Lüttich-Bastogne-Lüttich 2017

(BEL/1.UWT) - Siegerliste Lüttich-Bastogne-Lüttich

Valverde nicht zu schlagen

Selbstverständlich gewann Alejandro Valverde (Movistar) auch Lüttich-Bastogne-Lüttich 2017, nachdem er 4 Tage zuvor schon den Wallonischen Pfeil überlegen für sich entschieden hatte. Es war Valverdes 4. Sieg beim ältesten Monument und das 3. Double in den wallonischen Ardennen - und das 2 Tage vor seinem 37. Geburtstag. Die Podestplätze neben ihm belegten Daniel Martin (Quick Step) und Michal Kwiatkowski (Sky).

Im steigenden Schlussstück von Ans attackierte Daniel Martin rund 800 Meter vor dem Ziel aus einer rund 30-köpfigen Gruppe und überholte den zuvor entwischten Davide Formolo (Cannondale). Die entstandene Lücke stopfte Valverde gerade rechtzeitig vor der 200-Meter-Marke. Hinter der letzten Linkskurve beschleunigte Valverde und brachte sofort mehrere Radlängen zwischen sich und Martin. Um den 3. Platz hatte Michael Matthews (Sunweb) knapp das Nachsehen hinter Kwiatkowski.

Fokus auf Steigung zum Ziel in Ans

Lüttich-Bastogne-Lüttich fand 2017 in Abwesenheit des Vorjahressiegers Wout Poels (Sky) und der Rue Naniot statt. Der späte Kopfsteinpflasterabschnitt wurde erst im Vorjahr neu in die Strecke aufgenommen, und dort fiel die Vorentscheidung zugunsten einer Gruppe um Poels. Ein Jahr später konzentrierten sich die Favoriten wieder auf die 2 mäßig steigenden Schlusskilometer im Lütticher Vorort Ans. Die vorherigen Anstiege konnten das Rennen etwas beleben, aber nicht entscheiden. Sie dienten der Selektion, wer mit den 4 favorisierten Fahrern um die Plätze hinter ihnen fahren konnte.

Die Spitzengruppe des Tages bildeten Tiago Machado (Katusha), Anthony Perez, Stéphane Rossetto (beide Cofidis), Mekseb Debesay (Dimension Data), Bart de Clercq (Lotto), Nick van der Lijke (Roompot), Fabien Grellier (Direct Energie) und Aaron Gate (Aqua Blue). Die 8 Ausreißer hatten über 11 Minuten Vorsprung, als noch 100 der insgesamt 258 Rennkilometer heruntergezählt werden mussten. In den Hügeln der Ardennen konnte Debesay dann das Tempo seiner 7 Fluchtgefährten nicht mehr halten.

Attacken vor Redoute und am Falkenfelsen verpufft

Aus dem Hauptfeld heraus konnte sich vor La Redoute eine Verfolgergruppe etablieren, allerdings nur bis zum Gipfel dieses bekanntesten Antsieg von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Denn oben wurden Latour (AG2R), Fraile, Haas (beide Dimension Data), Benedetti (Bora), Brambilla (Quick Step), de Marchi (BMC) und Betancur (Movistar) wieder vom Hauptfeld gestellt. Aus der Spitzengruppe setzte sich das unbeschriebene Blatt Anthony Perez ab, während Gate zurückfiel.

Am Falkenfelsen setzte Rossetto seinem Teamkollegen nach und holte ihn an der Kuppe ein. Machado machte sich auf die Verfolgung. De Clerq, van der Lijke und Grellier hatten dem nichts zu entgegnen. Dem Hauptfeld fühlte Sergio Henao (Sky) mit einer Attacke auf den Zahn. Damiano Caruso (BMC) und Tom Dumoulin (Sunweb) folgten ihm. Roman Kreuziger (Orica) holte das Trio zurück und konterte im Anstieg sowie oben auf dem Plateau hinter dem Bergpreis.

Aus einem weiteren Konter von Alexis Vuillermoz (AG2R) entstand eine Gruppe mit Patrick Konrad (Bora), Davide Villella, Michael Woods (beide Cannondale), Tim Wellens (Lotto), Sam Ooomen (Sunweb), Caruso und Kreuziger. Die Helfer der späteren Top-3 organisierten die Nachführarbeit im Verfolgerfeld. Kurz vor dem Zusammenschluss begann Wellens ein Solo. Machado und Perez waren da schon längst eingeholt, nur noch Rossetto vorn. Wellens erreichte Rossetto einen Kilometer nach seinem Angriff - und somit 9 Kilometer vor dem Ziel.

