Polen-Rundfahrt 2013

(POL/WorldTour) - Siegerliste Tour de Pologne

Et. Start            Ziel                  km   Etappensieger      Leader
1. Rovereto (ITA) Madonna (ITA) 183 Diego Ulissi Diego Ulissi
2. Marilleva (ITA) Passo Pordoi (ITA) 196 Christophe Riblon Rafal Majka
3. Krakau Rzeszów 226 Thor Hushovd Rafal Majka
4. Tarnów Kattowitz 231 Taylor Phinney Rafal Majka
5. Nowy Targ Zakopane 160 Thor Hushovd Ion Izagirre
6. Bukovina Terma Bukowina Tatrzanska 191 Darwin Atapuma Christophe Riblon
7. Wieliczka Krakau 31* Bradley Wiggins Pieter Weening
*) Einzelzeitfahren

Weening am Schlusstag zum Gesamtsieg
Pieter Weening (Orica) gewann die Polen-Rundfahrt 2013, die zur 70. Austragung in Italien startete. Nach Vorsortierung auf den ersten 6 Etappen entschied das abschließende Einzelzeitfahren unter den Klassementbesten über den Gesamtsieg. Weening sprang durch einen 6. Platz gegen die Uhr noch von 5 auf 1. Jon Izagirre (Euskaltel) hielt seinen 2. Platz. Christophe Riblon (AG2R) rettete im Gelben Trikot den verbleibenden Podestplatz.

Auf der 1. Etappe der Polen-Rundfahrt 2013 wurde im italienischen Madonna di Campiglio auf dem Schlusskilometer Weening (Orica) von einer 14-köpfigen Gruppe abgefangen. Den Sieg schnappte sich dann Ulissi (Lampre) deutlich im Sprint vor Atapuma (Colombia) und Majka (Saxo). Außerdem vorne dabei: Capecchi (Movistar), Basso (Cannondale), Pozzovivo (AG2R), Jon Izagirre (Euskaltel), Howes (Garmin), Hermans, Kiserlovski (beide RadioShack), Javier Moreno (Movistar), Chris Sörensen (Saxo), Henao (Sky) und Rebellin (CCC). Die nächsten Fahrer hatten bereits 53 Sekunden Rückstand.

Christophe Riblon (AG2R) bewältigte auf der 2. Etappe den Schlussanstieg zum Passo Pordoi aus einer 6-köpfigen Spitzengruppe am schnellsten. Der Alpe-d'Huez-Sieger verwies die Österreich Rohregger (RadioShack) und Preidler (Argos) mit etwas über eine Minute Vorsprung auf die Plätze. Aus dem Hauptfeld heraus waren Henao und Majka zuerst im Ziel, 1:35 Minuten hinter dem Tagessieger sowie 3 Sekunden vor Weening, 5 vor Sørensen, je 9 vor Izagirre und Pozzovivo, 12 vor Kiserlovski und 16 vor Capecchi. Riblon verlor am Passo Pordoi nur etwa eine Minute auf die Besten aus dem Hauptfeld. Er rückte im Gesamtklassement auf den 3. Platz vor - 6 Sekunden hinter Majka und 2 hinter Henao.

Nach dem Transfertag gewann Thor Hushovd (BMC) die 3. Etappe im Massensprint vor von Hoff (Garmin) und Renshaw (Belkin). Auf der 4. Etappe brachte Taylor Phinney (BMC) ein 7-Kilometer-Solo auf die Linie, nur wenige Radlängen vorm sprintenden Feld mit von Hoff und Hutarowitsch (AG2R) an der Spitze. Schon am Vortag hatte Phinney den Boden für seinen Teamkollegen Hushovd bereitet. Der Norwegische Meister schlug dann wieder am steigenden Schlusstück der 5. Etappe zu - im Massensprint vor Ladagnous (FDJ.fr) und Ratto (Cannondale). Jon Izagirre ergatterte durch einen 3. Platz in der Attraktivitätswertung (siehe unten) 10 Sekunden Gutschrift und damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

Die hüglige 6. Etappe sortierte das Feld. Atapuma für den Tagessieg und Riblon für das Gelbe Trikot konnten sich kurz vor Schluss von der ersten Gruppe absetzen, wobei Atapuma davor schon mit anderem Begleiter an der Spitze unterwegs war. Riblon fuhr 20 Sekunden auf die nächste Gruppe mit den Klassementbesten heraus und erarbeitete sich Vorsprünge zwischen 19 und 40 Sekunden auf die 8 nächsten Verfolger im Gesamtklassement vor dem abschließenden Zeitfahren, namentlich Izagirre (+19), Majka (+20), Henao (+24), Weening (+27), Pozzovivo (+33), Capecchi (+33), Kiserlovski (+36) und Basso (+40). Den 3. Platz der Etappe belegte indes König (Netapp).

Im Einzelzeitfahren der 7. Etappe regierte Bradley Wiggins (Sky) auf dem 37-Kilometer-Kurs - satte 56 Sekunden vor Fabian Cancellara (RadioShack) und 74 vor Phinney. Die Top-3 der Etappe hatten mit dem Gesamtklassement nichts mehr am Hut. Weening verlor 1:44 Minuten auf den Sieger und fuhr damit die schnellste Zeit der verbliebenen Kandidaten um den Gesamtsieg.

