Giro d'Italia 2016 - 16. Etappe

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15. Etappe Di 24. Mai: 16. Etappe 17. Etappe

Zielankunft in Andalo: ca. 17:15 Uhr

Diesmal nur Valverde und Sakarin bei Kruijswijk

Alejandro Valverde (Movistar) gewann in Andalo die 16. Etappe des Giro d'Italia 2016 im Sprint gegen Steven Kruijswijk (LottoNL). Der 36-jährige Spanier und der niederländische Mann im Rosa Trikot setzten sich gemeinsam mit Ilnur Sakarin (Katusha) am vorletzten Anstieg 15,5 Kilometer vor dem Ziel aus einer Gruppe mit Vincenzo Nibali (Astana) ab.

Die Gegner des Gesamtführenden Kruijswijk legten auf der 16. Etappe schon früh alles in die Waagschale, fuhren sich dabei aber gegenseitig aus den Schuhen, während Kruijswijk keine Zweifel an seiner derzeitigen Vormachtstellung aufkommen ließ. Der Niederländer fuhr im Rosa Trikot auf dem Weg von Südtirol ins Trentino jeder gefährlichen Attacke hinterher und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung sogar noch aus.

Bereits 76 Kilometer vor dem Ziel gingen im Anstieg zum Mendelpass die Attacken der Klassementfahrer los. Dabei geriet nicht Steven Kruijswijk (LottoNL) ins Hintertreffen, sondern der Gesamtzweite Esteban Chaves (Orica). In den letzten beiden Rampen war es aber Vincenzo Nibali, der nach einem erneut schwachen Tag den Podestplatz in der Gesamtwertung an Valverde abgeben musste.

Ergebnis
1. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 2:58:54
2. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo gl.Zeit
3. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +0:08
4. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +0:37
5. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step gl.Zeit
6. David Lopez (ESP) - Sky +0:38
7. Sergej Firsanow (RUS) - Gazprom-Rusvelo gl.Zeit
8. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge +0:42
9. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +0:50
10. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:47
11. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana gl.Zeit
12. Nicolas Roche (IRL) - Sky +3:20
13. Rein Taaramäe (EST) - Katusha
14. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana
15. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale alle
16. Sebastian Henao (COL) - Sky
17. Darwin Atapuma (COL) - BMC gleiche
18. Konstantin Siwtsow (BLR) - Dimension Data
19. Andrey Amador (CRC) - Movistar Zeit
20. Valerio Conti (ITA) - Lampre-Merida +4:47
...
25. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale +5:28
- 163 Fahrer klassiert.
DNS David de la Cruz (ESP) - Etixx-Quick Step

Kruijswijk nun 3 Minuten vor Chaves

Kruijswijk baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 3 Minuten aus gegenüber Chaves, der mehr als die Hälfte der nur 132 Kilometer langen Etappe einem rund 40-sekündigen Rückstand auf die jeweiligen Kruijswijk-Gruppen hinterfuhr. Valverde verdrängte Nibali deutlich vom Podest und näherte sich zudem Chaves bis auf 23 Sekunden an. Nibali hatte auf den letzten Kilometern im Trentino satte 1:47 auf Valverde und Kruijswijk kassiert. Hinzu kamen die 10 und 6 Bonussekunden für die Plätze 1 und 2 in der Tageswertung.

Außerdem tauschten in der Gesamtwertung Sakarin und Rafal Majka (Tinkoff) den 5. und 6. Platz sowie Bob Jungels (Etixx) und Andrey Amador (Movistar) den 7. und 8. Platz. Sakarin rückte Nibali bis auf 7 Sekunden auf die Pelle, so dass Nibali eher Gefahr von hinten droht, anstatt dass er selbst gegen Valverde, Chaves oder gar Kruijswijk noch etwas ausrichten könnte bei diesem Giro 2016.

