Giro d'Italia 2013 - 4. Etappe

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3. Etappe Di 7. Mai: 4. Etappe 5. Etappe

Zielankunft in Serra San Bruno: ca. 17:15 Uhr

Battaglin sprintet zum Sieg in Kalabrien
In einem Sprintfinale ohne Sprinter war Enrico Battaglin (Bardiani) mit Abstand der Schnellste auf der 4. Etappe des Giro d'Italia 2013. Der 23-jährige Italiener gewann nach 246 Kilometern mit mehreren Radlängen Vorsprung vor seinen Landsleuten Felline (Androni) und Visconti (Movistar). Erst auf dem Schlusskilometer in Serra San Bruno wurden di Luca (Vini Fantini) und Chalapud (Colombia) gestellt, die beide im letzten Anstieg attackiert hatten.

Nach bislang gutem Wetter beim Giro 2013 war die Schlussphase der 4. Etappe kälter und verregnet. In den kalabrischen Bergen hielten die Klassement-Favoriten still, obwohl die 4. Etappe für einen Angriff vermeintlich besser geeignet gewesen wäre als die 3. Etappe, als vor allem Hesjedal (Garmin) sehr offensiv fuhr. Die schnellsten Sprinter fielen trotzdem zurück. Und sogar Bradley Wiggins (Sky) verlor unverhofft Zeit.

Ergebnis
1. Enrico Battaglin (ITA) - Bardiani-CSF Inox 6h14:19
2. Fabio Felline (ITA) - Androni Giocattoli
3. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar
4. Rigoberto Uran (COL) - Sky
5. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ
6. Cadel Evans (AUS) - BMC
7. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar alle
8. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp
9. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard
10. Luca Paolini (ITA) - Katusha
11. Tanel Kangert (EST) - Astana gleiche
12. Franco Pellizotti (ITA) - Androni Giocattoli
13. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana
14. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi
15. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini Zeit
...
37. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge +0:10
45. Fabio Aru (ITA) - Astana +0:10
48. Bradley Wiggins (GBR) - Sky +0:17
- 206 Fahrer klassiert.
DNS Sandy Casar (FRA) - FDJ

Wiggins mit 17 Sekunden Verspätung
Luca Paolini (Katusha) behielt das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Wiggins handelte sich auf den letzten Kilometern der regennassen Abfahrt 17 Sekunden Rückstand ein. Damit fiel er in der Gesamtwertung vom 2. auf den 6. Platz zurück, verdoppelte seinen Zeitrückstand zu Paolini und - wichtiger - ist nun wieder (fast) zeitgleich mit seinen 2 wahrscheinlich großen Rivalen um den Gesamtsieg: Nibali (Astana) und Hesjedal. Wiggins behauptete, von einem Sturz in den letzten 3 Kilometern behindert worden zu sein - die Rennkommissäre sahen das anders: Sie berichteten, Wiggins habe schon vor dem Sturz Rückstand gehabt.

Gesamtklassement
1. Luca Paolini (ITA) - Katusha 15h18:51
2. Rigoberto Uran (COL) - Sky +0:17
3. Beñat Intxausti (ESP) - Movistar +0:26
4. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +0:31
5. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp +0:34
6. Bradley Wiggins (GBR) - Sky +0:34
7. Giampaolo Caruso (ITA) - Katusha +0:36
8. Sergio Henao (COL) - Sky +0:37
9. Mauro Santambrogio (ITA) - Vini Fantini +0:39
10. Cadel Evans (AUS) - BMC +0:42
11. Tom Danielson (USA) - Garmin-Sharp +0:42
12. Robert Gesink (NED) - Blanco +0:45
13. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +0:46
14. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar +0:52
15. Ivan Santaromita (ITA) - BMC +0:54
16. Pieter Weening (NED) - Orica-Greenedge +0:55
17. Robert Kiserlovski (CRO) - RadioShack-Leopard +1:00
18. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:15
19. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +1:18
20. Steven Kruijswijk (NED) - Blanco +1:19
21. Michele Scarponi (ITA) - Lampre-Merida +1:23

In der Spitzengruppe des Tages fuhren auf der 4. Giro-Etappe Berard (AG2R), Sella (Androni), Minguez, Tamouridis (beide Euskaltel), Le Bon, Mourey (beide FDJ) und Ligthart (Vacansoleil). Innerhalb der letzten 100 Kilometer setzten sich Minguez, Le Bon, Ligthart und schließlich auch Berard ab, wohl um Sella loszuwerden. Sella lag in der Gesamtwertung nur 2:39 Minuten hinter Paolini. Schon allein deswegen wurde die Gruppe vom Feld nicht weit ziehen gelassen. Als gut 50 Kilometer vor dem Ziel das Hügelfinale begann und die 4 an der Spitze fast eingeholt waren, trat Minguez noch zu einem aussichtslosen Solo an. Er bekam nicht einmal die Bergpunkte am ersten der 2 Bergpreise des Tages.

