Giro d'Italia 2016 - 11. Etappe

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Zielankunft in Asolo: ca. 17:10 Uhr

Ulissi siegt vor Top-2 der Gesamtwertung

Auf der 11. Etappe des Giro d'Italia 2016 verbuchte Diego Ulissi (Lampre) seinen nächsten Tagessieg. Nach einem aufregenden Hügelfinale in Venetien setzte sich der 26-jährige Italiener im Sprint deutlich vor den Top-2 der Gesamtwertung, Andrey Amador (Movistar) und im Rosa Trikot Bob Jungels (Etixx), durch.

Eine erste größere Verfolgergruppe erreichte 13 Sekunden hinter dem Trio das Ziel in Asolo. Giacomo Nizzolo (Trek) sprintete auf den 4. Platz vor Sonny Colbrelli (Bardiani). Nizzolo war einer der wenigen Sprinter, die es am Ende in diese Gruppe der Klassementfahrer schafften.

Von den Klassementfahrern zeigten sich im Finale Kruijswijk (LottoNL), Nibali (Astana), Valverde (Movistar) und Chaves (Orica) angriffslustig. Aber ausgerechnet die beiden Bestplatzierten Amador und Jungels kamen dann weg und wurden nur noch von Ulissi eingeholt.

Ergebnis
1. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 4:56:32
2. Andrey Amador (CRC) - Movistar gl.Zeit
3. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step gl.Zeit
4. Giacomo Nizzolo (ITA) - Trek-Segafredo +0:13
5. Sonny Colbrelli (ITA) - Bardiani-CSF
6. Matteo Trentin (ITA) - Etixx-Quick Step
7. Sacha Modolo (ITA) - Lampre-Merida
8. Enrico Battaglin (ITA) - LottoNL-Jumbo
9. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Soudal
10. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar
11. Iwan Sawitzki (RUS) - Katusha
12. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha alle
13. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale
14. Rafal Majka (POL) - Tinkoff
15. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo gleiche
...
19. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge
21. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana Zeit
31. Gianluca Brambilla (ITA) - Etixx-Quick Step +1:30
32. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:30
39. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +1:40
- 182 Fahrer klassiert.
DNF Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin

Jungels und Amador bauen aus

Bob Jungels baute seine Führung in der Gesamtwertung auf fast alle anderen Fahrer um 17 Sekunden aus - 13 Sekunden auf der Strecke plus 4 Sekunden als Zeitgutschrift für den 3. Platz. Amador bekam für den 2. Platz 2 Bonusekunden mehr und verkürzte damit seinen Rückstand auf Jungels auf 24 Sekunden. Der Rückstand von Valverde und Kruijswijk vergrößerte sich hingegen auf schon über eine Minute.

Bei einem Massensturz knapp 30 Kilometer vor dem Ziel wurden Domenico Pozzovivo (AG2R) und Gianluca Brambilla (Etixx) aufgehalten. Beide kehrten nicht mehr in die Top-Gruppe zurück und verloren anderthalb Minuten. Noch ein paar Sekunden mehr büßte Jakob Fuglsang (Astana) ein und stieg damit aus den Top-Ten ab, in die Ulissi nach seinem Tagessieg Einzug hielt.

Gesamtwertung
1. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step 45:16:20
2. Andrey Amador (CRC) - Movistar +0:24
3. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +1:07
4. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +1:07
5. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +1:09
6. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +2:01
7. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +2:25
8. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge +2:43
9. Gianluca Brambilla (ITA) - Etixx-Quick Step +2:45
10. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +2:47
11. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale +3:12
12. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +3:39
13. Ryder Hesjedal (CAN) - Trek-Segafredo +3:56
14. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +4:01
15. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF +4:27
16. Konstantin Siwtsow (BLR) - Dimension Data +4:33
17. Sergej Firsanow (RUS) - Gazprom-Rusvelo +4:59
18. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar +4:59
19. Davide Formolo (ITA) - Cannondale +5:49
20. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Soudal +7:21

Tom Dumoulin stieg während der 11. Etappe - wie kaum anders zu erwarten - aus. Seine Leistungskurve zeigte nach sehr starkem Giro-Beginn zuletzt steil nach unten, nach Angaben des Teams aufgrund von Sitzproblemen.

Die 11. Etappe begann und endete gesalzen: Nach einer irre schnellen ersten Rennstunde und der Einholung einer 9-köpfigen Spitzengruppe wurde schließlich ein Trio mit Laengen (IAM), Bertazzo (Wilier) und Worobjew (Katusha) fahren gelassen. Hinter dem Spitzentio griff Arnaud Démare (FDJ) ein paar restliche Punkte bei den 2 Zwischensprints ab und verringerte dadurch den Rückstand in der Punktewertung auf André Greipel (Lotto).

