Paris-Nizza 2017

(FRA/2.UWT) - Siegerliste Paris-Nizza

Et. Startort               Zielort               km   Etappensieger       Leader
1. Bois-d'Arcy Bois-d'Arcy 149 Arnaud Démare Arnaud Démare
2. Rochefort-en-Yvelines Amilly 193 Sonny Colbrelli Arnaud Démare
3. Chablis Chalon-sur-Saône 190 Sam Bennett Arnaud Démare
4. Beaujeu Mont Brouilly 15* Julian Alaphilippe Julian Alaphilippe
5. Quincié-en-Beaujolais Bourg-de-Péage 200 André Greipel Julian Alaphilippe
6. Aubagne Fayence 192 Simon Yates Julian Alaphilippe
7. Nizza Col de la Couillole 177 Richie Porte Sergio Henao
8. Nizza Nizza 116 David de la Cruz Sergio Henao
*) Einzelzeitfahren

Contador nach 8-Tage-Drama 2 Sekunden hinter Henao

Sergio Henao (Sky) trug den Gesamtsieg bei Paris-Nizza 2017 davon. Das Rennen zur Sonne war aufregend vom ersten bis zum letzten der 8 Renntage. In einem Krimi nach Nizza behielt Henao nur 2 Sekunden seiner Gesamtführung, nachdem Alberto Contador (Trek) auf der Schlussetappe eine seiner typischen Konter-Offensiven gezündet hatte.

Zuvor fanden die ersten 3 Etappen von Paris-Nizza 2017 bei scheußlichem Wetter statt - mit Windstaffeln und ersten Vorentscheidungen um die Gesamtwertung. Ein Einzelzeitfahren sowie eine Etappe mit Massensprint zwischen den meisten Top-Sprintern der Welt stellten die Brücke dar zu den 3 abschließenden Bergetappen. Das Einzelzeitfahren mit Hügelankunft am 4. Tag war 14,5 Kilometer lang. Die 3 bergigen Etappen in der Provence bzw. den Seealpen schüttelten die Gesamtwertung nochmals durcheinander.

Hoch hinaus ging es auf der 7. Etappe, die mit der Bergankunft am Col de la Couillole auf 1.678 Metern endete. So hoch war man bei Paris-Nizza zuvor noch nie unterwegs. Die letzten 15,7 Kilometer zum Col de la Couillole stiegen recht gleichmäßig um durchschnittlich 7,1 %. Eingerahmt wurde diese Königsetappe mit jeweils bergigen Achterbahnfahrten auf der 6. und 8. Etappe. 

Die 1. Etappe geriet zu einem der für Paris-Nizza berüchtigten Windkantenrennen, garniert mit Regen. Schon rund 100 Kilometer vor dem Ziel zerfiel das Peloton in etliche Gruppen. Die erste 26-köpfige Gruppe umfasste die meisten Sprinter, die zweite etwas kleinere Gruppe die Klassementfavoriten Porte (BMC) und Contador. Im welligen Finale zersplitterten auch diese Gruppen. Arnaud Démare (FDJ) konnte als einziger Fahrer eine Attacke von Julian Alaphilippe (Quick Step) zurückholen, die kurz vor dem Schlusskilometer stattfand. Im Sprint ließ sich Démare beinahe von Alaphilippe an der Bande einklemmen, schlüpfte dann aber doch noch zum Sieg durch.

Die Teams der beiden Tagesbesten waren am prominentesten in der Top-Gruppe vertreten: Haller, Kristoff (beide Katusha), Ion Izagirre, Bole (beide Bahrain), Gallopin, Greipel, van der Sande, Wallays (alle Lotto), Daniel Martin, Alaphilippe, Bauer, Gilbert, Kittel, Lampaert (alle Quick Step), Gorka Izagirre (Movistar), Sergio Henao, Rowe (beide Sky),  Démare, Cimolai, Guarnieri, Le Gac, Molard, Sarreau (alle FDJ), Lemoine, Coquard und Tulik (Direct Energie) schafften den Schnitt und holten das frühe Spitzenquartett mit Chavanel (Direct Enerige), Koren (Cannondale), Hardy (Cofidis) und Smukulis (Delko) ein. Von den vorn vertretenen Klassementfahrern holten Tony Gallopin, Martin, Henao und eventuell auch Alaphilippe wertvolle Zeit heraus. Von den Sprintern fielen Coquard, Kittel und nach demonstrativer Tempoarbeit auch Greipel noch vor Alaphilippes Attacke zurück.

