Katalonien-Rundfahrt 2016

(ESP/2.UWT) - Siegerliste Katalonien-Rundfahrt

Et. Startort        Zielort           km   Etappensieger      Leader
1. Calella Calella 176 Nacer Bouhanni Nacer Bouhanni
2. Mataró Olot 179 Nacer Bouhanni Nacer Bouhanni
3. Girono La Molina 172 Daniel Martin Daniel Martin
4. Bagà Port Ainé 172 Thomas de Gendt Nairo Quintana
5. Rialp Valls 187 Wout Poels Nairo Quintana
6. S. Joan Despi Vilanova/Geltru 197 Davide Cimolai Nairo Quintana
7. Barcelona Barcelona 136 Alexej Zatewitsch Nairo Quintana

Quintana 7 Sekunden vor Contador

Dritter kolumbianischer Gesamtsieg in der über 100-jährigen Geschichte der Katalonien-Rundfahrt: Nairo Quintana (Movistar) gewann die 96. Ausgabe 7 Sekunden vor Alberto Contador (Tinkoff). Das Podest komplettierte Daniel Martin (Etixx) zeitgleich mit Richie Porte (BMC), der sich nach dem Gesamtsieg im Vorjahr nun mit dem 4. Platz zufrieden geben musste.

Neben den tatsächlichen Zeitabständen bei den beiden Bergankünften spielten Zeitgutschriften im Ziel und sogar bei Zwischensprints eine entscheidende Rolle zwischen den Top-Klassementfahrern! So sammelte Daniel Martin am Schlusstag eine weitere Bonussekunde und zog mit Porte gleich. Über die Platzierung im Endklassement entschied die Summe der Rangzahlen aller 7 Etappen - zugunsten von Martin.

Die Veranstalter gingen bei der Katalonien-Rundfahrt 2016 mal wieder aufs Ganze. Ende März standen 2 Bergankünfte auf knapp 2.000 Metern im Etappenplan: La Molina und Port Ainé. Diesmal war das Wagnis ein voller Erfolg: Nur Schneereste säumten die ansonsten freien Straßen, aber die Skipisten der hohen Etappenorte in den Pyrenäen waren noch weiß.

Die 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt 2016 wurde zum Duell zweier unglücklich Geschlagener von Mailand-Sanremo 2 Tage zuvor: Nacer Bouhanni (Cofidis) fuhr sich seinen Frust über den 4. Platz und die durchgerutschte Kette von der Seele und setzte sich um mehr als eine Radlänge durch vor Ben Swift (Sky), der also wieder den 2. Platz belegte. Als Dritter überquerte Daryl Impey (Orica) die Ziellinie.

Auch die 2. Etappe ging klar an Bouhanni. Diesmal ließ er Gianni Meersman (Etixx) und Philippe Gilbert (BMC) deutlich hinter sich. Bouhanni reiste nach dieser Ausbeute ab, ohne mit dem Führungstrikot in die nächste Etappe zu starten. Als offizieller Grund wurden Bauchschmerzen genannt. Möglicherweise hatte Bouhanni aber auch schon das Tagesrennen Gent-Wevelgem im Kopf, das sich mit dem letzten Tag der Katalonien-Rundfahrt - wie die letzten Jahre auch - überschnitt.

Auf der 3. Etappe mit Bergankunft von La Molina wagte sich keiner der Favoriten auf den Gesamtsieg so richtig aus der Reserve. Aus einem noch großen ersten Feld begannen die Attacken der namhaften Fahrer erst auf dem Schlusskilometer. Der explosivste Antritt kam von Daniel Martin und wurde mit dem Tagessieg belohnt - 2 Sekunden vor Alberto Contador, Romain Bardet (AG2R) und Tejay van Garderen (BMC). Die nächsten Fahrer fielen auf dem kurzen Stück schon 9 und mehr Sekunden zurück, so Porte auf dem 5. und Quintana (Movistar) auf dem 6. Platz oder mit 12 Sekunden Rückstand Froome (Sky) auf dem 8. Platz. Auch wichtig angesichts der knappen Abstände: Für die Top-3 im Ziel gab es 10, 6 und 4 Sekunden Zeitgutschrift.