Gesamtwertung
1. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo 63:40:10
2. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge +3:00
3. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +3:23
4. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +4:43
5. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +4:50
6. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +5:34
7. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step +7:57
8. Andrey Amador (CRC) - Movistar +8:53
9. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +10:05
10. Konstantin Siwtsow (BLR) - Dimension Data +11:03
11. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +11:21
12. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale +13:53
13. Darwin Atapuma (COL) - BMC +20:47
14. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +22:13
15. Sebastian Henao (COL) - Sky +22:14
16. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar +26:58
17. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF +29:06
18. Matteo Montaguti (ITA) - AG2R La Mondiale +30:11
19. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Soudal +30:26
20. André Cardoso (POR) - Cannondale +31:36
21. Michele Scarponi (ITA) - Astana +34:28
22. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +37:53
23. Tanel Kangert (EST) - Astana +40:49

Frühe Aktionen am Mendelpass

Nach dem letzten Ruhetag sah sich Steven Kruijswijk in seinem Rosa Trikot auf der knackigen Bergetappe früh isoliert. Sakarin attackierte hoch zum Mendelpass mit Nibalis Helfer Tanel Kangert am Rad, dazu David Lopez (Sky). Das Trio erreichte Diego Ulissi (Lampre), während Nibali einmal mehr Defekt hatte. Sakarin fiel dann aus der Spitzengruppe zurück. Kruijswijk parierte in der Folgezeit alle Attacken der weiteren Klassementfahrer, vor allem mehrere Versuche von Valverde. Einzig Jungels ging ihm durch. Der luxemburgische Meister erreichte die Spitze wie auch Firsanow (Gazprom) und Dombrowski (Cannondale).

Kurz unterhalb des Mendelpasses - 68 Kilometer vor dem Ziel - attackierte Nibali. Direkt folgten ihm Kruijswijk, Valverde und Sakarin. An der Passhhöhe hatten sie 20 Sekunden Rückstand aufs Spitzensextett, das sie schnell einholten. Eine Verfolgergruppe mit Chaves, Majka und Rigoberto Uran (Cannondale) fuhr die lange Abfahrt und das Flachstück bis zum bergigen Finale mit einem Rückstand, der beständig um die 40 Sekunden schwankte.

Chaves und Majka im Hintertreffen

Denn die Spitzengruppe harmonierte recht gut, während die 2 verbliebenen Helfer von Chaves am Anschlag fuhren und nur selten Unterstützung durch die Helfer von Majka und Uran bekamen. Im Falle von Uran war das im Nachhinein gut zu verstehen, weil er am Ende über 5 Minuten verlor und die Top-Ten noch weiter aus dem Blickfeld gerieten. Zu allem Überfluss ließ sich sein Teamkollege Dombrowski auch noch aus der Spitzengruppe in den Wind setzen.

20 Kilometer vor dem Ziel begann der vorletzte Anstieg, an dem Chaves gewillt war, den Rückstand schnell zu verkürzen. Er tat dies mit Pozzovivo und Majka im Schlepptau. An der Spitze war Kangert schnell verbraucht. Attacken von Sakarin und Lopez neutralisierte Kruijswijk. Noch mithalten konnten da Valverde, Nibali und Jungels, während Ulissi und Firsanow an ihre Grenzen gerieten.

Nibali am Ende

Als dann Valverde die entscheidende Attacke ritt, war wie immer Kruijswijk sofort dabei. Sakarin kam hinterher und etablierte sich gleich als Motor dieses Spitzentrios. Nibali hing zunächst als Solist etwas zurück, wurde von Firsanow eingeholt und von diesem fast wieder ans Spitzentrio herangezogen. Das merkten aber Kruijswijk und Valverde, und sie legten gemeinsam mit Sakarin noch eine Schippe drauf. Nibali und Firsanow wurden erst von Jungels und Lopez eingeholt, dann auch von Chaves, Majka und Pozzovivo.