9 Sekunden hinter Démare und Alaphilippe sprintete Kristoff auf den 3. Platz vor Gilbert. 47 Sekunden hinter dem Sieger erreichte eine Gruppe mit Porte, Bardet (AG2R) und Sakarin (Katusha) das Ziel. Contador verlor noch 17 Sekunden mehr. Hinzu kamen 10, 6 und 4 Sekunden Bonifikation, die es bei Paris-Nizza 2017 außer beim Zeitfahren auf jeder Etappe im Ziel für die Top-3 gab - später auch noch von Bedeutung als Zünglein an der Waage zwischen Henao und Contador. Bardet wurde nach der 1. Etappe disqualifiziert, weil er sich nach einem Sturz vom Teamwagen wieder in die Verfolgergruppe ziehen ließ. [Klassement]

Auf der 2. Etappe brach die Hölle noch eher los. Windstaffeln, Regen, Kälte, Defekte, leere Beine: Die weit vestreuten Grüppchen wechselten ständig in ihrer Zusammensetzung. Auch Contador und Porte gerieten wieder ins Hintertreffen. Contador rettete sich schließlich doch noch ins am Ende 71 Fahrer zählende erste Feld, während Porte hingegen über 14 Minuten verlor.

Den Etappensieg holte Sonny Colbrelli (Bahrain), der in einem langen Sprint John Degenolb (Trek) um eine halbe Vorderradlänge abwehrte. Auf dem 3. Platz verteidigte Démare die Gesamtführung. [Klassement]

Die 3. Etappe verlief dann bis zum Massensprint in vergleichsweise geordneten Bahnen. Es siegte Sam Bennett (Bora), der von Alexander Kristoffs Hinterrad kam und damit aufs richtige Pferd setzte. Denn daneben verhungerte in der Straßenmitte Kittel mit Greipel am Hinterrad, während auf der anderen Seite Degenkolb für den 3. Platz hinter Kristoff und vor Greipel vorbeisprintete. [Klassement]

Das 14,5 Kilometer lange Einzelzeitfahren mit Schlusspunkt am Mont Brouilly entschied Julian Alaphilippe für sich. Er unterbot  auf der 4. Etappe Alberto Contadors Bestmarke um 19 Sekunden. Zuvor waren Tony Gallopin und Gorka Izagirre eine Sekunde langsamer als Contador - bei erneut nasskalten Bedingungen. Henao war auf dem 8. Platz 48 Sekunden langsamer als Alaphilippe. [Klassement]

Erstmals etwas besseres Wetter bei Paris-Nizza 2017 gab es auf der 5. Etappe. André Greipel überholte im Massensprint Arnaud Démare und Dylan Groenewegen (LottoNL) deutlich um mehr als eine Radlänge. [Klassement]

Die 6. Etappe war ein Ausscheidungsfahren in den Hügeln zwischen Alpen und westlicher Côte d'Azur. Aus der Gruppe der Besten attackierte Simon Yates (Orica) innerhalb der letzten 20 Kilometer und fuhr zwischenzeitlich 45 Sekunden Vorsprung heraus. Im kurzen Schlussanstieg kam Sergio Henao (Sky) auf 19 Sekunden heran und Richie Porte auf 26. Auf dem 4. Platz mit 29 Sekunden Rückstand auf Yates verteidigte Alaphilippe das Gelbe Trikot. Bei Alaphilippe war sein Teamkollege Martin. Gallopin, Izagirre, Sakarin und Contador überquerten in einer Gruppe 3 Sekunden hinter Alaphilippe den Zielstrich. [Klassement]