Die 4. Etappe war die Königsetappe mit ihrer Bergankunft am Port Ainé. Von den Klassementfahrern attackierten van Garderen und Porte im Schlussaufstieg abwechselnd. Alberto Contador parierte und außerdem blieb nur Nairo Quintana dran. Dann distanzierten Contador und Quintana durch ihre Konter die beiden BMC-Teamkollegen, bis schließlich Quintana durch eine weitere Verschärfung Contador abhängte. Auf der Linie hatte Quintana 15 Sekunden herausgefahren auf Porte und Contador und 28 vor van Garderen. Den Etappensieg holte Thomas de Gendt (Lotto) über eine Minute vor Quintana. De Gendt stammte aus der frühen Spitzengruppe des Tages und hatte sich ein erbittertes Duell geliefert mit Pieter Weening (Roompot), der dann noch auf den 6. Platz zurückfiel, sich aber noch knapp vor Sakarin (Katusha), Froome, Bardet und Dan Martin hielt. Quintana bekam außerdem 6 Sekunden Bonifikation, Porte 4.

Wout Poels (Sky) gewann die 5. Etappe als Solist. Er setzte sich 14 Kilometer vor dem Ziel aus einer 7-köpfigen Spitzengruppe ab, die keine Gefahr für den Gesamtführenden Nairo Quintana war. 11 Sekunden hinter Poels sprintete Cataldo (Astana) auf den 2. Platz vor Gaëtan Bille (Wanty) und Konstantin Siwtsow (Dimension Data). Außerdem rettete sich Carlos Verona (Etixx) vorm ausgedünnten Hauptfeld ins Ziel, das 33 Sekunden hinter Poels von Gerrans (Orica) über die Linie geführt wurde. Contador holte bei einem Zwischensprint eine Bonussekunde und vekürzte den Rückstand zu Quintana in der Gesamtwertung auf 8 Sekunden. Den Zwischensprint gewann Daniel Martin für 3 Bonussekunden.

Die 6. Etappe ging im Massensprint an Davide Cimolai (Lampre). Deutlich geschlagen gegeben mussten sich auf den Plätzen Nikias Arndt (Giant) und Tosh van der Sande (Lotto). Aus der 11-köpfigen Spitzengruppe des Tages wurden die letzten 4 Ausreißer - Meyer (Dimension Data), Vakoc (Etixx), Lindeman (LottoNL) und Molard (Cofidis) - erst auf der Zielgeraden eingeholt. Petr Vakoc belegte sogar noch den 6. Platz. Wie am Vortag verbuchte Dan Martin 3 Sekunden bei einem Zwischensprint rückte auf eine Sekunde an den Podestplatz von Porte heran.

Auf der 7. Etappe wehrte Nairo Quintana (Movistar) alle Attacken seiner Gegner - so die von Contador, Froome und van Garderen - am Montjuic-Rundkurs in Barcelona souverän ab. Den Etappensieg machte ein Duo unter sich aus, das aus der frühen Spitzengruppe des Tages stammte. Alexej Zatewitsch (Katusha) übersprintete auf der abschüssigen Zielgeraden Primoz Roglic (LottoNL). Den 3. Platz belegte Pantano (IAM) zeitgleich in einer Gruppe mit allen Klassementbesten, in der sich die entstandenen Lücken kurz vor dem Ziel schlossen. Daniel Martin hatte unterwegs beim Zwischensprint eine weitere Bonussekunde ergattert.

Mo 21. bis So 27. März
Endklassement Volta Ciclista a Catalunya 2016
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 30:15:19
2. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff +0:07
3. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +0:17
4. Richie Porte (AUS) - BMC +0:17
5. Tejay van Garderen (USA) - BMC +0:27
6. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +0:31
7. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +0:42
8. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:46
9. Hugh Carthy (GBR) - Caja Rural-Seguros RGA +1:01
10. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale +1:16
11. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +1:22
12. Mikel Nieve (ESP) - Sky +1:33
13. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +1:39
14. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:41
15. Davide Formolo (ITA) - Cannondale +1:45
16. Jarlinson Pantano (COL) - IAM +1:52
17. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:53
18. Michael Woods (CAN) - Cannondale +1:56
19. Tanel Kangert (EST) - Astana +2:06
20. Louis Vervaeke (BEL) - Lotto-Soudal +2:12
...

Caja Rural, CCC, Cofidis, Roompot, Roth, Verva und Wanty waren die 7 Wildcard-Teams der Katalonien-Rundfahrt 2016 - für ein Etappenrennen eine stolze Anzahl. So standen inklusive der 18 WorldTour-Teams 25 Formationen am Start und 200 Fahrer.

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