Giro d'Italia 2014 - 8. Etappe

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7. Etappe Sa 17. Mai: 8. Etappe 9. Etappe

Zielankunft am Montecopiolo: ca. 17:14 Uhr

Ulissi vor Kiserlovski am Montecopiolo
Diego Ulissi (Lampre) holte am Montecopiolo seinen zweiten Etappensieg im Rahmen des Giro d'Italia 2014. Der 24-jährige Italiener verfügte über die spritzigsten Beine aus einer rund 20-köpfigen Gruppe der favorisierten Klassementfahrer. 250 Meter vor dem Ziel ging Ulissi einen Antritt von Robert Kiserlovski (Trek) mit und stürmte an der 100-Meter-Marke noch weit vorbei. Auf den 3. Platz kam mit 6 Sekunden Rückstand Wilco Kelderman (Belkin) vor Nairo Quintana (Movistar). Weitere 2 Sekunden später überfuhren Evans (BMC), Uran (Omega) und Pozzovivo (AG2R) die Linie.

Nach nur 8 Etappen gibt es nun also schon 4 Doppel-Etappensieger beim Giro 2014: Kittel, Matthews, Bouhanni und nun auch Ulissi, der bereits die 5. Etappe als Erster abschloss. Die schwierigste Mittelgebirgsetappe des Giro 2014 endete mit Anstiegen im Grenzgebiet zwischen den Regionen Marken und Emilia-Romagna. 2 Attackierer hatten den Tagessieg zum Greifen nahe: Julian Arredondo (Trek) aus der frühen Ausreißergruppe und Pierre Rolland durch eine Attacke in der Abfahrt hinter dem ersten Anstieg. Beide wurden erst relativ kurz vorm Ziel von der Favoritengruppe gestellt.

Ergebnis
1. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 4h47:47
2. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek gl.Zeit
3. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +0:06
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar gl.Zeit
5. Cadel Evans (AUS) - BMC +0:08
6. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step gl.Zeit
7. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale gl.Zeit
8. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo +0:14
9. Fabio Aru (ITA) - Astana +0:17
10. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +0:20
11. Wout Poels (NED) - Omega-Quick Step +0:22
12. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +0:24
13. Ivan Basso (ITA) - Cannondale
14. Francis Mourey (FRA) - FDJ.fr
15. Pierre Rolland (FRA) - Europcar
16. Konstantin Siwtsow (BLR) - Sky +0:28
17. Mikel Landa (ESP) - Astana gl.Zeit
18. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +0:33
19. Gianluca Brambilla (ITA) - Omega-Quick Step +0:35
20. Steve Morabito (SUI) - BMC gl.Zeit
21. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol +1:22
22. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +1:26
23. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +1:47
24. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +2:17
25. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr +2:59
...
26. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli +3:07
27. Julian Arredondo (COL) - Trek +3:10
29. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-Merida +3:18
34. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo +6:06
35. Nicolas Roche (IRL) - Tinkoff-Saxo +6:06
40. Fabio Duarte (COL) - Colombia +7:12
44. Georg Preidler (AUT) - Giant-Shimano +7:20
46. Ivan Santaromita (ITA) - Orica-Greenedge +7:20
48. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida +7:30
60. Michele Scarponi (ITA) - Astana +9:39
81. Dario Cataldo (ITA) - Sky +21:52
- 185 Fahrer klassiert.
DNS Cameron Meyer (AUS) - Orica-Greenedge

Rosa erwartungsgemäß zum nächsten Australier
Michael Matthews (Orica) platzte im Rosa Trikot schon im ersten ernsthaften Anstieg ab und musste die Gesamtführung nach einer Woche nun erwartungsgemäß an den nächsten Australier abgeben: Der logische Nachfolger im Rosa Trikot war der bisherige Gesamtzweite Cadel Evans. Er verlor am Montecopiolo nur läppische 2 Sekunden auf einen seiner 2 kolumbianischen Hauptkonkurrenten, nämlich Nairo Quintana, und hielt den anderen, Rigoberto Uran, in Schach. Dadurch blieb es bei den 57 Sekunden Vorsprung vor Uran.

