Giro d'Italia 2013 - 20. Etappe

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19. Etappe Sa 25. Mai: 20. Etappe 21. Etappe

Nibali ohne Gegner im Schnee der Drei Zinnen
Vincenzo Nibali (Astana) gewann bei extremen Wetterbedingungen im Rosa Trikot die 20. Etappe des Giro d'Italia 2013. Im eingeschneiten Schlussabschnitt zu den Drei Zinnen brachte er damit den Gesamtsieg dominant unter Dach und Fach. 17 Sekunden hinter ihm kamen die Kolumbianer Duarte (Colombia), Uran (Sky) und Betancur (AG2R) auf die nächsten Plätze. Betancur übertrumpfte damit Majka (Saxo) in der Jungprofi-Wertung. Uran verbesserte sich auf den 2. Platz der Gesamtwertung im Kampf gegen einen beißenden Evans (BMC).

Der Schlussanstieg zu den Drei Zinnen glich einer Winterlandschaft - ein graues Band schlängelte sich bei Minusgraden durch pures Weiß. Von den ursprünglich angesetzten 5 Dolomiten-Anstiegen mussten wegen Schnees und Eises 3 gestrichen und umfahren werden. So konzentrierten sich die Aktionen auf die letzten 23 Kilometer mit dem Passo Tre Croci und dem Schlussanstieg zur Auronzohütte südlich der Drei Zinnen.

Ergebnis
1. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 5h27:41
2. Fabio Duarte (COL) - Colombia +0:17
3. Rigoberto Uran (COL) - Sky +0:19
4. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale +0:21
5. Fabio Aru (ITA) - Astana +0:44
6. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +0:48
7. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +0:54
8. Damiano Caruso (ITA) - Cannondale +0:58
9. Darwin Atapuma (COL) - Colombia +1:00
10. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff +1:04
11. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +1:11
12. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida +1:14
13. Michele Scarponi (ITA) - Lampre-Merida gl.Zeit
14. Cadel Evans (AUS) - BMC +1:30
15. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar gl.Zeit
16. Tanel Kangert (EST) - Astana +1:35
17. Diego Rosa (ITA) - Androni Giocattoli +1:41
18. Tom Danielson (USA) - Garmin-Sharp +1:50
19. Eros Capecchi (ITA) - Movistar +1:53
20. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard +2:02
...
21. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +2:05
22. Wilco Kelderman (NED) - Blanco +2:11
25. Sergio Henao (COL) - Sky +2:35
27. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini +2:42
30. Patrick Gretsch (GER) - Argos-Shimano +3:15
36. Christian Knees (GER) - Sky +4:17
- 168 Fahrer klassiert.
DNF Grega Bole (SLO) - Vacansoleil-DCM
DNS Robert Gesink (NED) - Blanco
DNS Danilo di Luca (ITA) - Vini Fantini

Nibali baute seinen Vorsprung vor Uran leicht auf 4:43 Minuten aus. Aus Evans' 10 Sekunden Vorsprung vor Uran wurden 69 Sekunden Rückstand. Evans konnte seinen Podestplatz gegenüber Scarponi (Lampre) recht deutlich behaupten. Betancur zog an Niemiec (Lampre) und Majka vorbei auf den 5. Platz. Intxausti (Movistar) und Santambrogio tauschten die Plätze 8 und 9. Pozzovivo (A2GR) verdrängte Sanchez (Euskaltel) aus den Top-Ten, obwohl dessen baskisches Team zuvor fast den gesamten Tag für ihn gearbeitet hatte. Die letzte Etappe wird fürs Gesamtklassement keine Bedeutung mehr haben.

Gesamtklassement
1. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 79h23:19
2. Rigoberto Uran (COL) - Sky +4:43
3. Cadel Evans (AUS) - BMC +5:52
4. Michele Scarponi (ITA) - Lampre-Merida +6:48
5. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale +7:28
6. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida +7:43
7. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff +8:09
8. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar +10:26
9. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini +10:32
10. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +10:59
11. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +11:35
12. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +11:59
13. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +12:55
14. Tanel Kangert (EST) - Astana +12:57
15. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard +14:27
16. Sergio Henao (COL) - Sky +18:19
17. Wilco Kelderman (NED) - Blanco +19:34
18. Darwin Atapuma (COL) - Colombia +27:18
19. Damiano Caruso (ITA) - Cannondale +30:56
20. Francis Mourey (FRA) - FDJ +31:38

Eine Gruppe mit 4 Fahrern löste sich nach 25 Kilometern aus dem Hauptfeld - bestehend aus Ermeti (Androni), Brutt (Katusha), Hansen (Lotto) and Popowitsch (RadioShack). Hinter den 4 Ausreißern griff Mark Cavendish (Omega) an beiden Zwischensprints in Toblach und Cortina je 2 Punkte fürs Rote Trikot ab. Dieses verlor er trotzdem einen Tag vor Giro-Ende an Nibali, der im Ziel kräftig punktete. Um das Rote Trikot zurückzuerobern, benötigt Cavendish auf der abschließenden Flachetappe einen 5. Platz - was ihm aufgrund seiner Sprintfähigkeiten locker gelingen sollte. Als Vertreter von Nibali, der bereits in Rosa unterwegs ist, darf Cavendish das Rote Trikot sogar weiterhin tragen.

