Katalonien-Rundfahrt 2017

(ESP/2.UWT) - Siegerliste Katalonien-Rundfahrt

Et. Startort         Zielort               km   Etappensieger       Leader
1. Calella Calella 179 Davide Cimolai Davide Cimolai
2. Banyoles Banyoles 412 BMC3 Ben Hermans3
3. Mataró La Molina (Alp) 188 Alejandro Valverde Tejay van Garderen
4. La Seu d'Urgeil Igualada 1344 Nacer Bouhanni Tejay van Garderen
5. Valls Lo Port (Tortosa) 182 Alejandro Valverde Alejandro Valverde
6. Tortosa Reus 190 Daryl Impey Alejandro Valverde
7. Barcelona Barcelona 139 Alejandro Valverde Alejandro Valverde
2) Teamzeitfahren
3) zunächst Sieger Movistar und Leader Rojas, dann Leader Valverde, s. unten
4) wegen Schneefalls vom Startort Llívia verlegt und um 60 Kilometer verkürzt

Valverde dominiert trotz Minutestrafe

Alejandro Valverde (Movistar) dominierte mit seinem Team die Katalonien-Rundfahrt 2017. Der 36-jährige Spanier ließ sich auch nicht davon beirren, dass sein Team im langen Teamzeitfahren am 2. Tag der 7-tägigen Rundfahrt nach einigem Hickhack den Sieg aberkannt bekam und dazu kollektiv mit einer Minute Zeitstrafe belegt wurde.

In den Bergen schlug Valverde zurück und ließ Christopher Froome (Sky) und Alberto Contador (Trek) hinter sich. Froome verschenkte seinen Podestplatz auf der vorletzten Etappe, als er mit seinem gesamten Team weit abgehängt wurde. Als Nutznießer stieg Valverdes Teamkollege Marc Soler aufs somit rein spanische Podest neben Valverde und Contador.

Die Katalonien-Rundfahrt 2017 erhielt einen deutlich anderen Charakter als in den Jahren zuvor. Denn auf der 2. von 7 Etappen stand ein 41,3 Kilometer langes Teamzeitfahren auf dem Programm, das dem Gesamtklassement seinen gehörigen Stempel aufdrückte. Das letzte Mal hatte es 2010 bei der Katalonien-Rundfahrt ein Zeitfahren gegeben, allerdings nur in Form eines kurzen Prologs. Als Bergankünfte standen 2017 La Molina und Lo Port im Etappenplan. Eine Rolle spielten aber auch die 10, 6 und 4 Sekunden Zeitgutschrift für die Top-3 im Ziel.

Die 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt 2017 gewann Davide Cimolai (FDJ) im Massensprint. Mit dem Tigersprung überflügelte er Nacer Bouhanni (Cofidis) auf den letzten Zentimetern. Kristian Sbaragli (Dimension Data) belegte den 3. Platz, André Greipel (Lotto) den 5. Platz.

Das Teamzeitfahren der 2. Etappe öffnete mit seinen 41,3 Kilometern Länge wie erwartet weite Lücken in der Gesamtwertung. Movistar brachte es fertig, den derzeit erfolgreichste Teamzeitfahr-Rennstall, BMC, um 2 Sekunden zu schlagen. Sky auf dem 3. Platz verlor hingegen schon 46 Sekunden, dann Trek 75 Sekunden. Die Kapitäne der Mannschaften Quick Step, AG2R oder Bora gerieten beispielsweise schon völlig aus dem Geschäft, weil ihre Teams auf den Plätzen 10,11 und 12 über 2 Minuten verloren.

Das Trikot für die Gesamtführung erhielt zunächst Rojas, der aber später eine Zeitstrafe wegen Anschiebens von Teamkollegen bekam. Von einer Kollektivstrafe für sämtliche Teammitglieder sah die Jury zunächst ab, so dass stattdessen Valverde der Gesamtführende war. Über Nacht überlegte es sich die Jury anders, und brummte der kompletten Mannschaft eine Minute Zeitstrafe auf. Eines steht jedoch in Stein gemeißelt: Diese Disziplin hat in Etappenplänen von mehrtägigen Rennen einfach nichts zu suchen!

Valverde antworte auf der 3. Etappe, in dem er eine Art langen Massensprint an der Bergankunft von La Molina gegen Daniel Martin (Quick Step) für sich entschied. Den 3. Platz belegte Adam Yates (Orica), der gemeinsam mit Bardet (AG2R), Sakarin (Katusha), Thomas (Sky), Contador (Trek) und van Garderen (BMC) 3 Sekunden Rückstand auf Valverde und Martin notiert bekam. In einem nächsten Paket verlor Froome (Sky) 8 Sekunden.

