Giro d'Italia 2015 - Streckenverlauf

Übersicht - Etappenplan - Berge - Teams - Endklassement - Giro-Siegerliste

Der Giro d'Italia 2015 spielt sich beinahe ausschließlich in der Nordhälfte Italiens ab. Von der Startregion Ligurien führt die Strecke in Richtung Süden bis nach Kampanien, um nach einer Kehrtwende inklusive längerem Transfer schließlich die Alpen von Ost nach West zu durchkämmen. Die heftigsten Landmarken sind hier: die Bergankunft in Madonna di Campiglio, die Etappe nach Aprica via Mortirolopass, die lange Etappe im Aostatal nach Cervinia sowie am Vorschlusstag der geschotterte Colle delle Finestre mit Fahrtrichtung Sestriere. Das einzige Einzelzeitfahren ist direkt vor den Alpenetappen platziert und mit fast 60 Kilometern Länge von großer Bedeutung. Eröffnet wird der Giro 2015 mit einem Teamzeitfahren nach Sanremo am 9. Mai, abgeschlossen mit einer Flachetappe am 31. Mai nach Mailand.

Startregion Ligurien

Wie inzwischen in ungeraden Jahren üblich, startet der Giro 2015 bodenstätig in der Heimat Italien, wo das Rennen mit Ausnahme einer Stippvisite im Tessin auch die nächsten 3 Wochen verbleibt. An den ersten 4 Tagen ist der Giro 2015 zu Gast in Ligurien. Zur Eröffnung steht ein etwa 18 Kilometer langes Teamzeitfahren in westlicher Fahrtrichtung zwischen San Lorenzo al Mare und Sanremo auf dem Programm. Danach folgt in östlicher Richtung eine Etappe zwischen Albenga und Genua, wo erstmals die Sprinter zuschlagen dürfen. Die 3. und 4. Etappe verlaufen dagegen großteils abseits der Mittelmeerküste, um einige Hügel mitzunehmen.

Auf den nächsten 5 Etappen werden in südlicher Richtung die Toskana und das Latium durchfahren, um den südlichsten Punkt der diesjährigen Strecke in Kampanien zu erreichen. Für die Sprinter ist bis dahin nur eine weitere Chance dabei. Ansonsten bieten sich wie schon auf den Etappen 3 und 4 Gelegenheiten für die Jäger der Hügelklassiker, was auch schon die Klassementfahrer einschließt. Insbesondere die Bergankunft auf der 8. Etappe nach Campitello Matese läutet den ernsthaften Kampf um den Gesamtsieg ein. Die 7. Etappe führt indes über die monumentale Distanz von 263 Kilometern.

Vor dem ersten von 2 Ruhetagen erfolgt ein Transfer auf die andere Seite des Apennins, wo auf dem Weiterweg 2 Hügeletappen von 2 Flachetappen eingerahmt werden. Die heiße Phase des Giro d'Italia 2014 beginnt mit der 14. Etappe, einem 59,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Venetien, wobei die Strecke einen Anstieg in der Mitte und einen gegen Ende bereithält. Die Karten werden also vor den Hochgebirgsetappen wohl völlig neu gemischt.

Alpen mit Mortirolo und Finestre

Dann die Alpen: Den Anfang macht die 15. Etappe, die ins Trentino bis nach Madonna di Campiglio ins Trentino führt. Vor der Bergankunft von Madonna ist noch der Passo Daone eingebaut. Zuletzt war der Giro 1999 in Madonna zu Gast, als Pantani im Rosa Trikot gewann und danach wegen eines zu hohen Hämatokritwertes ausgeschlossen wurde. Den 2. Ruhetag verbringt der Giro-Tross in Madonna di Campiglio und Umgebung. Knackig geht es weiter mit der 16. Etappe über den ultrasteilen Mortirolopass mit Zielort Aprica.

Es folgen 2 Überführungsetappen, die erste davon nach Lugano, die zweite mit Monte Ologno, um in den Westalpen das Aostatal für die 19. Etappe zu erreichen. Die Strecke nach Cervinia zehrt auch wegen ihrer Länge von 236 Kilometern an den Kräften. Tags darauf beinhaltet die letzte der 4 vermutlich entscheidenden Alpenetappen den Colle delle Finestre und die Autobahn-ähnliche Anfahrt zur Bergankunft nach Sestriere. Vergleichbare Etappen mit Finestre nach Sestriere am Vorschlusstag gab es zuletzt beim Giro 2011 und 2005.

Der komplette Etappenplan mit allen Etappen wurde am Montag, den 6. Oktober 2014 vorgestellt, dem Tag nach der Lombardei-Rundfahrt. Von offizieller Seite war schon zuvor das Startwochenende in Ligurien (unvollständig) und die Madonna-Etappe vorgestellt worden. (Zunächst war nur von 3 Etappen in Ligurien die Rede, wobei die nun 3. Etappe in ersten Verlautbarungen fehlte.) Mutmaßliche Etappenpläne kursierten wie immer schon im Vorfeld. Anders als im Vorjahr wurde jedoch kein 100% glaubhafter Entwurf vor dem Tag der Präsentation geleakt.

Fazit

Ein Teamzeitfahren, ein sehr langes Einzelzeitfahren, 5 bis 6 Chancen für die Sprinter, 6 Bergankünfte, davon 4 in den Alpen, eine weitere Alpenetappe mit Ziel im Tal, dazu zahlreiche Etappen mit Mittelgebirgscharakter, für die Freunde des Spektakels die Namen Mortirolo und Finestre - viele Wünsche bleiben da zwangsläufig nicht offen. Auch mit der Länge der Etappen wurde gespielt, von ultralang bis neumodisch kurz.

Vor der Präsentation bestand die Befürchtung (oder wahlweise Hoffnung), die Organisatoren würden den Top-Stars wie Nibali und Contador mit einer leichten Giro-Strecke den Doppelstart bei Giro und Tour de France schmackhaft machen. Zwar wird im Verlauf des Giro d'Italia 2015 nicht eine Höchstschwierigkeit an die nächste gereiht (wie in der Vergangenheit schon geschehen). Von einem wirklich leichten Giro kann jedoch nicht die Rede sein. Allerdings dürfte das fast 60 Kilometer lange Einzelzeitfahren dem Rennen seinen Stempel aufdrücken, was im Verlauf des Giros wie eine Zäsur wirken und das Rennen berechenbarer machen könnte.

Etappenplan des Giro d'Italia 2015 mit allen Etappenorten

Giro 2015
Radsport-Seite.de, Homepage / Giro d'Italia / Giro d'Italia 2015 / Giro d'Italia 2015, Streckenverlauf