Giro d'Italia 2015 - 4. Etappe

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Zielankunft in La Spezia: ca. 17:14 Uhr

Formolo Solosieger, Uran mit Verlusten

Davide Formolo (Cannondale) gewann die 4. Etappe des Giro d'Italia 2015 als Solist. Der 22-jährige Italiener stammte aus einer großen frühen Spitzengruppe, aus der er als einziger vor den stärksten Klassementfahrern durchkam. Auf der Hügelfahrt durch Ligurien nach La Spezia ließ Rigoberto Uran (Etixx) Federn gegenüber Aru (Astana), Contador (Tinkoff) und Porte (Sky). Die Etappe war ein Leckerbissen für den Zuschauer, da abwechslungsreich, taktisch höchst interessant und landschaftlich ein Traum.

22 Sekunden hinter Formolo setzte sich im Sprint um den 2. Platz Simon Clarke (Orica) vor Yonathan Monsalve (Southeast) durch. Beide stammten aus der frühen Spitzengruppe, in der lange auch Formolo fuhr. Aus der Gruppe der Klassementfavoriten zogen Fabio Aru, Alberto Contador und Richie Porte im letzten Anstieg davon und fuhren zu Formolos Verfolgern auf. Schon zuvor war die Hauptgruppe um Aru und Contador an den Hügeln erheblich zusammengeschrumpft.

Uran verlor am Ende 42 Sekunden auf Contador, Aru und Porte. Er kam in einer Gruppe mit van den Broeck (Lotto) und König (Sky) ins Ziel. Das Rätsel um die vermeintlichen Geheimfavoriten Betancur (AG2R) und Sakarin (Katusha) löste sich bei diesem Giro schon relativ schnell bei einem Zeitverlust in La Spezia von über 13 respektive 17 Minuten.

Ergebnis
1. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Garmin 3:47:59
2. Simon Clarke (AUS) - Orica-Greenedge +0:22
3. Yonathan Monsalve (VEN) - Southeast
4. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar
5. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge
6. Fabio Aru (ITA) - Astana
7. Amaël Moinard (FRA) - BMC alle
8. Dario Cataldo (ITA) - Astana
9. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo
10. Richie Porte (AUS) - Sky gleiche
11. Konstantin Siwtsow (BLR) - Sky
12. Darwin Atapuma (COL) - BMC
13. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff-Saxo Zeit
14. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ +1:04
15. Sonny Colbrelli (ITA) - Bardiani-CSF
16. Andrey Amador (CRC) - Movistar
17. Damiano Caruso (ITA) - BMC alle
18. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Lotto-Soudal
19. Juri Trofimow (RUS) - Katusha
20. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Soudal gleiche
21. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step
22. Mikel Landa (ESP) - Astana
23. Leopold König (CZE) - Sky Zeit
24. Damiano Cunego (ITA) - Nippo-Vini Fantini +1:22
25. Mikel Nieve (ESP) - Sky +2:24
...
37. Ryder Hesjedal (CAN) - Cannondale-Garmin +5:25
47. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar +9:21
55. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale +13:15
73. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +17:23
- 191 Fahrer klassiert.
DNF Gianni Meersman (BEL) - Etixx-Quick Step
DNF Robert Wagner (GER) - LottoNL-Jumbo

Clarke teamintern der Nächste in Rosa

Simon Clarke löste seinen Teamkollegen Michael Matthews als Gesamtführender ab. Durch Zeitgutschriften unterwegs und im Ziel setzte er sich in der Gesamtwertung um 10 Sekunden von seinem Teamkollegen Chaves ab, der wie am Vortag gemeinsam mit Clarke das Rosa Trikot durch Angriff fürs Team verteidigte. Dahinter liegen nun ein Tinkoff-Duo mit Kreuziger und Contador und 17 Sekunden Rückstand sowie ein Astana-Duo mit Aru und Cataldo und 23 Sekunden Rückstand. Porte sortierte sich auf dem 10. Platz ein, 37 Sekunden hinterm Rosa Trikot.

Gesamtwertung
1. Simon Clarke (AUS) - Orica-Greenedge 11:54:48
2. Esteban Chaves (COL) - Orica-Greenedge +0:10
3. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff-Saxo +0:17
4. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +0:17
5. Fabio Aru (ITA) - Astana +0:23
6. Dario Cataldo (ITA) - Astana +0:23
7. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar +0:29
8. Amaël Moinard (FRA) - BMC +0:31
9. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Garmin +0:31
10. Richie Porte (AUS) - Sky +0:37
...
14. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step +1:11
16. Damiano Caruso (ITA) - BMC +1:17
17. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ +1:18
18. Leopold König (CZE) - Sky +1:19
20. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Lotto-Soudal +1:21

Auf der 4. Etappe fuhr dem Hauptfeld eine riesige Spitzengruppe an die 10 Minuten voraus. An den ligurischen Anstiegen zerfiel und reorganisierte sich die Gruppe mehrmals. Im Hauptfeld war eigentlich Urans Etixx-Mannschaft zur Nachführarbeit gezwungen, weil von den Favoriten Contador, Aru und Porte vorne Kreuziger, Cataldo, Seiz, Siwtsow und Puccio hatten und Etixx nicht vertreten war.