Formolo bäumt sich als Letzter gegen Favoriten auf

Im letzten bezeichneten Anstieg an der Côte de Saint-Nicolas war es für Rossetto endgültig vorbei. Auch Wellens musste seine Ambitionen begraben, als ihn Woods aus dem Hauptfeld heraus passierte. Woods wiederum wurde von Sergio Henao und dem Vorjahreszweiten Michael Albasini (Orica) überholt. Zunächst gingen Ion Izagirre (Bahrain), Bardet, Majka (Bora), Valverde, Martin und Formolo hinterher. Formolo begann nun 5,5 Kilometer vor dem Ziel sein Solo, das erst auf dem Schlusskilometer sein Ende fand.

Die Verfolgergruppe füllte sich ordentlich auf. Im reinen Sprint wäre jetzt Matthews nicht zu schlagen gewesen. Das wusste auch Daniel Martin, der zudem gegen Valverde direkt keine Chance gehabt hätte. Martins Vorstoß - vorbei an Formolo - zwang Valverde, das Heft auf den letzten 400 Metern selbst in die Hand zu nehmen.

Valverde widmete den Sieg Michele Scarponi. Der Italiener war einen Tag zuvor bei einem Trainingsunfall im Alter von 37 Jahren ums Leben gekommen. Der Start von Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo Scarponi einige Top-Ten-Resultate erreichte, stand 2017 somit im Zeichen der Trauer um Scarponi, dessen Astana-Teamkollegen an der Startlinie bei der Gedenkminute geschlossen in der ersten Reihe standen.

So 23. April 2017
Ergebnis der 103. Auflage Liège-Bastogne-Liège (258,0km)
1. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar -:--:--
2. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors gl.Zeit
3. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky +0:03
4. Michael Matthews (AUS) - Sunweb
5. Ion Izagirre (ITA) - Bahrain-Merida alle
6. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale gleiche
7. Michael Albasini (SUI) - Orica-Scott Zeit
8. Adam Yates (GBR) - Orica-Scott +0:07
9. Michael Woods (CAN) - Cannondale-Drapac alle
10. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe
11. Greg van Avermaet (BEL) - BMC
12. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale gleiche
13. Sergio Henao (COL) - Sky
14. Rui Costa (POR) - UAE-Emirates
15. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana Zeit
16. Fabio Felline (ITA) - Trek-Segafredo +0:14
17. Rudy Molard (FRA) - FDJ
18. Julien Simon (FRA) - Cofidis alle
19. Jelle Vanendert (BEL) - Lotto-Soudal
20. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe
21. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale-Drapac gleiche
22. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb
23. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Drapac
24. Dylan Teuns (BEL) - BMC Zeit
25. Omar Fraile (ESP) - Dimension Data +0:28
...

Wildcards für Lüttich-Bastogne-Lüttich 2017 verteilte der Tour-de-France-Veranstalter ASO an: Aqua Blue, Cofidis, Direct Energie, Roompot, Sport Vlaanderen, Wanty und WB Veranclassic.

Strecke

Im Profil von Lüttich-Bastogne-Lüttich 2017 fehlt die Rue Naniot, der erst im Vorjahr neu aufgenommene Kopfsteinpflasteranstieg nur 2,5 Kilometer vor dem Ziel. Damit rücken die Anstiege Redoute, Roche-aux-Faucons und Saint-Nicolas wieder 1,5 Kilometer näher an die Ziellinie, die nach steigendem Schlusskilometer im Lütticher Vorort Ans erreicht wird.

Zudem werden die längeren Anstiege Wanne und Haute-Lévée durch 3 kürzere Anstiege ersetzt, die zwar schnell aufeinander folgen, aber weiter vom nächsten Anstieg (Col du Rosier, längster Anstieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich) entfernt sind.

Anstiege Lüttich-Bastogne 2017

km-

Zeit

Länge

1.

Côte de La Roche en Ardenne

188

12:10

2,8 km

6,2 %

2.

Côte de Saint-Roch

142

13:14

1,0 km

11,2 %

3.

Côte de Pont

90

14:37

1,0km

10,5 %

4.

Côte de Bellevaux

86

14:43

1,1km

6,8 %

5.

Côte de la Ferme Libert

78

14:55

1,2km

12,1 %

6.

Col du Rosier

60

15:22

4,4 km

5,9 %

7.

Col du Maquisard

47

15:41

2,0 km

5,0 %

8.

Côte de La Redoute

36

15:59

2,0 km

8,9 %

9.

Côte de La Roche-aux-Faucons

19

16:23

1,3 km

11,0 %

10.

Côte de Saint-Nicolas

6

16:44

1,2 km

8,6 %

Zielankunft in Ans bei Kilometer 258: ca. 16:52 Uhr

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