Start der Polen-Rundfahrt in Italien
Die einwöchige Polen-Rundfahrt wurde 2013 in Italien gestartet. Die ersten beiden Etappen verliefen im Trentino, mit Bergankünften in Madonna di Campiglio und auf dem Pordoipass. Dieser öffentlichkeitswirksame Irrsinn - Start einer Landesrundfahrt im teilweise über tausend Kilometer entfernten Ausland mit anschließend ebenso weitem Transfer - war bislang nur von den 3 großen Rundfahrten bekannt, wie beispielsweise bei der Tour de France in Irland, dem Giro d'Italia in Dänemark oder der Spanien-Rundfahrt in den Niederlanden. Die Polen-Rundfahrt war im Rennkalender für 2013 vom 27. Juli bis zum 3. August angesetzt. Das Rennen dauerte 2013 im Vergleich zu den Vorjahren also exakt den Tag länger, der für den Ruhetag (bzw. Transfertag) nach Polen draufging. Zweifellos konnte sich der Fernseh-Zuschauer bei entsprechendem Wetter auf 2 Tage vor traumhafter Bergkulisse im Trentino freuen, die Zuschauer vor Ort natürlich ebenso.

Dass die Spannung nicht schon nach den beiden italienischen Bergankünften dahin war, sollte ein abschließendes Einzelzeitfahren in Krakau sicherstellen. Ein Einzelzeitfahren gab es zuletzt 2005, als die Polen-Rundfahrt soeben auf ProTour-Niveau aufgestiegen war. Während der restlichen Polen-Rundfahrt 2013 wurde es selten flach: Die Etappen konzentrierten sich wie zuletzt bei der Rundfahrt auch auf Südpolen, immer in der Nähe oder im Schlagschatten der Hohen Tatra.

Indes blieb die parallele Austragung zur Tour de France im Vorjahr vorerst ein Ausweichmanöver vor den Olympischen Spielen, die sich 2012 mit dem seit 2009 gewählten Termin der Polen-Rundfahrt überschnitten. 2013 fand die Polen-Rundfahrt wieder eine Woche nach der Tour de France statt.

6-Mann-Teams und «Attraktivitätspreis» erstmals im Test
Wildcards für die Polen-Rundfahrt 2013 gingen an Netapp (Deutschland), Colombia (Kolumbien), CCC und eine polnische Nationalmannschaft (beide Polen). Der Weltverband UCI startete bei der Polen-Rundfahrt 2013 einen Versuchsballon: In der Startliste durften nur 6 Fahrer pro Team stehen anstatt der bei solchen Rennen üblichen 8. Dies machte es schwieriger, das Feld zu kontrollieren und begünstigte wohl Phinneys Sieg auf der 4. Etappe. Und außerdem neu als Testlauf: Jeden Tag gab es 30, 20 und 10 Bonusekunden (!) für einen sogenannten Attraktivitätspreis. Also eine Art Wertungsnoten im Radsport? Bitte nicht! Dieser wurde nicht - wie befürchtet - von einer Jury verteilt, sondern durch eine Punktewertung für alle Zwischenabnahmen des Tages (Berge & Sprints). Hinzu kamen die gewohnten 10, 6, 4 Sekunden Zeitgutschrift für die 3 Etappenbesten und 3, 2, 1 bei Zwischensprints.

Scherze über den Attraktivitätspreis seitens der TV-Kommentatoren lagen auf der Hand. Der Weltverband wollte eigentlich auch der Eneco Tour die beiden Neuerungen testweise auferlegen. Der Veranstalter des niederländisch-belgischen Rennens verweigerte dies jedoch anders als der Veranstalter der Polen-Rundfahrt.

Sa 27. Juli bis Fr 3. August
Endklassement Tour de Pologne 2013
1. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge 31h58:07
2. Jon Izaguirre (ESP) - Euskaltel-Euskadi +0:13
3. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale +0:16
4. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff +0:26
5. Sergio Henao (COL) - Sky +0:51
6. Eros Capecchi (ITA) - Movistar +0:51
7. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:14
8. Ivan Basso (ITA) - Cannondale +1:38
9. Tanel Kangert (EST) - Astana +2:35
10. Chris Anker Sørensen (DEN) - Saxo-Tinkoff +2:50
11. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard +2:56
12. Ben Hermans (BEL) - RadioShack-Leopard +2:57
13. Dominik Nerz (GER) - BMC +3:12
14. Ivan Santaromita (ITA) - BMC +3:25
15. Alex Howes (USA) - Garmin-Sharp +4:33
16. Kenny Elissonde (FRA) - FDJ.fr +5:44
17. Warren Barguil (FRA) - Argos-Shimano +6:04
18. Sergej Tshernetski (RUS) - Katusha +8:01
19. Wladimir Gussew (RUS) - Katusha +8:02
20. Darwin Atapuma (COL) - Colombia +10:10
...
29. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +27:08
30. Paul Voss (GER) - Netapp-Endura +28:14
33. Oliver Zaugg (SUI) - Saxo-Tinkoff +30:20
39. Tomasz Marczynski (POL) - Vacansoleil-DCM +38:02
46. Mathias Frank (SUI) - BMC +48:34
47. Rigoberto Uran (COL) - Sky +53:32
48. Bradley Wiggins (GBR) - Sky +54:05
53. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +1h02:54
66. Bartosz Huzarski (POL) - Netapp-Endura +1h13:22
68. Fabian Cancellara (SUI) - RadioShack-Leopard +1h15:07
89. Thor Hushovd (NOR) - BMC +1h41:26
- 137 Teilnehmer, davon 109 klassiert.
Sprintwertung: Bartosz Huzarski
Bergwertung: Tomasz Marczynski
Punktewertung: Rafal Majka
Teamwertung: RadioShack-Leopard

www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://tourdepologne.pl/
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(provisorische) Startliste auf procyclingstats.com
Fotos des Vorjahres auf cyclingnews.com

Etappenplan & Ergebnis des Vorjahres (Sieger Moreno Moser)
Etappenplan & Ergebnis vor 2 Jahren (Sieger Peter Sagan)

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