Kurz vor der Kuppe des vorletzten Anstiegs hinter Fai della Paganella trat Chaves an, als noch 10 Kilometer zu fahren waren. Dies gab Nibali den Rest. Oben lag das Spitzentrio 28 Sekunden vor Chaves & Co. sowie 39 vor Nibali. Bei Chaves waren Majka, Jungels, Lopez, Ulissi und Firsanow, bei Nibali nur Pozzovivo. Nach kurzer Abfahrt ging es in den Schlussanstieg nach Andalo, wo Nibali mehr als eine weitere bittere Minute auf die Spitze kassierte.

Chaves attackierte 3 Kilometer vor dem Ziel. Jungels, Lopez und Firsanow blieben bei ihm, Majka und Ulissi mussten abreißen lassen. Ulissi kämpfte sich zurück und sprintete im Ziel auf den 4. Platz. Da er außerdem hinter dem Mendelpass einen Zwischensprint vor Nibali und Valverde gewonnen hatte, verkürzte Ulissi seinen Rückstand in der Punktewertung auf 8 Zähler hinter Giacomo Nizzolo (Trek).

Punktewertung
1. Giacomo Nizzolo (ITA) - Trek-Segafredo 138 p.
2. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 130
3. Matteo Trentin (ITA) - Etixx-Quick Step 86
4. Sacha Modolo (ITA) - Lampre-Merida 84
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 83
6. Maarten Tjallingii (NED) - LottoNL-Jumbo 83

Kruijswijk, Valverde und Sakarin wechselten sich nach Andalo in der Führungsarbeit ab, wobei vor allem Sakarin offenbar an einer Verbesserung in der Gesamtwertung gelegen war. Der Russe führte Valverde und Kruijswijk bis in den Sprint und gab dann noch 8 Sekunden ab. Kruijswijk machte Valverde im Sprint keine Geschenke, fand in dieser Disziplin aber doch in Valverde seinen Meister.

Valverde komplettierte Sammlung

Valverde komplettierte überaus erfreut seine Sammlung von Etappensiegen bei nun allen 3 großen Rundfahrten. Kruijswijk belegte beim Giro 2016 zum 3. Mal in Folge den 2. Platz, blieb also weiterhin ohne Etappensieg, was auch das einzige kleine Haar in der Suppe einer ansonsten für ihn bisher perfekten Rundfahrt darstellte.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem letzten Ruhetag des Giro 2016 führt die 16. Etappe über nur 132 Kilometer von Südtirol ins Trentino, genauer gesagt von Brixen über Bozen und den Mendelpass nach Andalo. Nach dem langen Bergabstück vom Mendelpass mündet diese Alpenetappe auf den letzten gut 20 Kilometern in eine Kletterpartie am nördliche Fuße des Monte Paganella. Zunächst steht der rund 10 Kilometer lange Anstieg bis hinter Fai della Paganella im Profil, und dann nach kurzer Abfahrt eine weitere kurze Steigung auf dem Weg nach Andalo. Wer noch Plätze im Gesamtklassement gutmachen möchte, sollte es hier auf jeden Fall versuchen. Vielleicht ist es sogar die letzte Chance, wenn die geplanten hohen Passüberfahren auf der 19. Etappe und 20. Etappe eingeschneit sein sollten.

15. Etappe Di 24. Mai: 16. Etappe 17. Etappe

Giro d'Italia 2016

Giro d'Italia 2016
16. Etappe (132,0km)
von Brixen
nach Andalo

-km94 14:30 Bozen
-km68 15:25 Mendelpass
-km40 16:02 Cles
-km10 16:59 Fai della Paganella
-km0 17:15 Andalo

Etappensieg:
Alejandro Valverde (ESP)

Rosa Trikot:
Steven Kruijswijk (NED)

Punktewertung (rot):
Giacomo Nizzolo (ITA)

Bergwertung (blau):
Damiano Cunego (ITA)

Jungprofiwertung (weiß):
Bob Jungels (LUX)

Teamwertung:
Astana

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