Auch Majka (Tinkoff) und Evans' Edelhelfer Morabito rückten wie Evans und Uran je einen Platz in der Gesamtwertung auf. Rafal Majka verlor ganz zum Schluss 6 Sekunden auf das Trio Evans/Uran/Pozzovivo. Ulissi verbesserte sich auf den 6. Platz. Quintana auf dem 8. Platz hat 1:45 Minuten Rückstand auf Evans.

Gesamtwertung
1. Cadel Evans (AUS) - BMC 34h22:35
2. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step +0:57
3. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo +1:10
4. Steve Morabito (SUI) - BMC +1:31
5. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:39
6. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida +1:43
7. Wilco Kelderman (NED) - Belkin +1:44
8. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:45
9. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek +1:49
10. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:50
11. Ivan Basso (ITA) - Cannondale +2:01
12. Gianluca Brambilla (ITA) - Omega-Quick Step +2:52
13. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +2:56
14. Wout Poels (NED) - Omega-Quick Step +3:03
15. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Belisol +3:41
16. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +3:52
17. Matteo Rabottini (ITA) - Neri Sottoli +4:03
18. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +4:25
19. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +4:30
20. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +5:03
21. Francis Mourey (FRA) - FDJ.fr +5:07
22. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +5:36
23. Kanstantsin Siutsou (BLT) - Sky +5:42
24. Alexandre Geniez (FRA) - FDJ.fr +5:58
25. Cunego Damiano (ITA) - Lampre-Merida +6:02
...
31. Daniel Moreno (ESP) - Katusha +9:15
35. Georg Preidler (AUT) - Giant-Shimano +10:05
36. Fabio Duarte (COL) - Colombia +10:06
38. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida +10:42
41. Michele Scarponi (ITA) - Astana +11:38
42. Riccardo Zoidl (AUT) - Trek +13:03
46. Bjorn Thurau (GER) - Europcar +15:55
51. Mikel Landa (ESP) - Astana +22:20
52. Julian Arredondo (COL) - Trek +22:31
67. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Belisol +30:05

Arredondo startet Solo aus früher Spitzengruppe
Auf der 8. Etappe schafften 10 Mann den Sprung in die frühe Spitzengruppe des Tages: Bérard (AG2R), Bandiera (Androni), Pirazzi (Bardiani), Quintero (Colombia), Cattaneo (Lampre), Finetto (Neri Sottoli), Quemeneur (Europcar), Worganow (Katusha), Boasson Hagen (Sky) und Julian Arredondo. 47 Kilometer vor dem Ziel lösten sich am ersten Kategorie-1-Anstieg des Giro 2014 Pirazzi, Arredondo und Quemeneur. Etwas 10 Kilometer später hängte Arredondo seine letzten beiden Begleiter ab, nachdem er eine Attacke von Pirazzi schnell entschärft hatte.

Im Hauptfeld präsentierten sich über den Tag verschiedenste Teams in der Führungsarbeit. Als im letzten Renndrittel die Anstiege kamen, übernahm das Pozzovivo-Team AG2R diese Aufgabe fast komplett. Oben angekommen betrug Arredondos Vorsprung vor Pirazzi 36 Sekunden. Die Favoritengruppe passierte den Cippo di Carpegna mit gut 2 Minuten Rückstand. Zu den Geschlagenen zählte hier bereits Michele Scarponi (Astana), der in einer abgehängten Gruppe saß.

Rolland startet Verfolgung aus Favoritengruppe
In der Abfahrt attackierte Pierre Rolland die Favoritengruppe, fuhr dieser davon und kam Arredondo Stück für Stück näher. Für ein paar Kilometer konnte sich Rolland noch in den Windschatten seines Teamkollegen Quemeneur begeben. 18 Kilometer vor dem Ziel holte das Duo am Fuße des 2-geteilten Schlussanstiegs Pirazzi ein. Dann verabschiedete sich Quemeneur nach hinten, und auch Pirazzi konnte Rollands Tempo nicht mehr mitgehen, hier noch rund anderthalb Minuten hinter dem Spitzenreiter Arredondo.

9,7 Kilometer vor dem Ziel überquerte Arredondo den nächsten Kulminationspunkt 56 Sekunden vor Rolland, 1:34 Minuten vor Pirazzi und 1:46 vor der Favoritengruppe, die immer noch von AG2R angeführt wurde. Arredondo spielte im Kampf ums Rosa Trikot keine Rolle mehr, weil er auf der dramatischen 6. Etappe über 18 Minuten verlor. Andernfalls hätten ihn die Teams der anderen Klassementfahrer kaum in der frühen Spitzengruppe fahren lassen. Er ging aus dem Tag immerhin mit dem Bergtrikot heraus - und der Aussicht, ab jetzt gezielt auf diese Sonderwertung zu fahren.

