Giro d'Italia 2014 - 18. Etappe

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17. Etappe Do 29. Mai: 18. Etappe 19. Etappe

Zielankunft an der Rifugio Panarotta: ca. 17:12 Uhr

Arredondo vorn bei kolumbianischem Doppelsieg
Ein weiterer Festtag für die Kolumbianer in den Alpen: Julian Arredondo (Trek) gewann im Bergtrikot die 18. Giro-Etappe vor Fabio Duarte (Colombia), und Nairo Quintana (Movistar) verteidigte lässig das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Den Etappensieg machten die Ausreißer des Tages in einem aufregenden Schlagabtausch unter sich aus. Aus der Favoritengruppe fuhr nach zahlreichen Attacken von Pierre Rolland (Europcar) letztlich Fabio Aru (Astana) zuerst über die Linie. Cadel Evans (BMC) musste wegen Rückstandes seinen Podestplatz aufgeben.

Ergebnis
1. Julian Arredondo (COL) - Trek 4h49:51
2. Fabio Duarte (COL) - Colombia +0:17
3. Philip Deignan (IRL) - Sky +0:37
4. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +1:20
5. Edoardo Zardini (ITA) - Bardiani-CSF +1:24
6. Thomas de Gendt (BEL) - Omega-Quick Step +1:38
7. Ivan Basso (ITA) - Cannondale +1:43
8. Dario Cataldo (ITA) - Sky +1:59
9. Fabio Aru (ITA) - Astana +2:43
10. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:46
11. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step gl.Zeit
12. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +2:49
13. Pierre Rolland (FRA) - Europcar gl.Zeit
14. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo gl.Zeit
15. Alberto Losada (ESP) - Katusha +2:54
16. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +3:02
17. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Belisol +3:08
18. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +3:17
19. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek gl.Zeit
20. Wout Poels (NED) - Omega-Quick Step +3:48
21. Cadel Evans (AUS) - BMC +4:24
22. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale
23. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale alle
24. Andre Cardoso (POR) - Garmin-Sharp
25. Riccardo Zoidl (AUT) - Trek gleiche
26. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr
27. Jonathan Castroviejo (ESP) - Movistar Zeit
28. Serge Pauwels (BEL) - Omega- Quick-Step +4:51
29. Iwan Rovny (RUS) - Tinkoff-Saxo +5:07
30. Emanuele Sella (ITA) - Androni Giocattoli +5:10
...
32. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol +5:27
41. Georg Preidler (AUT) - Giant-Shimano +7:06
42. Steve Morabito (SUI) - BMC +7:13
45.. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli +8:25
- 157 Fahrer
DNF Diego Rosa (ITA) - Androni Giocattoli
DNS Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida
DNS Ivan Santaromita (ITA) - Orica-Greenedge

Für Evans geht's abwärts
Evans wurde in der Gesamtwertung vom 3. auf den 9. Platz durchgereicht. Auf den 3. Platz hinter Quintana und Rigoberto Uran (Omega) rückte Rolland auf, obwohl er noch 6 Sekunden auf Aru und 3 Sekunden auf Quintana und Uran verlor. Aru schloss in der Gesamtwertung zu Rafal Majka (Tinkoff) auf, mit dem er zeitgleich nur 2 Sekunden hinter Rolland die Lauerposition vorm Bergzeitfahren übernahm.

Während die ersten beiden Plätze durch die Kolumbianer Quintana und Uran für den Rest der Rundfahrt wie zementiert scheinen, ist der 3. Platz also heiß umkämpft. Auch Pozzovivo blieb nah dran mit nur 23 Sekunden Rückstand auf Rolland. Nicht ganz mit den Besten Schritt halten konnten am Ende Hesjedal (Garmin) und Kelderman (Belkin), wobei sie deutlich vor Evans das Ziel erreichten. Evans verlor an der Rifugio die Panarotta 1:41 gerechnet auf Aru. Hesjedal überholte Kelderman knapp für den 7. Platz.

Gesamtwertung
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 77h58:08
2. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step +1:41
3. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +3:29
4. Fabio Aru (ITA) - Astana +3:31
5. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo +3:31
6. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +3:52
7. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +4:32
8. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +4:37
9. Cadel Evans (AUS) - BMC +4:59
10. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek +8:02
11. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +15:58
12. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr +19:18
13. Ivan Basso (ITA) - Cannondale +21:25
14. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol +25:15
15. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +27:04
16. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +28:15
17. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli +29:53
18. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-Merida +39:18
19. Andre Cardoso (POR) - Garmin-Sharp +40:42
20. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo +41:38
21. Steve Morabito (SUI) - BMC +44:56

In einer Spitzengruppe fuhren dem Hauptfeld lange Zeit Pellizotti, Sella (beide Androni), Zardini (Bardiani), Keizer (Belkin), Basso (Cannondale), Duarte (Colombia), Wellens (Lotto), Rabottini (Neri Sottoli), de Gendt (Omega), Losada (Katusha), Cataldo, Deignan (beide Sky), Rowny (Tinkoff) und Arredondo (Trek) voraus. Arredondo und Deignan setzten sich am Passo San Pellegrino ab, dem ersten von 3 Aufstiegen der 18. Etappe. Auf der Abfahrt rollten die Ausreißer in genannter Reihenfolge zusammen. Arredondons Plan war es zunächst, das blaue Bergtrikot abzusichern.