Punktewertung
1. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 119 p.
2. Arnaud Démare (FRA) - FDJ 103
3. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 100
4. Giacomo Nizzolo (ITA) - Trek-Segafredo 97
5. Maarten Tjallingii (NED) - LottoNL-Jumbo 82
6. Sacha Modolo (ITA) - Lampre-Merida 66
7. Matteo Trentin (ITA) - Etixx-Quick Step 64
8. Andrey Amador (CRC) - Movistar 57
9. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step 52

Kruijswijk läutet mit Verschärfung Finale ein

Kurz nach dem Massensturz begannen die topografischen Schwierigkeiten. Am Fuße des ersten Anstiegs attackierte Betancur (Movistar) ohne Effekt, als die 3 Ausreißer noch versprengt um wenige Sekunden vorne lagen. Zuletzt wurde Laengen kurz hinter der 20-Kilometer-Marke gestellt. Steven Kruijswijk beschleunigte und absolvierte den einzigen mit Bergpunkten bedachten Anstieg des Tages zuerst.

Das Tempo von Kruijswijk konnten nur Valverde, Chaves, Nibali, Jungels, Majka (Tinkoff), Sakarin (Katusha), Uran und Formolo (beide Cannondale) mitgehen. In der Abfahrt initiierte Vincenzo Nibali 17,5 Kilometer vor dem Ziel ein gefährliches Trio mit Alejandro Valverde und Esteban Chaves. Doch Jungels führte die Verfolger, zu denen inzwischen auch Amador gehörte, 4 Kilometer später wieder heran.

Sofort nach dem Zusammenschluss attackierte Amador. Einzig Jungels sprang hinter dem Mann her, der in der Gesamtwertung den geringsten Rückstand zu ihm hatte. Währenddessen füllte sich die Verfolgergruppe von hinten auf, darunter die Sprinter Nizzolo und Modolo (Lampre) - und natürlich Modolos Teamkollege Diego Ulissi, der am letzten steilen Bergaufstück 4,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte.

Der Attacke von Ulissi schloss sich Betancur an, fiel aber erneut zurück. Ulissi erreichte stattdessen die beiden Spitzenreiter und arbeitete fortan mit Jungels zusammen, während Amador die Arbeit wegen seines Kapitäns Valverde einstellte. Denn wer weiß, wozu Jungels angesichts des Vorsprungs noch in den Alpen fähig ist?

In der Verfolgergruppe waren fast nur noch Kapitäne. So war sich beispielsweise Top-20-Fahrer Hesjedal (Trek) zu schade, für seinen Teamkollegen Nizzolo zu fahren. Im Spitzentrio fuhr Jungels den letzten Kilometer in Asolo von vorne, um so viele Sekunden wie möglich herauszuholen. So war es für Ulissi eine Pflichtübung, seinen insgesamt 6. Giro-Etappensieg nach Hause zu fahren. Amador war ohne Chance gegen Ulissi, brachte sein Rad nur noch an Jungels vorbei.


Vorschau auf diese Etappe: Die 11. Etappe des Giro 2016 verläuft zunächst tellerflach durch die Poebene von der Emilia-Romagna nach Venetien, um dann ausgerechnet auf den letzten gut 20 Kilometern in ein unberechenbares Hügelfinale zu münden. Was unter Klassementfahrern eventuell keinen Unterschied macht und für einen planbaren Ausgang der Hügelklassikerjäger zu vage ist, könnte der frühen Ausreißergruppe in die Karten spielen. So oder so: Der Tagessieger muss die letzten beiden Anstiege - Forcella Mostaccin und schon im Zielort Asolo ohne Bergpreis teilweise auf Kopfsteinpflaster - gut bewältigen können.

10. Etappe Mi 18. Mai: 11. Etappe 12. Etappe

Giro d'Italia 2016

Giro d'Italia 2016
11. Etappe (227,0km)
von Modena
nach Asolo

-km83 15:08 Grisignano di Zocco
-km60 15:39 Villa del Conte
-km20 16:41 Forcella Mostaccin

Etappensieg:
Diego Ulissi (ITA)

Rosa Trikot:
Bob Jungels (LUX)

Punktewertung (rot):
André Greipel (GER)

Bergwertung (blau):
Damiano Cunego (ITA)

Jungprofiwertung (weiß):
Bob Jungels (LUX)
- wird vertreten durch Formolo

Teamwertung:
Movistar

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