Bergwertung
1. Julian Arredondo (COL) - Trek 47 p.
2. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida 35
3. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF 26
4. Robert Kiserlovski (CRO) - Trek 20
5. Cadel Evans (AUS) - BMC 15
6. Michael Matthews (AUS) - Orica-Greenedge 14
7. Wilco Kelderman (NED) - Belkin 14
8. Perrig Quemeneur (FRA) - Europcar 14
9. Maarten Tjallingii (NED) - Belkin 12
10. Nairo Quintana (COL) - Movistar 10

Es dauerte bis 2,7 Kilometer vor dem Ziel, da erreichte Rolland den Spitzenreiter. Einen knappen Kilometer hielt Arredondo noch mit Rolland mit. Dann war bei ihm der Ofen aus. Rollands Vorsprung vor der Favoritengruppe schmolz nun seinerseits beständig, lag zu diesem Zeitpunkt bei knapp einer halben Minute. Inzwischen hatte Steve Morabito das Zepter in der Nachführarbeit übernommen. Er neutralisierte auch eine Attacke von Mikel Landa rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel.

Am 450-Meter-Schild trat Daniel Moreno (Katusha) an und flog 300 Meter vor dem Ziel an Rolland vorbei. Moreno knickte jedoch ein und wurde noch auf den 18. Platz und damit sogar wieder hinter Rolland durchgereicht. Kiserlovski stach mit Ulissi am Rad an Moreno vorbei, ehe Ulissi den Sack zu seinen Gunsten zumachte.

Überraschend große Rückstände im Ziel mussten außer Scarponi auch Duarte (Colombia) und Niemiec (Lampre) mit über 7 Minuten Rückstand und im Falle von Scarponi über 9. Tim Wellens (Lotto) fiel auf dem 116. Platz fast eine halbe Stunde zurück und damit aus den Top-Ten der Gesamtwertung deutlich raus, ebenso wie die Orica-Fahrer Matthews und Santaromita.


Einschätzung vor der Etappe: Noch nicht in den Alpen angekommen steht trotzdem das erste Wochenende mit 2 Bergetappen auf dem Programm. Am Samstag macht die 8. Giro-Etappe mit Bergankunft in Montecopiolo den Anfang. An der Grenze zwischen den Regionen Marken und Emilia-Romagna sind vorher noch 2 weitere Bergwertungen ins Profil eingebaut: Cippo di Carpegna 35,5 Kilometer vor dem Ziel (7,85 Kilometer lang, 654 Höhenmeter, 8,3% im Schnitt, 14% maximal) und Villaggio del Lago. Rechnet man letztgenannte Vorstufe mit dem Schlussanstieg zusammen werden auf 18,8 Kilometern 987 Höhenmeter gewonnen bei im Schnitt 6,3%, wobei es bis 6,4 Kilometer vor dem Ziel noch einmal kurz bergab geht. Die Maximalsteigung von 13% wird auf den letzten Metern vor dem Ziel erreicht und eine gleichmäßig hohe Steigung ab 4 Kilometer vor dem Ziel, so dass ab dort mit Attacken der Klassementfahrer und entsprechenden Abständen im Ziel gerechnet werden kann.
Landkarte, Profil & Zeittabelle auf www.gazzetta.it

7. Etappe Sa 17. Mai: 8. Etappe 9. Etappe

Giro d'Italia 2014

Giro d'Italia 2014
8. Etappe (179km)
von Foligno
nach Montecopiolo

-km74 14:52 Urbania
-km36 16:06 Cippo di Carpegna
-km10 16:51 Villaggio del Lago
-km0 17:14 Montecopiolo

Etappensieger:
Diego Ulissi (ITA)

Rosa Trikot:
Cadel Evans (AUS)

Rotes Trikot:
Nacer Bouhanni (FRA)

Blaues Bergtrikot:
Julian Arredondo (COL)

Jungprofi-Wertung:
Rafal Majka (POL)

Teamwertung:
BMC

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