Paris-Nizza 2016

(FRA/2.UWT) - Siegerliste Paris-Nizza

Et. Startort            Zielort                km   Etappensieger     Leader
0. Conflans-Sainte-H. Conflans-Ste-Honorine 6* Michael Matthews Michael Matthews
1. Condé-sur-Vesgre Vendôme 195 Arnaud Démare Michael Matthews
2. Contres Commentry 214 Michael Matthews Michael Matthews
3. Cusset Mont Brouilly 166 --- abgebrochen wg. Schneefalls ---
4. Juliénas Romans-sur-Isère 194 Nacer Bouhanni Michael Matthews
5. St-Paul-3-Châteaux Salon-de-Provence 198 Alexej Luzenko Michael Matthews
6. Nizza La Mandone d'Utelle 177 Ilnur Sakarin Geraint Thomas
7. Nizza Nizza 141 Tim Wellens Geraint Thomas
*) Einzelzeitfahren

Thomas knapp vor einem Contador im Attackenmodus

Geraint Thomas (Sky) gewann die Fernfahrt Paris-Nizza 2016. Der 29-jährige Waliser musste sich auf der abschließenden 7. Etappe gegen ein Attackenfeuerwerk von Alberto Contador (Tinkoff) behaupten, konnte das Gelbe Trikot aber um 4 Sekunden behalten. Im Zuge der Attacken von Contador verdrängte Richie Porte (BMC) am letzten Tag noch Ilnur Sakarin (Katusha) vom 3. Platz der Gesamtwertung. Am Ende fehlte Contador ein besserer Prolog bzw. die wegen Schneefalls abgebrochene 3. Etappe, bei dessen steiler Hügelankunft er vielleicht ein paar Sekunden gegen Thomas herausgeholt hätte.

Die Fernfahrt Paris-Nizza beinhaltete 2016 eine veritable Bergankunft auf der vorletzten Etappe sowie weitere topographisch schwierige Etappen jeweils am Tag davor und danach. Die Weichen wurden bei dem 8-tägigen Etappenrennen im 6,1-Kilometer-Prolog und den etwas windigen folgenden Flachetappen gelegt, wobei die 1. Etappe 2 Schotterabschnitte enthielt. Die 3. Etappe hätte mit einer Hügelankunft enden sollen, versank dann aber im Schneechaos.

Den 6,1-Kilometer-Prolog fuhr Michael Matthews (Orica) in 7:39 Minuten am schnellsten. Der 25-jährige Australier feierte bei seinem späten Saisoneinstieg einen Start nach Maß. Weniger als eine Sekunde langsamer war Tom Dumoulin (Giant). Den 3. Platz belegte mit 2 Sekunden Rückstand Patrick Bévin (Cannondale). Je 6 Sekunden zurück waren auf den nächsten Plätzen José Herrada und Ion Izagirre (beide Movistar). Von den gestarteten Paris-Nizza-Gesamtsiegern vergangener Jahre belegte Porte den 11. Platz mit 10 Sekunden Rückstand, Contador den 27. Platz mit 16 und Luis Leon Sanchez (Astana) den 64. Platz mit 27. Geraint Thomas hingegen verlor nur 7 Sekunden auf Matthews. [Klassement]

Die 1. Etappe gewann Arnaud Démare (FDJ) in einem unorganisierten Massensprint vor Ben Swift (Sky), der mit einem frühen Antritt zunächst eine deutliche Lücke gerissen hatte. Den 3. Platz belegte im Démares Sog Nacer Bouhanni (Cofidis). Der Gesamtführende Michael Matthews kam auf den 5. Platz. Er festigte das Gelbe Trikot unterwegs mit 2 Sekunden Gutschrift bei einem Zwischensprint. Die steigenden Abschnitte auf Naturstraßen in Zielnähe sorgten dafür, dass die Kleidung der Fahrer ordentlich verdreckte und rund zwei Drittel des Teilnehmerfeldes aus dem Hauptfeld zurückfielen, so auch Greipel (Lotto) und Kittel (Etixx). Eine Schlussattacke 2 Kilometer vor dem Ziel von Edward Theuns (Trek) wurde erst an der 200-Meter-Marke vereitelt. [Klassement]

Auf der 2. Etappe sprinteten Bouhanni, Matthews und Niccolo Bonifazio (Trek) eine Lücke zu den nächsten Fahrern des Hauptfeldes heraus. Bouhanni nahm den Sprint von vorne auf, drängte dann aber den aufkommenden Matthews in die Bande. Beide konnten sich nur artistisch auf dem Rad halten. Bouhanni überquerte die Ziellinie zuerst, wurde dann aber von der Jury auf den 3. Platz hinter Matthews und Bonifazio distanziert. [Klassement]

Die 3. Etappe mit Hügelankunft im Beaujolais wurde wegen Schneefalls zunächst unter- und schließlich abgebrochen. Die letzten ernsthaften Schneekapriolen bei Paris-Nizza hatte es 2005 und 2004 gegeben, wobei 2005 alle Etappen wenigstens in verkürzter Form durchgezogen wurden.

