Giro d'Italia 2013 - 16. Etappe

Übersicht - Etappenplan - Berge - Teams - Endklassement - Giro-Siegerliste

15. Etappe Di 21. Mai: 16. Etappe 17. Etappe

Zielankunft in Ivrea: ca. 17:17 Uhr

Intxausti vorn im Dreiersprint
Beñat Intxausti (Movistar) setzte sich auf der 16. Etappe des Giro 2013 nach 238 Kilometern im Dreiersprint vor Kangert (Astana) und Niemiec (Lampre) durch. Das Trio stammte aus einer Premium-Gruppe mit den meisten wichtigen Klassementfahrern. Diese hatte sich in der Schlussphase am Anstieg nach Andrate gebildet. Nicht darin vertreten war Mauro Santambrogio (Vini Fantini), der damit vom 4. Platz der Gesamtwertung abrutschte.

Nach dem 2. Ruhetag bekamen die Zuschauer ein Attacken-Feuerwerk geboten - auf dieser eher unscheinbaren Etappe, die in den Hügeln des Piemonts oberhalb der Po-Ebene vorentschieden wurde. Der Rest einer ehemals 22-köpfigen frühen Spitzengruppe wurde auf den letzten 20 Kilometern gestellt, als sich die Fahrer bereits bergauf nach Andrate befanden. Die Hauptgruppe ums Rosa Trikot von Vincenzo Nibali (Astana) wurde an diesem Berg der 3. Kategorie immer kleiner. Von mehreren Attacken aus dieser Gruppe zündete die von Betancur (AG2R) - schon in der Nähe des Bergpreises - am besten.

Betancur startete in die Abfahrt mit nur wenigen Sekunden Vorsprung vor der Nibali-Gruppe. Bergab schloss Sanchez (Euskaltel) schnell zu Betancur auf, dann auch Scarponi (Lampre), Nibali und mit etwas Verzögerung noch einige weitere Fahrer. Im Tal probierte auf den letzten Kilometern einer nach dem nächsten, für den Etappensieg auszubrechen. Den richtigen Zug erwischte Gesink (Blanco) - dessen Chancen zerstörte jedoch 2 Kilometer vor dem Ziel ein Defekt. Aus dem verbleibenden Trio verlor Niemiec vor der 400-Meter-Marke die Nerven und eröffnete den Sprint viel zu früh. Kangert stieg nach, Niemiec nahm kurz noch einmal das Tempo heraus, und Intxausti schoss zum Etappensieg vorbei. Der 27-jährige Spanier hatte nach der 7. Etappe bereits für einen Tag das Rosa Trikot getragen.

Ergebnis
1. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar 5h52:48
2. Tanel Kangert (EST) - Astana gl.Zeit
3. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida gl.Zeit
4. Ramunas Navardauskas (LTU) - Garmin-Sharp +0:14
5. Cadel Evans (AUS) - BMC
6. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli
7. Michele Scarponi (ITA) - Lampre-Merida
8. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff
9. José Herrada (ESP) - Movistar alle
10. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale
11. Rigoberto Uran (COL) - Sky
12. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana gleiche
13. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi
14. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF Inox
15. Fabio Aru (ITA) - Astana Zeit
16. Fabio Duarte (COL) - Colombia +0:20
17. Robert Gesink (NED) - Blanco +0:23
18. Francesco Bongiorno (ITA) - Bardiani-CSF Inix +1:51
19. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale alle
20. Fabio Felline (ITA) - Androni Giocattoli
...
23. Juri Trofimow (RUS) - Katusha gleiche
25. Wilco Kelderman (NED) - Blanco
26. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard
28. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale Zeit
29. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini +2:24
32. Sergio Henao (COL) - Sky +2:24
- 173 Fahrer klassiert.
DSQ Mattia Gavazzi (ITA) - Androni Giocattoli
DNF Nathan Haas (AUS) - Garmin-Sharp
DNF Taylor Phinney (USA) - BMC
DNF Anthony Roux (FRA) - FDJ
DNF Dmitri Kosontschuk (RUS) - Katusha
DNF Matthew Goss (AUS) - Orica
DNS Maarten Wynants (BEL) - Blanco

