Giro d'Italia 2014 - 11. Etappe

Übersicht - Etappenplan - Berge - Teams - Endklassement - Giro-Siegerliste

10. Etappe Mi 21. Mai: 11. Etappe 12. Etappe

Zielankunft in Savona: ca. 17:14 Uhr

Rogers mit spätem Solo, Geschke sprintet auf Platz 2
Michael Rogers (Tinkoff) feierte in Savona einen ewtas merkwürdigen Etappensieg auf dem 11. Teilstück des Giro d'Italia 2014. Erst ließ das Hauptfeld eine Reihe von Ausreißern nicht weg, dann nutzte Rogers auf der Abfahrt ins Ziel die anscheinend günstige Situation für ein 21-Kilometer-Solo. Das vom letzten Anstieg dezimierte Feld bekam es jetzt nicht mehr gebacken, Rogers einzufangen. So blieb für Simon Geschke (Giant) als Schnellstem des Verfolgerfelds der 2. Platz vor Enrico Battaglin (Bardiani).

Ergebnis
1. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo 5h48:07
2. Simon Geschke (GER) - Giant-Shimano +0:10
3. Enrico Battaglin (ITA) - Bardiani-CSF
4. Wilco Kelderman (NED) - Belkin
5. Gianluca Brambilla (ITA) - Omega-Quick Step alle
6. Moreno Moser (ITA) - Cannondale
7. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp
8. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli
9. Fabio Duarte (COL) - Colombia
10. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale gleiche
11. Julian Arredondo (COL) - Trek
12. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-Merida
13. Cadel Evans (AUS) - BMC
14. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol
15. José Herrada (ESP) - Movistar Zeit
...
58. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +4:31
- 176 Fahrer klassiert.
HD Davide Appollonio (ITA) - AG2R La Mondiale
HD Nicola Ruffoni (ITA) - Bardiani-CSF
DNF Luke Durbridge (AUS) - Orica-Greenedge
DNF Fabian Wegmann (GER) - Garmin-Sharp
DNS Michael Matthews (AUS) - Orica-Greenedge

Einen Tag vor dem Rotwein-Einzelzeitfahren wagte aus den Top-Ten der Gesamtwertung kein Fahrer eine Attacke. Zu den Angreifern oberhalb der ligurischen Küste gehörte jedoch der Zwölftplatzierte Pierre Rolland (Europcar), der nur knapp 3 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot aufwies. Eine Gruppe mit Rolland war dem Verfolgerfeld daher wohl nicht geheuer.

Im kleinen, gut 40-köpfigen Hauptfeld fehlte am Ende Diego Ulissi (Lampre). Der bisher 2-fache Etappensieger lag vor der 11. Etappe auf dem 7. Platz der Gesamtwertung. Dies war gleichzeitig die einzige Veränderung auf den vorderen Rängen. Cadel Evans (BMC) behielt die Gesamtführung und das Rosa Trikot 57 Sekunden vor Uran (OMega), 70 vor Majka (Tinkoff) und 80 vor Pozzovivo (AG2R). Auf dem 8. Platz verharrte Quintana (Movistar) mit 1:45 Minuten Defizit.

Gesamtwertung
1. Cadel Evans (AUS) - BMC 48h39:04
2. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step +0:57
3. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo +1:10
4. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:20
5. Steve Morabito (SUI) - BMC +1:31
6. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:39
7. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +1:44
8. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:45
9. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek +1:49
10. Ivan Basso (ITA) - Cannondale +2:01
11. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +2:56
12. Wout Poels (NED) - Omega-Quick Step +3:03
13. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol +3:41
14. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +4:25
15. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +4:30
16. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli +4:36
17. Gianluca Brambilla (ITA) - Omega-Quick Step +5:01
18. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +5:36
19. Konstantin Siwtsow (BLR) - Sky +5:42
20. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +5:46
21. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +6:04
...
27. Georg Preidler (AUT) - Giant-Shimano +11:43
29. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo +12:45

In der Spitzengruppe des Tages fuhren Barbin, Bongiorno (beide Bardiani), Moser (Cannondale), Mourey (FDJ.fr), Monsalve (Nero Sottoli), Quemeneur, Sicard, Thurau (alle Europcar), Preidler (Giant), Moreno, Worganow (beide Katusha), Deignan (Sky), Roche und Iwan Rowny (beide Tinkoff). Da Mourey in der Gesamtwertung nur knapp 8 Minuten zurücklag, ließ das Feld die Gruppe niemals weit entkommen.