Auf der 4. Etappe überstanden Bouhanni und Cimolai den letzten Anstieg im Hauptfeld. Diesmal sprintete Bouhanni auf der Zielgeraden an Cimolai vorbei, aber ungefährdet mit mehr als einer Radlänge. Auf den 3. Platz fuhr Daryl Impey (Orica). Über den letzten Anstieg hinweg bildete sich eine Gruppe mit Valverde, dessen Helfer Soler sowie Gaudu (FDJ) und Froome (Sky). Das Quartett wurde nach der Abfahrt wieder eingeholt.

Die Bergankunft der 5. Etappe entschied Valverde für sich - 13 Sekunden vor Froome und Contador! Innerhalb der letzten 4 Kilometer fiel Tejay van Garderen aus der Gruppe der besten Klassementfahrer fast 2 Minuten zurück. Alberto Contador blies zur Attacke. Doch Valverde war dabei, dazu Froome und streckenweise auch Adam Yates. Hinzu kam Valverdes Teamkollege Marc Soler, der dann das Tempo bis etwa einen Kilometer vor dem Ziel bestimmte. Valverde konterte einen Vorstoß von Contador und zog bis zur Linie durch. Froome fing Contador wieder ein. Den 4. Platz erreichte Soler mit 25 Sekunden Rückstand auf seinen Kapitän, gefolgt von Yates mit 32, Daniel Martin mit 46 und David Gaudu mit 58 Sekunden.

Die 6. Etappe gewann Daryl Impey im Sprint eines ersten Feldes mit einer halben Radlänge vor Alejandro Valverde. Den 3. Platz belegte Arthur Vichot. Erst auf den letzten 100 Metern wurden Alessandro de Marchi (BMC) und Dario Cataldo (Astana) eingeholt. Beide hatten sich erst in der Schlussphase abgesetzt. Chris Froome verlor in einem abgehängten Feld über 26 Minuten, weil er und sein gesamtes Team in einer frühen Abfahrt die Offensive eines rund 50-köpfigen Vorderfeldes verschliefen. Betroffen aus den bisherigen Top-Ten der Gesamtwertung waren auch Thomas und Sanchez.

Auf der 7. Etappe zeigten sich die Spitzenfahrer, darunter auch Froome, mit Attacken auf dem hügligen Schlussrundkurs von Barcelona. Doch es war erneut Valverde, der auf den letzten 2 Kilometern Daniel Martin folgte und sich dann auf Zielgeraden gegen das heransprintende Verfolgerfeld behauptete. Jarlinson Pantano (Trek), Vichot und Rafal Majka (Bora) gingen noch an Martin vorbei.

Mo 20. bis So 26. März
Endklassement Volta Ciclista a Catalunya 2017
1. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 25:27:15
2. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo +1:03
3. Marc Soler (ESP) - Movistar +1:16
4. Adam Yates (AUS) - Orica-Scott +1:31
5. Tejay van Garderen (USA) - BMC +1:34
6. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors +2:29
7. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +2:56
8. Carlos Verona (ESP) - ORICA-Scott +3:00
9. George Bennett (NZL) - LottoNL-Jumbo +3:01
10. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +3:05
11. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +3:33
12. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Drapac +5:14
13. Darwin Atapuma (COL) - UAE Emirates +5:39
14. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +7:57
15. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +12:41
16. Laurens ten Dam (NED) - Sunweb +13:01
17. Tsgabu Grmay (ETH) - Bahrain-Merida +13:01
18. Felix Großschartner (AUT) - CCC-Sprandi +13:39
19. Jesper Hansen (DEN) - Astana +14:18
20. Hugh Carthy (GBR) - Cannondale-Drapac +18:04
...
30. Christopher Froome (GBR) - Sky +28:19
33. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +31:32
34. Geraint Thomas (GBR) - Sky +32:25
38. David Gaudu (FRA) - FDJ +35:07
- 200 Teilnehmer, davon 107 klassiert.

Was die Wildcards angeht, wurde bei der Katalonien-Rundfahrt 2017 wieder das volle Kontingent ausgeschöpft: Caja Rural, CCC, Cofidis, Manzana Postobon, Roompot, Soul Brasil und Wanty erhielten Einladungen neben den 18 WorldTour-Teams. Das macht insgesamt 25 Teams und 200 teilnehmende Fahrer.

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