Paris-Nizza 2014

(FRA/WorldTour) - Siegerliste von Paris-Nizza

Et. Start              Ziel                     km   Etappensieger      Leader
1. Mantes-la-Jolie Mantes-la-Jolie 162 Nacer Bouhanni Nacer Bouhanni
2. Rambouillet St-Georges-sur-Baulche 205 Moreno Hofland Nacer Bouhanni
3. Toucy Magny-Cours 180 John Degenkolb John Degenkolb
4. Nevers Belleville 202 Tom Jelte Slagter Geraint Thomas
5. Crêches-sur-Saône Rive-de-Gier 153 Carlos Betancur Geraint Thomas
6. Saint-Saturnin Fayence 222 Carlos Betancur Carlos Betancur
7. Mougins Biot Sophia Antipolis 196 Tom Jelte Slagter Carlos Betancur
8. Nizza Nizza 128 Arthur Vichot Carlos Betancur

Betancur zum Gesamtsieg vor dem Weltmeister
Den Gesamtsieg bei Paris-Nizza 2014 holte Carlos Betancur (AG2R) inklusive 2 Tageserfolgen. Auf den 2. Platz kam Weltmeister Rui Costa (Lampre) mit 14 Sekunden Rückstand. Den 3. Platz entschied sich im Sprint um den Tagessieg am Schlusstag zwischen Arthur Vichot (FDJ.fr) und José Joaquin Rojas (Movistar) - zugunsten von Vichot. Betancurs erster Schachzug in Richtung Gesamtsieg war die Schlussoffensive mit Jungels (Trek) und Fuglsang (Astana) auf der 5. von 8 Etappen. Einen Tag später übernahm er das Gelbe Trikot durch einen weiteren Etappensieg von Geraint Thomas (Sky), der wiederum einen Tag später durch einen Sturz außer Gefecht gesetzt wurde.

Wie im Vorjahr gewann Nacer Bouhanni (FDJ.fr) die 1. Etappe von Paris-Nizza. Mit einer Radlänge Rückstand belegte John Degenkolb (Giant) den 2. Platz vor Meersman (Omega), von dessen Hinterrad Bouhanni zum Sieg sprintete. Meersman holte unterwegs 5 Bonussekunden, so dass er sich im Gesamtklassement nur eine Sekunde hinter Bouhanni einreihte. Bei Paris-Nizza 2014 gab es für die Top-3 des Tages 10, 6, 4 Sekunden, bei den je 2 Massensprints 3, 2, 1 Sekunden Gutschrift. Das Hauptfeld zerbrach durch Stürze in letztlich 2 Teile. Von den hoch gewetteten Klassementfahrern verloren so Bardet (AG2R), Voeckler (Europcar) und Gerrans (Orica) 1:09 Minuten. Van Garderen (BMC) stieg mit Magenproblemen aus. [Klassement]

Im Massensprint der 2. Etappe hatte Moreno Hofland (Belkin) mit einer knappen halben Radlänge die Nase vor Degenkolb, der erneut den 2. Platz belegte. Bouhanni sicherte mit dem 3. Platz das Gelbe Trikot. Das Trio hatte in dieser Reihenfolge den Sprint angefahren, und es kam zu keiner Überholung mehr. Der amitionierte Gianni Meersman zog nach den Zwischensprints virtuell im Gesamtklassement um eine Sekunde an Bouhanni vorbei. Doch innerhalb der letzten 10 Kilometer stürzte Meersman. In einer grenzwertigen Aufholjagd im Windschatten seines Teamfahrzeuges fand er kurz vor dem Ziel Anschluss an den Ende des Pelotons, bei dem jedoch wegen Lücken ab dem 16. Platz Sekundenabstände notiert wurden. So ließ Slagter (Garmin) beispielsweise 7 Sekunden liegen. [Klassement]

Auf der 3. Etappe von Paris-Nizza 2014 setzte sich endlich John Degenkolb durch. Er schlug Matthew Goss (Orica) und José Joaquin Rojas (Movistar) im Massensprint, der auf der Motorsport-Strecke von Magny-Cours ausgetragen wurde. Nacer Bouhanni blieb auf dem 7. Platz stecken und verlor damit das Gelbe Trikot an Degenkolb. [Klassement]