Die holte sich stattdessen Pirazzi (Bardiani), der einem Angriff von Gretsch (Argos) hinterhergefahren war. Durch einen 3. Platz an diesem Bergpreis eroberte sich Visconti (Movistar) das Bergtrikot zurück. Bergab setzte sich dann Duque (Colombia) als Solist an die Spitze, wurde aber schnell von Willems (Lotto) und wieder Gretsch ersetzt - letztlich auch ohne Effekt.

In den letzten Anstieg hinein attackierte Marcato (Vacansoleil), und einmal mehr fuhr Pirazzi mit. Georges (AG2R), Quintero (Colombia) und Rabottini (Vini Fantini) schlossen ebenfalls auf, dies alles in Sichtweite des Hauptfelds. Marcato beschleunigte erneut, kam aber nicht weg. Dies gelang dann Sylvain Georges 17 Kilometer vor dem Ziel. Dessen Vorsprung wuchs auf eine Minute, bis sich das Team Sky um das Tempo im Hauptfeld kümmerte. Vorher hatten dies eher Katusha und andere Teams getan.

Vor der 10-Kilometer-Marke fuhr Danilo di Luca zu Georges nach vorne, ergänzt durch Robinson Chalapud. Beide zogen schnell an Georges vorbei. Die vollen 9 Bergpunkte gingen an Chalapud. Hinter di Luca sicherte sich Visconti weitere 3 Punkte. Di Luca versuchte auf der Abfahrt mehrmals Chalapud abzuhängen. Dies glückte ihm aber ebensowenig wie den Vorsprung vorm Verfolgerfeld auf die Ziellinie zu retten.

Bergwertung
1. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar 13 p.
2. Willem Wauters (BEL) - Vacansoleil-DCM 9
3. Robinson Chalapud (COL) - Colombia 9
4. Stefano Pirazzi (ITA) - Bardiani-CSF Inox 5
5. Danilo di Luca (ITA) - Vini Fantini 5
6. Manuele Boaro (ITA) - Saxo-Tinkoff 5

Die Punktewertung des Giro d'Italia gleicht 2013 wieder einem Gemischtwarenladen, bei dem viele Fahrertypen ein Wort mitsprechen können - am wenigsten noch die schnellsten Sprinter wie Cavendish (Omega) oder Viviani (Cannondale). Eine Abstufung zwischen Flachetappen und bergigen Etappen gibt es beim Giro nicht, was für eine Gesamtwertung nach Punkten eigentlich auch vernünftig ist, nur nicht im Sinne der Sprinter, die an den Hügeln und Bergen abgehängt werden.

Punktewertung
1. Luca Paolini (ITA) - Katusha 35 p.
2. Cadel Evans (AUS) - BMC 30
3. Mark Cavendish (GBR) - Omega-Quick Step 28
4. Enrico Battaglin (ITA) - Bardiani-CSF Inox 25
5. Ryder Hesjedal (CAN) - Garmin-Sharp 24
6. Fabio Felline (ITA) - Androni Giocattoli 20
7. Elia Viviani (ITA) - Cannondale 20


Einschätzung vor der Etappe: Wie am Vortag ist die Etappe lang und die Schwierigkeiten warten am Ende, wobei dieses 4. Teilstück für eine Selektion noch deutlich besser zu gebrauchen ist: Nach ewiger Anfahrt an der Küste des Tyrrhenischen Meeres endet die 246 Kilometer lange Reise in den kalabrischen Bergen. Die Ziellinie in Sella San Bruno liegt etwa 100 Meter unterhalb und 6,7 Kilometer hinter dem entscheidenden Anstieg des Tages; dieser weist einen Höhenunterschied von 702 Metern auf 12,75 Kilometern auf - macht durchschnittlich 5,5 Prozent bei maximal 10-prozentiger Steigung. Diese Daten lassen auf ein spannendes Finale hoffen, auch wenn sich die besten Klassementfahrer eher damit begnügen dürften, erst einmal «nur» vorne dabei zu sein und keine Zeit liegen zu lassen.
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Giro d'Italia 2013

Giro d'Italia 2013
4. Etappe (246km)
von Policastro Bussentino
nach Serra San Bruno

-km81 15:01 Marinella di S. Eufemia
-km40 16:07 Vibo Valentia
-km19 16:36 Soriano Calabro
-km7 17:06 Croce Ferrata

Etappensieger:
Enrico Battaglin (ITA)

Rosa Trikot:
Luca Paolini (ITA)

Rotes Trikot:
Luca Paolini (ITA)
- wird vertreten durch Evans

Blaues Bergtrikot:
Giovanni Visconti (ITA)

Weißes Jungprofi-Trikot:
Fabio Aru (ITA)

Teamwertung:
Katusha

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