Auf der 4. Etappe von Paris-Nizza 2016 zerfiel das Peloton wegen Wind, Anstiegen und Stürzen zwischenzeitlich in mehrere Teile. Doch am Ende lief für eine Entscheidung im Massensprint fast alles wieder zusammen. Diesmal passierte Bouhanni regelkonform zuerst die Ziellinie vor Edward Theuns (Trek). Von weit hinten kamen Greipel (Lotto) und Kristoff (Katusha) zu spät auf, belegten so die Plätze 3 und 4 vor Michael Matthews. Ein Trio mit Sylvain Chavanel (Direct Energie), Sep Vanmarcke (LottoNL) und Delio Fernandez (Delko), das sich im letzten Renndrittel an die Spitze gesetzt hatte, wurde erst auf dem Schlusskilometer gestellt. [Klassement]

Die 5. Etappe gewann Alexej Luzenko (Astana) als Solist. 21 Sekunden dahinter sprintete Alexander Kristoff aus dem Hauptfeld auf den 2. Platz vor Michael Matthews. Luzenko erreichte 17 Kilometer vor dem Ziel Antoine Duchesne (Direct Energie), der als einziger aus der frühen Spitzengruppe übrig geblieben war. Luzenko ließ nur kurz nach dem Zusammenschluss Duchesne stehen und verpasste das Gelbe Trikot von Matthews um nur 6 Sekunden.[Klassement]

Den Schlussanstieg der 6. Etappe ging Aberto Contadors Team in Front an. Als letzter Helfer schleppte Majka seinen Kapitän bis knapp 6 Kilometer vor dem Ziel. Als Contador dann attackierte, konnten nur Thomas, Sergio Henao (beide Sky) und Porte parieren. Außerdem schlossen noch Sakarin und später Simon Yates (Orica) auf. Im Sprint setzte sich letzlich Ilnur Sakarin vor Geraint Thomas durch, eine Sekunde vor Contador, 7 vor Porte, 10 vor Henao und 20 vor Yates. Die nächste Gruppe um Rui Costa (Lampre) und Tom Dumoulin (Giant) kam 31 Sekunden hinter Sakarin und Thomas ins Ziel. Aus der 6. Etappe ging Thomas im Gelben Trikot hervor mit 15 Sekunden Vorsprung vor Contador, 20 vor Sakarin, 21 vor Porte und 32 vor Dumoulin. Der bis dahin Gesamtführende Matthews hatte in den Bergen erwartungsgemäß nichts mehr zu melden. [Klassement]

Auf der abschließenden und ultra-spannenden 7. Etappe zermürbte Alberto Contador den Mann im Gelben Trikot mit einer Attackensalve ab etwa 50 Kilometer vor dem Ziel. Am vorletzten Berg fuhr er der Gruppe um Geraint Thomas fast um eine Minute davon und auf der Abfahrt auf seine Teamkollegen Kiserlovski und Trofimow auf. Diese erste Offensive konnten Thomas' Helfer noch gerade rechtzeitig bis zum Fuße des Col d'Èze entschärfen.

An diesem letzten Berg saß die x-te Attacke Contadors: Nur Porte zog mit und Thomas fiel aus der Verfolgergruppe zurück, wurde allerdings unterstützt von seinem letzten Helfer Henao. Contador und Porte fuhren zu Tim Wellens (Lotto) vor, der als letzter Fahrer aus einer großen Spitzengruppe übrig geblieben war, der einst auch Kiserlovski und Trofimow angehörten. Im Flachstück zum Mittelmeer bekam Thomas jedoch die zweite Luft, schloss mit Henao zur einer größeren Verfolgergruppe wieder auf und kam auch fast noch an das Spitzentrio heran. Aus diesem sprintete Wellens zum Tagessieg. Contador brachten auch die 6 Sekunden Zeitgutschrift für den 2. Platz vor Porte nichts mehr, weil die Gruppe um Thomas nur 5 Sekunden hinter dem Trio das Ziel erreichte. Thomas war mit 15 Sekunden Vorsprung auf Contador in die 7. Etappe gegangen. [Klassement]

So 6. bis So 13. März
Endklassement Paris-Nice 2016
1. Geraint Thomas (GBR) - Sky 27:26:40
2. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff +0:04
3. Richie Porte (AUS) - BMC +0:12
4. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +0:20
5. Ion Izagirre (ESP) - Movistar +0:37
6. Sergio Henao (COL) - Sky +0:44
7. Simon Yates (GBR) - Orica-Greenedge +0:44
8. Tony Gallopin (FRA) - Lotto Soudal +0:51
9. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +1:00
10. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +1:07
11. Arnold Jeannesson (FRA) - Cofidis +1:09
12. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin +1:53
13. Wilco Kelderman (NED) - LottoNl-Jumbo +2:33
14. Tim Wellens (BEL) - Lotto Soudal +3:21
15. Lieuwe Westra (NED) - Astana +3:53
16. Lawson Craddock (USA) - Cannondale +4:03
17. Luis Leon Sanchez (ESP) - Astana +4:07
18. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale +4:26
19. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +5:00
20. David de la Cruz (ESP) - Etixx-Quick Step +5:12
...
21. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +7:38
23. Simon Geschke (GER) - Giant-Alpecin +9:56
31. Simon Spilak (SLO) - Katusha +14:26
50. Antoine Duchesne (CAN) - Direct Energie +27:35
53. Michael Matthews (AUS) - Orica-Greenedge +30:38
- 175 Teilnehmer, davon 131 klassiert.
Punktewertung: Michael Matthews
Bergwertung: Antoine Duchesne
Teamwertung: Movistar

Bei den Wildcards spielte der Veranstalter für Paris-Nizza 2016 komplett das französische Blatt und lud zusätzlich zu den 18 WorldTour-Teams ein: Cofidis, Delko-Marseille, Direct Energie und Fortuneo-Vital Concept.

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