Auch am Passo del Redebus überließ Arredondo nichts dem Zufall, griff etwas unterhalb des Bergpreises an und hielt oben im Sprint Dario Cataldo in Schach. Arredondo baute bereits hier seinen Vorsprung in der Bergwertung praktisch uneinholbar aus. Durch den Etappensieg kassierte er im Ziel an der Rifugio di Panarotta weitere Punkte, wodurch sein Vorsprung gegenüber Cataldo auf 86 Punkte anwuchs.

Bergwertung
1. Julian Arredondo (COL) - Trek 173 p.
2. Dario Cataldo (ITA) - Sky 87
3. Tim Wellens (BEL) - Lotto 79
4. Robinson Chalapud (COL) - Colombia 69
5. Nairo Quintana (COL) - Movistar 56
6. Jarlinson Pantano (COL) - Colombia 43
7. Fabio Duarte (COL) - Colombia 41
8. Yonathan Monsalve (COL) - Neri Sottoli 39
9. Fabio Aru (ITA) - Astana 37
10. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 36

Schlagabtausch in Spitzengruppe um den Tagessieg
Aus der Spitzengruppe attackierte direkt am Fuße des Schlussanstiegs Thomas de Gendt 16,5 Kilometer vor dem Ziel. Die Verfolger attackierten sich mehrfach gegenseitig. Jedoch erst 10 Kilometer später geriet de Gendt in Sichtweite für 5 Fahrer: Außer Arredondo und Duarte waren dies die Teamkollegen Deignan und Cataldo sowie Pellizotti.

6,1 Kilometer vor dem Ziel stürmte Arredondo an de Gendt vorbei. Duarte und Deignan schafften den Anschluss. De Gendt und Pellizotti fuhren mit gleichmäßigem Tempo wieder heran und übernahmen kurzzeitg die Spitze. Pellizotti distanzierte innerhalb der letzten 5 Kilometer de Gendt. Kurz vor der 4-Kilometer-Marke fuhren Arredondo und Duarte zu Pellizotti vor. Wenig später entledigte sich Arredondo seiner letzten Begleiter und blieb jetzt für den Rest der Etappe vorn. Hinter Duarte fuhr Deignan auf den 3. Platz vor Pellizotti. Für den 5. Platz dreht Zardini spät auf, der sich aus den Attacken herausgehalten hatte.

Rolland erneut Aktivposten unter Klassementbesten
Das Hauptfeld enterte den Schlussanstieg mit knapp 7 Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe - knapp 3 zu wenig, um noch beim Etappensieg eingreifen zu können. Movistar als Team des Gesamtführenden hatte den Tag über das Hauptfeld angeführt. Im Finale schalteten sich AG2R für Pozzovivo und Europcar für Rolland ein, dazu zarghaft mit nur einem Fahrer Garmin für Hesjedal.

Etwa nach der Hälfte des Schlussanstiegs - das Hauptfeld war inzwischen zur kleinen Gruppe verkümmert - setzte Rolland eine von mehrere Attacken. Nach Rollands erstem Antritt, versuchte es Kelderman. Hesjedal holte seinen Klassementnachbarn zurück und zog durch. Das war jetzt zu viel für Evans. Zwischen weitere neutralisiert Rolland-Attacken, forcierte auch Hesjedal noch einmal, ehe zusammen mit Kiserlovski (Trek) als nächster Top-9-Fahrer reißen lassen musste.

Schon innerhalb des Schlusskilometers attackierte Aru 2-mal, wobei sein letzter Versuch immerhin ein paar Sekunden brachte. Kelderman hatte nun die größten Probleme von den übrigen Top-Fahrern, obwohl er noch zuvor neben Quintana und Uran scheinbar am leichtesten die Rolland-Vorstöße parieren konnte. Majka und Pozzovivo passierten die Ziellinie unauffällig gemeinsam mit Rolland 3 Sekunden hinter Quintana und Uran. Hesjedal fuhr noch um 15 Sekunden an Kelderman vorbei.


Einschätzung vor der Etappe: Das Gesamtklassement des Giro 2014 wird zu diesem Zeitpunkt schon ungefähr stehen, doch nun kommen die 3 Tage der Wahrheit in den Ostalpen. Den Beginn macht die 18. Giro-Etappe von Belluno in Venetien ins Valsugana im Trentino. An Christi Himmelfahrt geht es nach 2 Pässen schließlich hinauf zur Rifugio Panarotta auf 1760 Meter. Die Schlusssteigung beginnt nach einem rund 13 Kilometer langen Flachstück in Levico Terme auf 485 Metern. Es geht 16,3 Kilometer lang relativ gleichmäßig bei über 8 Prozent hinauf, wobei die ersten 2 Kilometer noch etwas flacher sind. Dieser Tag gehört definitiv zu den wichtigsten für die Klassementfahrer, auch wenn sich an den beiden folgenden Tagen vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit herausholen lässt...
Landkarte & Profil auf www.gazzetta.it
Profil des Schlussanstiegs zur Rifugio Panarotta auf www.salite.ch

17. Etappe Do 29. Mai: 18. Etappe 19. Etappe

Giro d'Italia 2014

Giro d'Italia 2014
18. Etappe (171km)
von Belluno
zur Rifugio Panarotta

-km117 13:50 Passo San Pellegrino
-km83 14:40 Cavalese
-km49 15:41 Passo del Redebus
-km0 17:12 Rifugio Panarotta

Etappensieger:
Julian Arredondo (COL)

Rosa Trikot:
Nairo Quintana (COL)

Rotes Trikot:
Nacer Bouhanni (FRA)

Blaues Bergtrikot:
Julian Arredondo (COL)

Jungprofi-Wertung:
Nairo Quintana (COL)
- vertreten durch: Aru

Teamwertung:
AG2R La Mondiale

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