Auf der 15,7 Kilometer langen Bergankunft der 7. Etappe ließ Alaphilippe schon sehr früh abreißen. Vor allem Pantano (Trek) hielt das Tempo bis zu den letzten 5 Kilometern hoch, so dass nur noch Contador, Henao, Martin, Fuglsang, Ion Izagirre und Porte übrig blieben. Porte attackierte mehrmals. Sein Antritt gut 3 Kilometer vor dem Ziel saß, und er gewann als Solist mit 21 Sekunden Vorsprung vor Contador. Dieser wurde Henao erst recht spät los, brachte am Ende aber doch noch 11 Sekunden zwischen sich und Henao, der noch knapp von Martin überholt wurde. Auf dem 5. Platz war Ion Izagirre 55 Sekunden hinter der Siegerzeit.

Die Gesamtführung übernahm Henao mit einer halben Minute vor Contador und einer Sekunden mehr vor Martin. Dahinter reihten sich Gorka Izagirre, Alaphilippe und Sakarin ein. Alaphilippe belegte auf der Etappe den 14. Platz mit 2:40 Minuten Rückstand. Auf dem Schlusskilometer säumten Schneereste die Straße. [Klassement]

In einer hochdramatischen 8. Etappe schickte sich Contador an, die Gesamtwertung noch einmal umzubiegen. Aber wie im Vorjahr scheiterte er knapp und wurde für seine unterhaltsame Fahrweise nicht mit dem Gesamtsieg belohnt. 52 Kilometer vor dem Ziel begann Contador seine Offensive an der Côte de Peille und fuhr zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung heraus. Aber von den Resten einer größeren Spitzengruppe erhielt er etwas weniger Unerstützung als Henao im Verfolgerfeld. De la Cruz (Quick Step) und Soler (Movistar) lauerten gegen Contador auf den Etappensieg, den letztlich David de la Cruz vor Contador holte. Colbrelli führte die 17-köpfige Gruppe um Henao 21 Sekunden hinter de la Cruz und Contador ins Ziel. [Klassement]

Während Paris-Nizza 2017 begann wie gewohnt auch Tirreno-Adriatico, eine ähnlich gelagerte Fernfahrt auf WorldTour-Niveau. Geraint Thomas (Sky), der Contador im Vorjahr bei Paris-Nizza um 4 Sekunden geschlagen hatte, bevorzugte diesmal das parallel laufende Rennen in Italien. Für Thomas' bzw. Henaos Team war es der 5. Sieg bei Paris-Nizza innerhalb von 6 Jahren.

So 5. bis So 12. März
Endklassement Paris-Nice 2017
1. Sergio Henao (COL) - Sky 29:50:29
2. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo +0:02
3. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors +0:30
4. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +1:00
5. Julian Alaphilippe (FRA) - Quick Step Floors +1:22
6. Ilnur Sakarin (Rus) - Katusha-Alpecin +1:34
7. Ion Izagirre (ESP) - Bahrain-Merida +1:41
8. Warren Barguil (FRA) - Sunweb +4:07
9. Simon Yates (GBR) - Orica-Scott +4:39
10. Tony Gallopin (FRA) - Lotto Soudal +9:14
11. Richie Porte (AUS) - BMC +14:26
12. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +18:07
13. Philippe Gilbert (BEL) - Quick Step Floors +19:33
14. Sam Oomen (NED) - Sunweb +20:08
15. Romain Hardy (FRA) - Fortuneo-Vital Concept +20:25
16. Rudy Molard (FRA) - FDJ +20:53
17. Jarlinson Pantano (COL) - Trek-Segafredo +25:07
18. Nicolas Roche (IRL) - BMC +30:49
19. Oliver Naesen (BEL) - AG2R La Mondiale +31:55
20. Mauro Finetto (ITA) - Delko-Marseille +33:25
...
22. Mathias Frank (SUI) - AG2R La Mondiale +35:14
23. David de la Cruz (ESP) - Quick Step Floors +36:07
24. Marc Soler (ESP) - Movistar +36:23
26. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe +41:14
58. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal +1:06:56
- 176 Teilnehmer, davon 128 klassiert.

Wildcards für Paris-Nizza 2017 erhielten alle 4 französischen Zweitdivisionäre, also Cofidis, Direct Energie, Fortuneo und Delko.

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