Punktewertung
1. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 128 p.
2. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 117
3. Cadel Evans (AUS) - BMC 111
4. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale 108
5. Rigoberto Uran (COL) - Sky 102
6. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini 89
7. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar 86
8. Elia Viviani (ITA) - Cannondale 72
9. Ramunas Navardauskas (LTU) - Garmin-Sharp 65
10. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff 62
11. Giacomo Nizzolo (ITA) - RadioShack-Leopard 61

Aus dem frühen Spitzenquartett hielt sich Brutt am längsten vorne. Aus dem Hauptfeld attackierte Weening (Orica) hinter Cortina d'Ampezzo in den Passo Tre Croci hinein. Auch wiederholte Attacken vom Bergkönig Pirazzi (Bardiani) waren wieder dabei, außerdem von Atapuma (Colombia). Das blaue Bergtrikot hatte Pirazzi schon vor der Etappe sicher.

Bergwertung
1. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF Inox 82 p.
2. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar 45
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 45
3. Jackson Rodriguez (VEN) - Androni Giocattoli 41
4. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale 37
5. Robinson Chalapud (COL) - Colombia 31
7. Rigoberto Uran (COL) - Sky 26
8. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini 18
9. Fabio Duarte (COL) - Colombia 17
10. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge 14

Während Capecchi (Movistar) und Brambilla (Omega) nach vorn kamen, fielen Pirazzi und Atapuma wieder zurück. 9 Kilometer vor dem Ziel gingen Weening, Capecchi (Movistar) und Brambilla (Omega) an Brutt vorbei. Im Schlussanstieg löste sich Capecchi 6 Kilometer vor dem Ziel. Gut 3 Kilometer später war sein Traum vom Etappensieg geplatzt, als Nibali vorbeipedalierte.

Von den besten Klassementfahrern geriet im Finale Betancur kurzzeitig in Nöte: Wegen technischer Probleme musste er vor und im Passo Tre Croci 2-mal vom Rad steigen. Er meisterte die Situation souverän - sein Gegner ums weiße Trikot konnte kein Kapital aus dieser Episode schlagen.

Kolumbianer hängen Evans ab
Im Schlussanstieg befanden sich noch kurzzeitig Atapuma und der aufschließende Kiserlovski (RadioShack) vor der Nibali-Gruppe, die inzwischen auf kaum mehr als die besten Klassementfahrer zusammengeschmolzen war. Etwa 4 Kilometer vor dem Ziel attackierte Nibali, noch für ein paar Momente begleitet von seinem Helfer Kangert. Uran und Betancur bildeten das Verfolgerduo. Evans kam in seinem unnachahmlich verkrampften Stil fast noch einmal heran, verlor dann aber endgültig den Anschluss und wurde noch etwas durchgereicht. Stattdessen fuhr Duarte zu seinen beiden Landsleuten vor.


Einschätzung vor der Etappe: Der unter «Urspünglich geplant» beschriebene Traum (siehe unten) könnte zum Albtraum werden wegen eines Wintereinbruchs in den Alpen. Nach Absage der 19. Etappe steht auch die 20. Etappe auf der Kippe, zumindest die meisten der Bergpässe sind schon offiziell gestrichen worden. Die Ausweichroute zum Fuße der letzten beiden Anstiege führt nun komplett durchs Tal und mit Ausnahme der letzten gut 40 Kilometer durch Südtirol. In Bozen zweigt die neue Strecke anstatt zum Karerpass (und weiter über Pellegrino und Giau) nun nach Brixen, Bruneck und Toblach ab. Damit büßt die 20. Etappe deutlich an Schwierigkeit ein. Von Toblach aus geht es nicht direkt zu den 3 Zinnen, sondern über einen Umweg nach Cortina, damit wenigstens noch der Passo Tre Croci (vorerst) im Profil bleiben kann. Die Zielankunft an der Auronzohütte (2304m) wurde zur Cima Coppi, dem höchsten Bergpreis, aufgewertet wegen der Streichung am Stilfser Jochs auf der 19. Etappe. Sollte die 20. Etappe stattfinden, kann am vorletzten Giro-Tag 2013 im Gesamtklassement noch einmal ein bisschen bewegt werden.
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Ursprünglich geplant: Die vorletzte Etappe des Giro 2013 ist ein wahrer Traum: 5 Dolomitenpässe auf 203 Kilometern und das Finale grandioso am Schlussanstieg zu den Drei Zinnen! Die wunderschöne Landschaft ist Futter für die Augen, und das zackige Profil lässt die Radsport-Herzen höher schlagen. Nach der Anfahrt von Schlanders stehen als Vorspeise der Karerpass und der Passo di San Pellegrino auf dem Programm. Der Hauptgang folgt am Passo Giau, und nach der Abfahrt geht es von Cortina d'Ampezzo zunächst auf den Passo Tre Croci, bevor die (für den Zuschauer) süße Nachspeise diese Traumetappe abrundet: eine Bergankunft von Misurina hoch zur Auronzohütte am Fuße der Drei Zinnen. Dort fällt die Entscheidung über den Gesamtsieg beim Giro d'Italia 2013.
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Giro 2013

Giro d'Italia 2013
20. Etappe (203210km)
von Schlanders
zu den Drei Zinnen

-km113 13:30 Karerpass
-km86 14:24 Passo di San Pellegrino
-km50 15:22 Selva di Cadore
-km39 15:53 Passo Giau
-km55 Toblach
-km22 16:15 Cortina d'Ampezzo
-km14 16:41 Passo Tre Croci
-km0 17:16 Drei Zinnen
-km0 Drei Zinnen

Etappensieger:
Vincenzo Nibali (ITA)

Rosa Trikot:
Vincenzo Nibali (ITA)

Rotes Trikot:
Vincenzo Nibali (ITA)
- vertreten durch Cavendish

Blaues Bergtrikot:
Stefano Pirazzi (ITA)

Weißes Jungprofi-Trikot:
Carlos Betancur (COL)

Teamwertung:
Sky

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