Giro d'Italia 2014 - 4. Etappe

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3. Etappe Di 13. Mai: 4. Etappe 5. Etappe

Zielankunft in Bari: ca. 17:18 Uhr

Bouhanni Sieger nach Regen-Farce, Kittel nicht mehr dabei
Nacer Bouhanni (FDJ.fr) gewann eine lächerliche 4. Etappe beim Giro d'Italia 2014. Die Fahrer waren sich bei regnerischem Wetter nicht einig, ob sie Radrennen oder spazieren fahren wollten. Fast die gesamte Etappe absolvierten die Fahrer mit neutralisiertem Tempo. Auf dem rutschigen Stadtkurs von Bari wurde dann auf der letzten 8,3-Kilometer-Runde der Tagessieger ausgefahren, ohne Zeitabstände fürs Gesamtklassement zu messen. Die Klassementfahrer rollten auf der Schlussrunde folglich nur noch locker aus.

Dafür stürzten mehrere Sprintanfahrer im Finale auf dem glitschigen Untergrund. Das zerissene Sprinterfeld wurde fortan von Giant angeführt, hinter denen nur noch Bouhanni, Nizzolo (Trek) und Ferrari (Lampre) unmittelbaren Kontakt hielten. Eingangs der Zielgeraden nahm Mezgec hinter seinem Anfahrer Tom Veelers die Beine hoch. Bouhanni stopfte die entstandene Lücke, übersprintete Veelers und erwehrte sich gegen den aufkommenden Nizzolo, der den 2. Platz vor Veelers belegte. Viviani (Cannondale) kam auf den 5. Platz hinter Ferrari. Marcel Kittel (Giant), Sieger der beiden vorangegangenen Etappen, trat zur 4. Etappe laut eigenen Angaben wegen Fiebers nicht mehr an.

Ergebnis
1. Nacer Bouhanni (FRA) - FDJ.fr 2h22:06
2. Giacomo Nizzolo (ITA) - Trek
3. Tom Veelers (NED) - Giant-Shimano
4. Roberto Ferrari (ITA) - Lampre-Merida
5. Elia Viviani (ITA) - Cannondale
6. Matteo Montaguti (ITA) - AG2R La Mondiale
7. Kenny Dehaes (BEL) - Lotto-Belisol
8. Luka Mezgec (SLO) - Giant-Shimano
9. Bert de Backer (NED) - Giant-Shimano
10. Francesco Chicchi (ITA) - Neri Sottoli
11. Mauro Finetto (ITA) - Neri Sottoli
12. Leonardo Duque (COL) - Colombia
13. Marco Frapporti (ITA) - Androni Giocattoli
14. Eugenio Alafaci (ITA) - Trek
15. Johan Le Bon (FRA) - FDJ.fr
- 195 Fahrer klassiert.
DNS Marcel Kittel (GER) - Giant-Shimano

Wie auf Irland regnete es nun also auch in Apulien. Die erste Etappe des Giro 2014 auf italienischen Boden wurde bis zum Rundkurs von Bari deshalb neutralisiert gefahren und geriet zur Farce. Einige Fahrer waren unzufrieden, weil sie lieber ein Rennen fahren wollten, andere spielten sich auf als streikende Patrone.

Letztlich kam es zum faulen Kompromiss: Die Zeit wurde eingangs der Schlussrunde genommen und Zeitgutschriften ausgesetzt. Andererseits wurde der Zwischensprint ausgefahren ebenso wie die Entscheidung um den Tagessieg, und es gab auch Punkte für das Rote Trikot. Konsequenz sieht anders aus. Entweder lassen die äußeren Bedingungen scharfe Radrennen zu oder eben nicht. Der aufgeführte Eiertanz könnte zu dem Schluss verleiten, dass die Gesundheit der Klassementfahrer wichtiger ist als die Gesundheit der Sprinter und derer Helfer.

Das Rosa Trikot des Gesamtführenden blieb kampflos auf den Schultern von Michael Matthews (Orica). Er beteiligte sich nicht am Sprint, obwohl dies genau seine Disziplin ist.

Gesamtwertung
1. Michael Matthews (AUS) - Orica-Greenedge 12h28:43
2. Alessandro Petacchi (ITA) - Omega-Quick Step +0:08
3. Daniel Oss (ITA) - BMC +0:10
4. Ivan Santaromita (ITA) - Orica-Greenedge +0:14
5. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge +0:14
...
8. Rigoberto Uran (COL) - Omega-Quick Step +0:19
14. Cadel Evans (AUS) - BMC +0:21
19. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo +0:26
32. Michele Scarponi (ITA) - Astana +0:41
58. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:09
73. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:12

Den Zwischensprint 32 Kilometer vor dem Ziel gewann Viviani vor Nizzolo und Ferrari. Das Rote Trikot des Punktbesten streifte trotzdem Nacer Bouhanni über. Dabei war dessen Teilnahme am Zielsprint alles andere als gewiss: 13 Kilometer vor dem Ziel fiel der 23-jährige Franzose wegen eines Defekts zurück. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt drehte der Bummelzug von Orica doch noch auf, um im Renntempo zur vorletzten Zieldurchfahrt zu gelangen. Dieser Umstand wertete Bouhannis Etappensieg - sein erster bei einer großen Rundfahrt - freilich etwas auf.

Punktewertung
1. Nacer Bouhanni (FRA) - FDJ.fr 115
2. Elia Viviani (ITA) - Cannondale 113
3. Giacomo Nizzolo (ITA) - Trek 106
4. Roberto Ferrari (ITA) - Lampre-Merida 96
5. Ben Swift (GBR) - Sky 76
6. Davide Appollonio (ITA - AG2R 44
7. Francesco Chicchi (ITA) - Neri Sottoli 36
8. Tom Veelers (NED) - Giant-Shimano 34
9. Maarten Tjallingii (NED) - Belkin 32

Es gab weder Bergwertungen noch Spitzengruppen auf dieser 4. Giro-Etappe. Das blaue Bergtrikot behielt deswegen Maarten Tjallingii (Belkin).


Einschätzung vor der Etappe: Nach den ersten 3 Etappen auf der Insel Irland wird der Giro d'Italia in der Heimat fortgesetzt, und zwar im Süden. Nach kurzer Anfahrt vom Startort Giovinazzo mündet die Strecke der 4. Etappe in einen Rundkurs in Bari, Hauptstadt der Region Apulien. Die Ziellinie auf der tellerflacher Stadtrunde wird 8-mal überfahren, ehe beim 9. Mal und nach kurzen 112 Kilometern der Etappensieger wahrscheinlich im Massensprint ermittelt wird.
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Giro d'Italia 2014

Giro d'Italia 2014
4. Etappe (112km)
von Giovinazzo
nach Bari

-km34 16:35 Bari 5. Runde

Etappensieger:
Nacer Bouhanni (FRA)

Rosa Trikot:
Michael Matthews (AUS)

Rotes Trikot:
Nacer Bouhanni (FRA)

Blaues Bergtrikot:
Maarten Tjallingii (NED)

Jungprofi-Wertung:
Michael Matthews (AUS)
- vertreten durch: Durbridge

Teamwertung:
Orica-Greenedge

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