E3 Harelbeke 2016

(BEL/1.UWT) - Siegerliste E3-Preis

Kwiatkowski zieht Sagan im Zielsprint ab!

Die letzten beiden Straßen-Weltmeister machten am Karfreitag den E3-Preis Harelbeke 2016 unter sich aus: Michal Kwiatkowski (Sky) hatte dann auf der Zielgeraden überraschend keine Probleme, Peter Sagan (Tinkoff), seinen Nachfolger im Regenbogentrikot, im Zweiersprint um Längen zu schlagen. Aus der hochkarätigen Verfolgergruppe setzte sich kurz vor Schluss Ian Stannard (Sky) für den 3. Platz ab.

Kwiatkowski attackierte knapp 32 Kilometer vor dem Ziel  an der Karnemelkbeekstraat, dem vorletzten von 15 bezeichneten Anstiegen. Nur Sagan ritt diese Attacke aus einer zu diesem Zeitpunkt 15-köpfigen Spitzengruppe mit. Matteo Trentin (Etixx) kam hingegen nicht mehr ganz zum Duo hin.

Cancellara mit Aufholjagd nach Defektpech

Fabian Cancellara (Trek) war wohl noch zu müde von einer über 30 Kilometer langen Aufholjagd. Er war 67 Kilometer vor dem Ziel durch einen Schaltungsdefekt fast aussichtslos zurückgeworfen worden und hatte erst einen Kilometer vor Kwiatkowskis entscheidender Attacke den Weg zurück an die Spitze gefunden.

2016 beinhaltete das hochklassige Eintagesrennen E3 Harelbeke 15 «Hellingen» und damit 2 weniger als im Vorjahr, behielt aber in der Schlussphase die letzten 5 Anstiege und deren Reihenfolge mit dem Tiegemberg als letztem Hindernis knapp 20 Kilometer vor dem Ziel bei. Mitfavorit Greg van Avermaet (BMC) sagte seinen Start krankheitsbedingt kurzfristig ab.

Heiße Phase startete am Taaienberg

Die frühe Spitzengruppe bei E3 Harelbeke 2016 bestand aus Denz (AG2R), Wippert (Cannondale), Hollenstein (IAM), Thomson (Dimension Data), de Backer (Giant), Demoitie (Wanty), Hurel (Direct Energie) und van Ginneken (Roompot). Im Hauptfeld wurde die heiße Phase bereits 73 Kilometer vor dem Ziel eingeläutet, als sich Roelandts, Benoot (beide Lotto), Boonen, Terpstra, Stybar, Trentin (alle Etixx), Oss (BMC), Vanmarcke (LottoNL), Boom (Astana) und Cancellara am Taaienberg absetzten konnten.

Sagan fehlte in dieser Auslese ebenso wie Kwiatkowski. Beide wurden jedoch von Kwiatkowskis Helfern schnell wieder an die entwischten Top-Fahrer herangeführt. Fast unmittelbar vor diesem Zusammenschluss geschah Cancellaras fataler Defekt und die Einholung der frühen Spitzengruppe.

Cancellara erst resigniert, dann trotzig

Es verstrichen Minuten, bis der zunächst resiginiert wirkende Cancellara ein Ersatzrad bekam. Dann stürmte er durch die Wagenkolonne und abgehängte Fahrer vor zum zweiten Feld, das eine knappe Minute hinter dem Spitzenfeld unterwegs war. Für Cancellara nur eine kurze Hilfe war das Team von Alexander Kristoff (Katusha), bei dem dann aber an Paterberg und Oude Kwaremont die Lichter ausgingen. Cancellara stattdessen löste sich vom Verfolgerfeld, erholte sich immer wieder kurz im Windschatten einzelner zurückgebundener Teamkollegen.

Aus dem ersten Feld setzten sich am Paterberg Boonen, Terpstra, Trentin, Kwiatkowski, Stannard, Boom, Sagan, Benoot, Vanmarcke, Oss sowie Stuyven (Trek), Devenyns (IAM) und Drucker (BMC) ab. Am Oude Kwaremont schraubte Terpstra das Tempo hoch. Sagan konterte diese Verschärfung, jedoch konnten beide keinen entscheidenden Vorsprung herausfahren. Stattdessen rollten auf der breiten Nationalstraße Sagan, Terpstra, Boonen, Trentin, Benoot, Boom, Drucker, Oss, Vanmarcke, Stannard und Kwiatkowski wieder zusammen. Es bestand keine Einigkeit, so dass von hinten außerdem noch ein Quartett herankam mit Stuyven, dessen Kapitän Cancellara, Devenyns und Stybar, der ebenfalls Defekt hatte und sich lange im Windschatten Cancellaras aufgehalten hatte.