Santambrogio runter von 4 auf 6
Nibali behielt die Gesamtführung mit unverändert 1:26 Minuten vor Evans (BMC) und 2:46 vor Uran (Sky). Santambrogio fiel im Gesamtklassement hinter Scarponi und Niemiec (beide Lampre) zurück. Dahinter sind die beiden besten Jungprofis - Betancur und Majka (Saxo) - weiterhin durch nur 5 Sekunden getrennt. Intxausti zog auf den 9. Platz vorbei an Pozzovivo (AG2R), der als einziger Top-Ten-Fahrer außer Santambrogio in Andrate Zeit fraß.

Gesamtklassement
1. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 67h55:36
2. Cadel Evans (AUS) - BMC +1:26
3. Rigoberto Uran (COL) - Sky +2:46
4. Michele Scarponi (ITA) - Lampre-Merida +3:53
5. Przemyslaw Niemiec (POL) - Lampre-Merida +4:13
6. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini +4:57
7. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale +5:15
8. Rafal Majka (POL) - Saxo-Tinkoff +5:20
9. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar +5:47
10. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +7:34
11. Tanel Kangert (EST) - Astana +7:43
12. Robert Gesink (NED) - Blanco +7:47
13. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli +8:15
14. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard +8:19
15. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +8:36
16. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +9:02
17. Sergio Henao (COL) - Sky +10:26
18. Wilco Kelderman (NED) - Blanco +15:04
19. Jewgeni Petrow (RUS) - Saxo-Tinkoff +18:26
20. Darwin Atapuma (COL) - Colombia +20:42

Zur 22-köpfigen Spitzengruppe des Tages gehörten Navardauskas (Garmin), Rodriguez, Sella (beide Androni), Pirazzi (Bardiani), Zardini (Bardiani), Kelderman (Blanco), Caruso (Cannondale), Atapuma, Chalapud (beide Colombia), Verdugo (Euskaltel), Serpa (Lampre), de Greef (Lotto), Capecchi, Herrada (beide Movistar), Meier, Weening (beideOrica), Pate (Sky), Ludvigsson (Argos), Sutherland (Saxo), Bole (Vacansoleil), di Luca und Rabottini (beide Vini Fantini). In der ersten Etappenhälfte bestritten sie den Rückweg von Frankreich nach Italien über den Col du Mont Cenis. Jackson Rodriguez holte oben die 15 Punkte für die Bergwertung. Stefano Pirazzi im Bergtrikot manifestierte seine Führung in dieser Sonderwertung als Zweiter auf der Passhöhe mit 9 Punkten.

Vor der 16. Etappe belegten 3 Fahrer dieser Gruppe die Plätze 18 bis 20 im Gesamtklassement: Damiano Caruso mit unter 10 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot sowie Wilco Kelderman und Danilo di Luca mit unter einer Viertelstunde. Entsprechend wenig Vorsprung gewährte das Hauptfeld den 22 Ausreißern. Weiterhin negativ für die Spitzengruppe wirkte sich aus, dass nicht repräsentierte Teams (RadioShack, Katusha) sich im Hauptfeld in die Tempoarbeit einschalteten. Deswegen versuchten wiederholt Fahrer, die große Spitzengruppe zu verkleinern - verstärkt ab 51 Kilometer vor dem Ziel. Vor dem Anstieg nach Andrate kristallisierten sich 8 neue Spitzenreiter heraus: Sella, Kelderman, Pate, Pirazzi, Navardauskas, Verdugo, Herrada und Bole.

Immer wieder Pirazzi
In der vorentscheidenden Steigung attackierten sich die 8 Mann beharrlich gegenseitig, allen voran das Stehaufmännchen Pirazzi. Das Hauptfeld hatte die ehemaligen Fluchtgefährten bereits gestellt, saß der 8er-Gruppe im Nacken und hatte auch sie bald überholt. Pirazzi ergatterte mit einem letzten Aufbäumen weitere Bergpunkte in Andrate. Im Normalfall ist ihm das Blaue Trikot des fleißigsten Bergsammlers bis zum Ende des Giro d'Italia 2013 nicht mehr abzunehmen.