Preidler stemmt sich gegen Bergleader Arredondo
Innerhalb der letzten 40 Kilometer begann das Rennen am letzten Anstieg daher quasi neu. 34 Kilometer vor dem Ziel attackierte Julian Arredondo (Trek) im blauen Bergtrikot aus dem Hauptfeld und erreichte schnell Bongiorno, Preidler, Moreno und Roche, die sich von den weiteren frühen Ausreißern am Fuß des Berges leicht abgesetzt hatten. Kurz darauf attackierte Roche. Dem Konter von Arredondo war Roche dann nicht mehr lange gewachsen, und nur noch Georg Preidler konnte mit Arredondo mühsam Schritt halten.

Weitere Attacken aus dem Hauptfeld kamen von Zardini (Bardiani), Losada (Katusha), Pellizotti (Androni) und Rolland. 28,2 Kilometer vor dem Ziel überquerte Arredondo den Bergpreis nur wenige Augenblicke vor Preidler und den 4 neuen Verfolgern. Da Arredondo gegen Mittag schon die meisten Punkte an einem frühen Bergpreis mitnahm, baute er die Führung in der Bergwertung deutlich aus.

Bergwertung
1. Julian Arredondo (COL) - Trek 75 p.
2. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 39
3. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF 26
4. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek 20
5. Cadel Evans (AUS) - BMC 15
6. Wilco Kelderman (NED) - Belkin 15
7. Björn Thurau (GER) - Europcar 15
8. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge 14
9. Perrig Quemeneur (FRA) - Europcar 14
10. Maarten Tjallingii (NED) - Belkin 12

Die etwas über 20 Sekunden Rückstand fuhr das kleine Hauptfeld auf den ersten 4 Kilometern der Abfahrt zu. Vor allem Urans Omega-Pharma-Team schien etwas gegen die Gruppe zu haben. Als dann Rogers in die Offensive ging, bemühten sich schließlich nur noch Giant und Bardiani mit je einem Mann ums Tempo. So wurde es knapp nichts mit dem Sprint um den Etappensieg ohne etatmäßigen Sprinter - schade für Simon Geschke: Wie oft war der 28-jährige Deutsche zuletzt schon nah dran an einem schönen Sieg?

Michael Rogers hingegen griff erst 2 Wochen vor dem Giro ins Saisongeschehen ein, ohne im Vorfeld ein Ergebnis zu verzeichnen. Wegen eines positiven Tests auf Clenbutarol beim Japan-Cup war der 34-jährige Australier seit Oktober 2013 suspendiert. Letztlich lavierte sich Rogers aus der Affäre mit der Standard-Begründung nach Sport-Veranstaltungen in Asien: kontaminiertes Fleisch. Der Sieg beim Japan-Cup wurde ihm aberkannt, auf eine Sperre verzichtete der Weltverband UCI jedoch im Einklang mit der Welt-Anti-Doping-Agentur.


Einschätzung vor der Etappe: Die 11. Etappe des Giro 2014 ist etwas für mutige Angreifer. Eigentlich schon im Zielort Savona angekommen, wird noch ein steiler Berg mitgenommen: Naso di Gatto. Von der ligurischen Küste geht es auf 714 Meter hinauf. Die letzten 6 Kilometer des Anstiegs steigen um rund 500 Höhenmeter herb an. Bis ins Ziel sind es von oben noch 28,2 Kilometer und dies bergab bis 3,8 Kilometer vor dem Ziel. Zu Beginn der Etappe steht bereits der Passo Cento Croci an der Grenze zwischen der Emilia und Ligurien im Profil. Die Etappenlänge von 249 Kilometern dürfte außerdem zu einem auslaugenden Finale beitragen.
Landkarte, Profil & Zeittabelle auf www.gazzetta.it
Profil des Anstiegs Naso di Gatto auf www.salite.ch

10. Etappe Mi 21. Mai: 11. Etappe 12. Etappe

Giro d'Italia 2014

Giro d'Italia 2014
11. Etappe
(249km)
von Collecchio
nach Savona

-km183 12:42 Passo Cento Croci
-km56 15:48 Varazze
-km29 16:37 Naso di Gatto

Etappensieger:
Michael Rogers (AUS)

Rosa Trikot:
Cadel Evans (AUS)

Rotes Trikot:
Nacer Bouhanni (FRA)

Blaues Bergtrikot:
Julian Arredondo (COL)

Jungprofi-Wertung:
Rafal Majka (POL)

Teamwertung:
Omega Pharma-Quick Step

Radsport-Seite.de, Homepage / Giro d'Italia / Giro d'Italia 2014 / Giro d'Italia 2014, 11. Etappe (Collecchio - Savona)