Boonens Team: 4 aus 15 - und keiner Top-Ten!

Es folgte die entscheidende Offensive von Sagan und Kwiatkowski und das Fiasko für Etixx-Quick Step. Sagan und Kwiatkowski hielten ihren Vorsprung vor der Verfolgergruppe relativ beständig bei zwischen 30 und 40 Sekunden. Erst auf den letzten Kilometern schmolz das Polster noch bedrohlich auf am Ende 11 Sekunden. Zunächst konnte sich weder Etixx noch Trek festlegen, wer denn auf Ergebnis sprinten sollte, so dass erst einmal nur Terpstra und Stybar gegen Sagan und Kwiatkowski fuhren. Dann schalteten sich - zu spät - auch Trentin und zeitweise Stuyven ein. Die Unentschlossenheit klärte sich im Zielsprint auf: Cancellara und Stuyven waren ungefähr gleich stark und belegten hinter dem noch entwischten Stannard die Plätze 4 und 5, während Etixx keinen seiner 4 Spitzenfahrer unter die Top-Ten brachte!

In der Sprintvorbereitung um den Sieg verschanzte sich Kwiatkowski schon vor dem Kilometerbogen in Sagans Windschatten. Nach einem hunderte Meter langen Belauern explodierte Kwiatkowski 250 Meter vor dem Ziel in Form eines satten Antritts wie eine Rakete, während beim ausgepumpten Sagan die Beine aufgingen. Kwiatkowski zog den Sprint bis zur Linie durch, während Sagan früh aufsteckte und sich deswegen noch eine gehörige Lücke zwischen den beiden Tagesbesten auftat. Für Kwiatkowski war es der erste Sieg seit fast einem Jahr, als er das Amstel Gold Race gewann. Sagan wartet hingegen seit September immer noch auf seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot und sammelt weiterhin fleißig 2. Plätze...

Fr 25. März 2016
Ergebnis der 59. Auflage E3 Harelbeke (206,4km)
1. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky 4:49:34
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff +0:04
3. Ian Stannard (GBR) - Sky +0:11
4. Fabian Cancellara (SUI) - Trek-Segafredo
5. Jasper Stuyven (BEL) - Trek-Segafredo
6. Lars Boom (NED) - Astana
7. Tiesj Benoot (BEL) - Lotto-Soudal
8. Sep Vanmarcke (BEL) - LottoNL-Jumbo
9. Jempy Drucker (LUX) - BMC alle
10. Daniel Oss (ITA) - BMC
11. Dries Devenyns (BEL) - IAM
12. Matteo Trentin (ITA) - Etixx-Quick Step gleiche
13. Niki Terpstra (NED) - Etixx-Quick Step
14. Tom Boonen (BEL) - Etixx-Quick Step
15. Zdenek Stybar (FRA) - Etixx-Quick Step Zeit
16. Heinrich Haussler (AUS) - IAM +4:48
17. Marco Marcato (ITA) - Wanty-Groupe Gobert
18. Francisco Ventoso (ESP) - Movistar
19. Dylan van Baarle (NED) - Cannondale
20. Ralf Matzka (GER) - Bora-Argon 18
21. Marcus Burghardt (GER) - BMC alle
22. Timo Roosen (NED) - LottoNl-Jumbo
23. Luke Rowe (GBR) - Sky
24. Stijn Vandenbergh (BEL) - Etixx-QuickStep gleiche
25. Antoine Duchesne (CAN) - Direct Energie
...
40. Filippo Pozzato (ITA) - Southeast-Venezuela Zeit
53. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha +6:54
- 197 Teilnehmer, davon 106 klassiert.

Anstiege («Hellingen»)

km-

Zeit

1.

Katteberg

178

13:02

2.

La Houppe

115

14:32

3.

Oude Kruisberg

99

14:55

4.

Knokteberg

91

15:06

5.

Hotondberg

87

15:12

6.

Kortekeer

80

15:22

7.

Taaienberg

75

15:29

8.

Boigneberg

68

15:38

9.

Eikenberg

64

15:45

10.

Stationberg

59

15:52

11.

Kapelberg

47

16:08

12.

Paterberg

42

16:15

13.

Oude Kwaremont

38

16:22

14.

Karnemelkbeekstraat

32

16:30

15.

Tiegemberg

20

16:47

Zielankunft in Harelbeke:
Kilometer 206,4 ca. 17:15 Uhr

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