Bergwertung
1. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF Inox 79 p.
2. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar 42
3. Jackson Rodriguez (VEN) - Androni Giocattoli 41
4. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale 32
5. Robinson Chalapud (COL) - Colombia 31
6. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini 18
7. Maxim Belkow (RUS) - Katusha 18
8. Rigoberto Uran (COL) - Sky 17
9. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 15
10. Emanuele Sella (ITA) - Androni Giocattoli 13

Unter den besten Klassementfahrern bestritten Scarponi und Betancur das Finale am offensivsten. Vincenzo Nibali war jederzeit Herr der Lage - anders als Santambrogio: Er musste abgehängt zunächst allein hinterfahren, da er bis zur Rückkunft von Gatto keinen Helfer mehr dabei hatte. Santambrogios Teamkollege di Luca verlor nach der langen Flucht - wie Damiano Caruso - noch über 17 Minuten!

Vorne erhielt auf dem abschließenden Flachtstück Kangert den Freifahrtschein von seinem Kapitän Nibali. Der reagierte nur noch auf eine Attacke von Uran. Von Evans kam nichts - er konzentrierte sich wohl auf den Schlusssprint mit den Bonussekunden. Von denen blieb jedoch für Evans nichts mehr übrig, weil sich nach mehreren erfolglosen Vorstößen 4 Fahrer endgültig absetzten (von denen freilich Gesink noch zurückfiel).

Im Sprint um den 4. Platz setzte sich Navardauskas vor Evans durch. Von den 22 frühen Ausreißern gehörten noch Navardauskas und Pirazzi der ersten Verfolgergruppe an. Evans rückte in der Punktewertung Cavendish (Omega) auf den Pelz.

Punktewertung
1. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 109 p.
2. Cadel Evans (AUS) - BMC 103
3. Carlos Betancur (COL) - AG2R La Mondiale 85
4. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini 84
5. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 78
6. Rigoberto Uran (COL) - Sky 76
7. Elia Viviani (ITA) - Cannondale 72
8. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar 61
9. Giacomo Nizzolo (ITA) - RadioShack-Leopard 61
10. Maxim Belkow (RUS) - Katusha 55
11. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar 55


Einschätzung vor der Etappe: Nach dem letzten Ruhetag kommt die 16. Giro-Etappe am Pfingstdienstag: Von Valloire führt die Strecke - erneut über den Col du Mont Cenis - zurück nach Italien. Dort wird das Profil zunächst flacher, ehe gut 23 Kilometer vor dem Ziel noch der Anstieg nach Andrate zu nehmen ist. Hier kann man zwar keinen gigantischen Schaden anrichten - aber wer weiß: Vielleicht lässt sich ja der ein oder andere Top-Ten-Kandidat um ein paar wertvolle Sekunden distanzieren. Andrate ist 17,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Auf den 6,25 Kilometern zwischen Chiaverano und Andrate steigt die Straße bis maximal 13 Prozent. Der Zielstrich liegt nach insgesamt 238 Kilometern in Ivrea.
Landkarte & Profile auf gazzetta.it

15. Etappe Di 21. Mai: 16. Etappe 17. Etappe

Giro d'Italia 2013

Giro d'Italia 2013
16. Etappe (238km)
von Valloire (FRA)
nach Ivrea

-km174 13:03 Col du Mont Cenis/FRA
-km55 15:51 Aglie
-km31 16:25 Bollengo
-km18 16:54 Andrate

Etappensieger:
Beñat Intxausti (ESP)

Rosa Trikot:
Vincenzo Nibali (ITA)

Rotes Trikot:
Mark Cavendish (GBR)

Blaues Bergtrikot:
Stefano Pirazzi (ITA)

Weißes Jungprofi-Trikot:
Carlos Betancur (COL)

Teamwertung:
Sky

Radsport-Seite.de, Homepage / Giro d'Italia / Giro d'Italia 2013 / Giro d'Italia 2013, 16. Etappe (Valloire/FRA - Ivrea)