden Regen um 4 Sekunden vor einer Verfolgergruppe behauptete, wurde van Garderen, den Froome 7,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte, noch eingeholt. Auf den 2. Platz sprintete Ion Izagirre vor Thibaut Pinot, Sakarin, Quintana, Costa, Mollema und Uran. Die nächsten Fahrer kamen 9 Sekunden nach Froome an. Izagirre verdrängte durch Bonussekunden Sakarin vom 3. Platz der Gesamtwertung.

Auf der 5. Etappe kam Michael Albasini noch zu seinem Tagessieg - aus einer am Ende 4-köpfigen Spitzengruppe vor Andrey Amador (Movistar) und Wilco Kelderman (LottoNL). Aus den Resten des Hauptfelds heraus stürmte Tom Bohli (BMC) auf der Zielgeraden an dem Quartett vorbei, nachdem es im Hauptfeld kurz vorm Ziel einen Sturz gegeben hatte. Doch Albasini sprintete mit Amador und Kelderman am Rad noch einmal vorbei, während Carlos Verona (Etixx) wie Bohli noch hinter die aufkommenden Bonifazio (Trek), Hofland (LottoNL), Sbaragli (Dimension Data) und Impey (Orica) zurückfiel. Der Albasini-Gruppe hatte ursprünglich auch Chris Froome angehört. Quintana kam, vom Sturz aufgehalten, verspätet ins Ziel, verlor aber wegen der 3-Kilometer-Sturz-Regel keine Zeit und feierte den Gesamtsieg.

Di 26. April bis So 1. Mai
Endklassement Tour de Romandie 2016
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 16:20:20
2. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +0:19
3. Ion Izagirre (ESP) - Movistar +0:23
4. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +0:26
5. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin +0:57
6. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +1:12
7. Simon Spilak (SLO) - Katusha +1:16
8. Mathias Frank (SUI) - IAM +1:16
9. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +1:24
10. Tejay van Garderen (USA) - BMC +1:27
11. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +1:32
12. Pierre-Roger Latour (FRA) - AG2R La Mondiale +2:24
13. Damiano Caruso (ITA) - BMC +2:33
14. Rafael Valls (ESP) - Lotto-Soudal +3:25
15. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale +3:29
16. Damien Howson (AUS) - Orica-Greenedge +4:21
17. Merhawi Kudus (ERI) - Dimension Data +5:13
18. Carlos Verona (ESP) - Etixx-Quick Step +5:25
19. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +5:25
20. Pawel Poljanski (POL) - Tinkoff +5:59
...
27. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +17:07
38. Christopher Froome (GBR) - Sky +21:12
60. Michael Albasini (SUI) - Orica-GreenEdge +35:36
71. Sander Armée (BEL) - Lotto-Soudal +41:55
- 160 Teilnehmer, davon 124 klassiert.
Punktewertung: Michael Albasini
Bergwertung: Sander Armée
Jungprofiwertung: Pierre-Roger Latour
Teamwertung: Movistar

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