Die 4. Etappe gewann Tom Jelte Slagter vor Geraint Thomas (Sky). Dieses Duo hatte sich in der Schlussphase einen kleinen Vorsprung erarbeitet, als das Peloton an den letzten Hügeln der Etappe auseinanderfiel. Knapp 15 Kilometer vor dem Ziel attackiert Slagter am laut Veranstalter angeblich bis zu 25 % steilen Mont Brouilly und ging mit leichtem Vorsprung vor dem nachsetzenden Thomas über die Kuppe. Die erste größere Verfolgergruppe hatte dort kaum nennenswert Rückstand. Doch das Spitzenduo harmonierte gut und behauptete am Ende 5 Sekunden gegen 27 Mann. In der nächsten Gruppe kämfte Degenkolb vergeblich um Anschluss und verlor das Gelbe Trikot 18 Sekunden hinter dem Spitzenduo um 3 Sekunden an Thomas. [Klassement]

Einer 3er-Gruppe machte die 5. Etappe unter sich aus. Carlos Betancur sprintete locker zum Sieg gegen Bob Jungels (Trek) und Jakob Fuglsang (Astana). Das Trio nutzte die Bergabpassage hinter der letzten Bergwertung, als sich das Peloton noch sammelte, dies rund 10 Kilometer vor dem Ziel. Nur 2 Sekunden zu spät führte Coquard (Europcar) das Hauptfeld an. Betancur rückte im Gesamtklassement vor auf den 4. Platz hinter Thomas, Degenkolb und Slagter mit 5 Sekunden Rückstand aufs Gelbe Trikot. [Klassement]

Bei der kleinen Bergankunf der 6. Etappe sprintete Betancur den Weltmeister Rui Costa (Lampre) nieder und nahm Thomas das Gelbe Trikot ab. Thomas kam zeitgleich mit Zdenek Stybar (Omega) und Arthur Vichot (FDJ.fr) 3 Sekunden hinter Betancur auf den 4. Platz. Costa und Stybar verbesserten sich in die Top-4 des Gesamtklassements, aus denen Degenkolb und Slagter deutlich rausfielen. Betancur nahm 8 Sekunden Vorsprung gegenüber Thomas mit, 18 gegenüber Costa und 22 gegenüber Stybar. Rojas (Movistar) behauptete seinen 5. Gesamtplatz. [Klassement]

Den steigenden Sprint der 7. Etappe von Paris-Nizza 2014 gewann in einem kleinen ersten Feld Tom Jelte Slagter vor Rui Costa, Carlos Betancur und José Joaquin Rojas. Geraint Thomas stürzte 5 Kilometer vor dem Ziel in die Leitplanke. Dadurch rückten Costa, Stybar und Rojas um je einen Platz im Gesamtklassement auf, Costa mit 14 Rückstand Sekunden auf den nach wie vor führenden Betancur. [Klassement]

Die abschließende 8. Etappe ging im Sprint einer größeren Gruppe an Arthur Vichot - vor Rojas und Cyril Gautier (Europcar). Über den Col d'Éze hinweg hatten Frank Schleck (Trek) und Simon Spilak (Katusha) attackiert. Stybar hingegen verlor den Anschluss. Spilak war mit 39 Sekunden Rückstand noch fürs Gesamtklassement zu beachten. Deswegen waren die zwischenzeitlich 20 Sekunden Vorsprung des Duos nach intensiver Verfolgungsarbeit zum Schlusskilometer getilgt. Schleck trat nochmals an, wurde aber innerhalb der letzten 100 Meter gestellt. In einen Sturz auf der Zielgeraden war Weltmeister Costa verwickelt, der aber trotzdem seinen 2. Platz im Gesamtklassement hinter Betancur hielt. Durch den Sieg und die Bonussekunden rückte Vichot anstatt Rojas auf den verwaiste 3. Platz des zurückgefallenen Stybar.