Tinkoff jagte eigenem Edelhelfer hinterher

Doch vor allem Tinkoff und Astana taten Etixx den Gefallen und nutzten den taktischen Vorteil nicht aus, setzten wohl lieber auf einen Vierkampf Contador gegen Aru gegen Uran gegen Porte als auf einen Zweikampf Kreuziger gegen Cataldo um den Gesamtsieg - und fuhren so den eigenen ausgerissenen Edelhelfern hinterher. Der sportliche Tinkoff-Leiter Michaelsen sollte diesen Fauxpas später auf fehlerhafte und fehlende Informationen über die Rennsituation schieben.

In der Spitzengruppe fuhren in ihrer größten Ausprägung: Montaguti (AG2R), Stortoni (beide Androni), Cataldo, Malacarne, Seiz (alle Astana), Colbrelli, Zardini (beide Bardiani), Atapuma, Moinard (beide BMC), Szmyd (CCC), Courteille (FDJ), Pellizotti, Haga (Giant), Monfort (Lotto), Grmay (Lampre), Amador, Visconti (beide Movistar), Grosu (Nippo), Chaves, Clarke, Weening (alle Orica), Finetto, Mosalve (beide Southeast), Danielson, Formolo (beide Cannondale), Kotschetkow (Katusha), Keizer (LottoNL), Puccio, Siwtsow (beide Sky) und Kreuziger (Tinkoff).

Astana filetierte das Hauptfeld

Am Passo del Termine gut 50 Kilometer vor dem Ziel zeigte allerdings die Tempoarbeit von Astana im Hauptfeld ihre Wirkung. Es schrumpfte der Rückstand zur Spitze auf unter 6 Minuten und die Anzahl der Fahrer im Hauptfeld auf eine überschaubare Größe. Dabei waren noch 5 Astana-Fahrer, Uran, Caruso (BMC), Geniez (FDJ), Niemiec (Lampre), van den Broeck (Lotto), Izagirre, Fernandez (beide Movistar), Cunego (Nippo), Trofimow (Katusha). Contador hatte nur noch Rogers, Porte noch König und Nieve. Zu den abgehängten Fahrern gehörte längst auch Michael Matthews (Orica) im Rosa Trikot.

Außer Formolo, Clarke und Monsalve waren an der Spitze dann noch Cataldo, Seiz, Colbrelli, Atapuma, Moinard, Monfort, Amador, Visconti, Chaves, Finetto, Puccio, Siwtsow und Kreuziger übrig. 14 Kilometer vor dem Ziel attackierte Formolo kurz vor dem letzten Anstieg. Moinard und Visconti nahmen die Verfolgung auf.

Im Hauptfeld machte weiterhin Astana Dampf mit Kangert, Landa, Rosa und Tiralongo sowie Seiz, der sich zurückfallen ließ. Der Rückstand auf die Spitze sank auf eine Minute. Im letzten Anstieg griffen Contador und Aru an - und nur Porte konnte folgen, während van den Broeck (Lotto) dieses Manöver knapp verpasste. Das Trio fuhr auf eine Verfolgergruppe auf, in der dann Kreuziger und vor allem Cataldo helfen konnten. 5 Kilometer vor dem Ziel schnappten sie Moinard und Visconti. Für Formolo reichte es nicht mehr ganz.


Einschätzung vor der Etappe: Die 4. Etappe des Giro d'Italia 2015 wird schon zur ersten kleinen Nagelprobe für die Klassementfahrer, sieht man vom Teamzeitfahren am 1. Tag ab. Auf dem Weg zwischen Chiavari und La Spezia reiht sich ein Anstieg an den nächsten - das Geschehen spielt sich eher im Hinterland als an der Mittelmeerküste Liguriens ab. Nach der ersten Zieldurchfahrt wird als letzter Berg der Anstieg nach Biassa mitgenommen. Von oben sind es noch knapp 10 vorwiegend abschüssige Kilometer ins Ziel.
Landkarte und Profil auf www.gazzetta.it

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Giro d'Italia 2015

Giro d'Italia 2015
4. Etappe (150km)
von Chiavari
nach La Spezia

-km124 13:55 Colla di Velva
-km95 14:34 Borghetto Vara
-km59 15:35 Levanto
-km49 16:01 Passo del Termine
-km10 17:01 Biassa

Etappensieg:
Davide Formolo (ITA)

Rosa Trikot:
Simon Clarke (AUS)

Punktewertung:
Elia Viviani (ITA)

Bergwertung:
Pawel Kotschetkow (RUS)

Jungprofi-Wertung:
Esteban Chaves (COL)

Teamwertung:
Astana

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