Giro d'Italia 2014 - Favoriten

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Quintana und Kittel Favoriten auf ihrem jeweiligen Terrain

Einen Kolumbianer und einen Deutschen gilt es zu schlagen beim Giro d'Italia 2014. Nairo Quintana ist der Favorit auf den Gesamtsieg und damit das Rosa Trikot zum Abschluss der Rundfahrt, Marcel Kittel auf Tagessiege in Sprintentscheidungen. Die größten Herausforderer von Quintana sind mutmaßlich Joaquim Rodriguez, Rigoberto Uran, Cadel Evans und Domenico Pozzovivo. Gegen Kittel werfen beim Giro 2014 vor allem Viviani, Bouhanni und Matthews ihren Hut in den Ring. Aber es gibt noch weitaus mehr Namen...

Es folgt eine Vorstellung der Favoriten für den Giro d'Italia 2014, aufgeteilt in die Klassementfahrer ums Rosa Trikot am Ende der Rundfahrt und die Sprinter für Tagessiege auf Flachetappen.

Klassementfahrer

Nairo Quintana (Movistar): Der 24-jährige Kolumbianer landete im Vorjahr auf den 2. Platz bei der Tour de France und fährt den seinen nun ebenfalls ersten Giro d'Italia auf Sieg. Mit dieser Ambition dürfte Quintana im Vorfeld eine Stufe über all seinen Mitbewerbern stehen.

Joaquim Rodriguez (Katusha): Der Sammler von 2. und 3. Plätzen blickt auf eine beeindruckende Bilanz bei den letzten großen Rundfahrt zurück: 2. bei Giro und Vuelta 2012, 3. bei der Tour 2013 und 4. bei der Vuelta im Anschluss. Der beinah 35-jährige Spanier (Geburtstag am Transfertag zwischen Irland und Italien) gewann im Frühjahr die Katalonien-Rundfahrt, enttäuschte dafür nach Sturz beim Amstel Gold Race bei den Ardennen-Klassikern.

Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step): Der 27-jährige Kolumbianer startete den Giro 2013 bei Sky als Helfer und schloss ihn auf dem 2. Platz als Kapitän ab. In seinem neuen Team ist er der uneigeschränkte Kapitän. Die letzten Rennen verliefen durchwachsen bis zu seinem überraschenden 4. Platz im abschließenden Einzelzeitfahren der Tour de Romandie.

Cadel Evans (BMC): Der 37-jährige Australier, Toursieger 2011, gewann im Vorlauf zum Giro d'Italia 2014 die Trentino-Rundfahrt, allerdings in Abwesenheit von Quintana, Rodriguez und Uran. Beim letzten Giro d'Italia belegte Evans den 3. Platz.

Die 4 genannten Klassementfahrer können sich auf starke Mannschaften verlassen. Auf eigene Rechnung wären beispielsweise Herrada (Movistar), Moreno (Katusha), Poels (Omega) und Sanchez (BMC) Kandidaten für die Top-Ten im Endklassement.

Aus dem erweiterten Favoritenkreis ist Domenico Pozzovivo (AG2R) am Berg am stärksten einzuschätzen. Einige Team treten auf dem Papier mit Doppelspitzen oder sogar Dreierspitzen an: Rafal Majka und Nicolas Roche (beide Tinkoff), Robert Kiserlovski und Julian Arredondo (beide Trek), Michele Scarponi, Janez Brajkovic und Fabio Aru (alle Astana), Daniel Martin und Ryder Hesjedal (beide Garmin) sowie Przemyslaw Niemiec und Damiano Cunego (beide Lampre). Einen guten Eindruck im Trentino hinterließ Fabio Duarte (Colombia). Fahrer wie Ivan Basso (Cannondale), Pierre Rolland (Europcar), Dario Cataldo (Sky) oder Franco Pellizotti (Androni) sind wohl höchstens Kandidaten für die hinteren Top-Ten. Fürs Jungprofi-Trikot der Fahrer bis 25 Jahre bietet sich am ehesten Wilco Kelderman (Belkin) an, falls es beim Favoriten Nairo Quintana nicht laufen sollten.

Von den aktuell stärksten Klassementfahrern für große Rundfahrten konzentrieren sich Froome (Sky), Vorjahressieger Nibali und Fuglsang (beide Astana), Contador, Kreuziger (beide Tinkoff), Valverde (Movistar), Mollema (Belkin), van Garderen (BMC), Betancur (AG2R), Kwiatkowski (Omega), Talansky (Garmin) und Pinot (FDJ.fr) lieber auf die Tour de France im Juli. Vueltasieger Chris Horner (Lampre) muss wegen eines Trainingsunfalls auf den Giro verzichten. Richie Porte (Sky) hatte den Giro 2014 ursprünglich als großes Saisonziel ausgegeben, blies dieses Unternehmen aber schon weit im Vorfeld wieder ab.


Spinter

Marcel Kittel (Giant-Shimano): Der beinah 26-jährige Deutsche (Geburtstag auf der 3. Etappe) ist der große Favorit für die Spintankünfte beim Giro 2014. Nach den 4 Tageserfolgen bei der Tour de France des Vorjahres möchte Kittel mit seinem starken Sprintzug auch in Italien abräumen.

Elia Viviani (Cannondale): Der 25-jährige Italiener verpasste im Vorjahr bei der 1. Etappe das Rosa Trikot knapp mit einem 2. Platz hinter Mark Cavendish, den er bei der Türkei-Rundfahrt in der unmittelbaren Giro-Vorbereitung bei 2 von 6 Gelegenheiten schlug.

Nacer Bouhanni (FDJ.fr): Mit 5 Tageserfolgen ist der 23-jährige Franzose der Fahrer, der mit den bisher meisten Saisonsiegen im Gepäck zum Giro 2014 anreist, allerdings immer gegen überschaubare Konkurrenz. Ebenso wie Viviani fehlt ihm noch ein Etappensieg bei einer großen Rundfahrt.

Michael Matthews (Orica): Der 23-jährige Australier hingegen verbuchte bei der Vuelta vor 8 Monaten 2 Etappensiege, jedoch ebenfalls in Abwesenheit der allerschnellsten Gegner. Matthews ist vielleicht langsamer als die 3 vorher genannten Sprinter, dafür bergfester.

Die Massensprints auf den Flachetappen dürften auf diese 4 Fahrer hinauslaufen. Weitere Kandidaten für vordere Platzierungen sind Boy van Poppel, Giacomo Nizzolo (beide Trek), Ben Swift, Edvald Boasson Hagen (beide Sky), Tyler Farrar (Garmin), Roberto Ferrari (Lampre), Francesco Chicchi (Neri Sottoli), Davide Appollonio (AG2R) und mit seinen 40 Jahren der 22-malige Giro-Etappensieger Alessandro Petacchi (Omega).

Von den endschnellsten Profis fehlen in der Startliste u.a. Cavendish (Omega), Greipel (Lotto), Sagan (Cannondale), Degenkolb (Giant), Kristoff (Katusha), Démare (FDJ.fr), Modolo (Lampre) und Coquard (Europcar).

Die Antwort auf die Frage nach dem Gewinner des Roten Trikots für die Punktewertung ist insofern spekulativ, dass einige Sprinter möglicherweise vorzeitig den Giro verlassen, um sich die Alpenetappen zu ersparen.


Insbesondere die Teams Androni, Bardiani, Lotto, Neri Sottoli und Europcar werden sich aufs Attackieren einrichten, da sie weder einen sehr aussichtsreichen Kapitän fürs Gesamtklassement noch für Massensprints am Start des Giro 2014 haben.

Giro d'Italia 2014
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