Unberechenbare Strecke
Kein Zeitfahren, keine Bergankunft - Paris-Nizza 2014 besann sich auf die Jahre zurück, in denen die Fernfahrt im Sekundenkampf unter den Klassikerjägern ausgemacht wurde. Der Trend geht hier also weg von den kleinen «großen» Rundfahrten zu dieser recht frühen Saisonphase: In letzter Zeit bliesen sich die Rennen selbst auf z.B. mit Ankünften an Skistationen im März.

So stach bei Paris-Nizza 2014 der Mont Brouilly auf der 4. Etappe heraus, ein 3 Kilometer langer und angeblich bis zu 25 % steiler Anstieg kurz vor dem Zielort Belleville. Die Etappen danach wiesen alle ein teilweise hügliges Profil auf. An den ersten 3 Tagen waren Massensprints zu erwarten - oder Windstaffeln, vor allem am 2. Tag. In der Gesamtwertung spielten auch Zeitbonifikationen eine mitentscheidende Rolle.

Die diesmal nur 3 Wildcards für Paris-Nizza 2014 erhielten die Teams Bretagne, Cofidis und IAM. Vorjahressieger Richie Porte (Sky) entschied sich kurzfristig für einen Start bei der parallelen Fernfahrt Tirreno-Adriatico. Dafür startete Vincenzo Nibali (Astana), Tirreno-Sieger der beiden vergangenen Jahre, diesmal bei Paris-Nizza. Abgesehen von ein paar Attacken kam nichts Zählbares für den Giro-Sieger heraus.

Gesamtsieger Betancur fuhr das Rennen laut eigenem Teamchef und auch sichtbar mit leichtem Übergewicht. Im Vorlauf zu Paris-Nizza gewann er bereits die Tour du Haut Var. 2013 legte der 24-jährige Kolumbianer ein starkes Frühjahr hin, mit beispielsweise einem 3. Platz beim Flèche Wallonne, einem 4. Platz bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und einem 5. Platz im Endklassement des Giro d'Italia. Attraktiv für die Zuschauer, manchmal schlecht für seine eigenen Resultate: Betancur kann seine Angriffslust häufig kaum zügeln, so dass er manchmal zu früh zur Attacke bläst. Bei Paris-Nizza 2014 war diese Fahrweise jedoch genau richtig.

So 9. bis So 16. März
Endklassement Paris-Nice 2014
1. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale 35h11:45
2. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +0:14
3. Arthur Vichot (FRA) - FDJ.fr +0:20
4. José Joaquin Rojas (ESP) - Movistar +0:21
5. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +0:29
6. Cyril Gautier (FRA) - Europcar +0:31
7. Stefan Denifl (AUT) - IAM Cycling +0:35
8. Simon Spilak (SLO) - Katusha +0:38
9. Peter Velits (SVK) - BMC +0:39
10. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Belisol +0:41
11. Sébast. Reichenbach (SUI) - IAM +0:46
12. Gorka Izaguirre (ESP) - Movistar +0:50
13. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +1:05
14. Damiano Caruso (ITA) - Cannondale +1:12
15. Zdenek Stybar (CZE) - Omega-Quick Step +1:33
16. Tom Jelte Slagter (NED) - Garmin-Sharp +1:37
17. Jan Bakelants (BEL) - Omega-Quick Step +1:57
18. Bob Jungels (LUX) - Trek +2:05
19. Jon Izaguirre (ESP) - Movistar +2:06
20. Eduardo Sepulveda (ARG) - Bretagne-Séché +2:09
...
21. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +2:17
71. John Degenkolb (GER) - Giant-Shimano +42:52
85. Pim Ligthart (NED) - Lotto-Belisol +50:45
- 167 Teilnehmer, davon 124 klassiert.
Punktewertung: John Degenkolb
Bergwertung: Pim Ligthart
Jungprofiwertung: Carlos Betancur
Teamwertung: Movistar

www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://www.letour.fr/indexPNC_us.html
    - Landkarten, Zeittabellen & Profile: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8
(provisorische) Startliste auf procyclingstats.com
Fotos des Vorjahres auf cyclingnews.com

Etappenplan & Ergebnis des Vorjahres (Sieger Porte)
Etappenplan & Ergebnis vor 2 Jahren (Sieger Wiggins)

Radsport-Seite.de, Homepage / Termine/Result. / Radsport-Termine 2014 / Paris-Nizza 2014