Critérium du Dauphiné 2017

(FRA/2.UWT) - Siegerliste Critérium du Dauphiné (Libéré)

Et. Startort               Zielort               km   Etappensieger    Leader
1. Saint-Étienne Saint-Étienne 170 Thomas de Gendt Thomas de Gendt
2. Saint-Champond Arlanc 171 Arnaud Démare Thomas de Gendt
3. Le Chambon-sur-Lignon Tullins 184 Koen Bouwman Thomas de Gendt
4. La Tour-du-Pin Bourgion-Jalieu 24* Richie Porte Thomas de Gendt
5. La Tour-de-Salvagny Mâcon 175 Phil Bauhaus Thomas de Gendt
6. Parc des Oiseaux La Motte-Servolex 145 Jakob Fuglsang Richie Porte
7. Aoste Alpe d'Huez 168 Peter Kennaugh Richie Porte
8. Albertville Plateau de Solaison 115 Jakob Fuglsang Jakob Fuglsang
*) Einzelzeitfahren

Fuglsang nimmt Porte Sieg am Schlusstag weg

Jakob Fuglsang (Astana) gewann etwas überraschend das Critérium du Dauphiné 2017. Der 32-jährige Däne drehte das Gesamtklassement auf der spannenden Schlussetappe am 8. Tag, in den er auf dem 3. Platz liegend noch mit 1:15 Minuten Rückstand gegangen war. So knöpfte er Richie Porte (BMC) das Gelbe Trikot am Plateau de Solaison um 10 Sekunden ab. Daniel Martin (Quick Step) verdrängte für den 3. Platz den Vorjahressieger Chris Froome (Sky) um eine Sekunde.

Die 7. Etappe des Critérium du Dauphiné 2017 mit Ankunft in Alpe d'Huez führte nicht über klassischen Serpentinen-Anstieg, sondern über den Col de Sarenne. Am Tag davor stand der Mont de Chat 15,5 Kilometer vor dem Ziel im Weg, und am Schlusstag gab es eine Bergankunft auf dem Plateau de Solaison. Vor diesen 3 entscheindenden Etappen wurde die Ausgangsposition fürs Gesamtklassement auf der 4. Etappe, einem 23,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren, geschaffen.

Die 1. Etappe des Critérium du Dauphiné 2017 gewann Thomas de Gendt (Lotto) als Solist. Innerhalb der finalen 25 Kilometer sprengte er die 7-köpfige Fluchtgruppe des Tages, hängte 9 Kilometer vor dem Ziel bergauf seinen letzten Begleiter, Axel Domont (AG2R), ab und erreichte 42 Sekunden vor ihm das Ziel. Aus dem Hauptfeld setzten sich über den letzten Anstieg hinweg Ulissi (UAE), Latour (FDJ) und Buchmann (Bora) ab. Das Trio kam 2 Sekunden vor dem Hauptfeld an - und 57 Sekunden hinter dem Tagessieger de Gendt.

Arnaud Démare (FDJ) gewann die 2. Etappe im Massensprint mit über 3 Radlängen Vorsprung vor Alexander Kristoff (Katusha). Den 3. Platz belegte Nacer Bouhanni (Cofidis).

Auf der 3. Etappe fuhr schon wieder die frühe Fluchtgruppe um den Tagessieg und düpierte die Sprinterteams, die sich wie auf der 1. Etappe nicht ganz einig waren. Koen Bouwman (LottoNL) gewann den Sechsersprint der Ausreißer vor Siskevicius (Delko), Backaert (Wanty), Nauleau (Direct Energie), Vermeulen (LottoNL) und Pacher (Direct Energie). Das Hauptfeld mit Démare an der Spitze kam 11 Sekunden zu spät.

Im 23,5-Kilometer-Zeitfahren der 4. Etappe legte Richie Porte in 28:07 Minuten die schnellste Zeit hin. Er verwies Tony Martin (Katusha) und Alejandro Valverde (Movistar) mit 12 und 24 Sekunden Vorsprung auf die Plätze. Fürs Gelbe Trikot reichte es trotzdem nicht, weil Thomas de Gendt auf dem 9. Platz nur 42 Sekunden auf Porte verlor. Auf den Plätzen vor de Gendt landeten Contador (Trek) und Froome mit 35 und 37 Sekunden Rückstand.

Fuglsang verlor auf dem 29. Platz 79 Sekunden gegen Porte. Daniel Martin und Fabio Aru (Astana) waren eine Sekunde schneller als Fuglsang. Emanuel Buchmann (Bora) blieb 72 Sekunden hinter der Bestzeit, Romain Bardet (AG2R) und Louis Meintjes (UAE) fast 2 Minuten.

Auf der 5. Etappe war Phil Bauhaus (Sunweb) im Massensprint erfolgreich. Er nutzte als Startrampe Adrien Petit (Direct Energie), der seinen Kapitän Coquard verloren hatte und hinter Démare und Coquard am Ende den 4. Platz belegte.

Die 6. Etappe wurde nach Vierersprint im Foto-Finish entschieden. Jakob Fuglsang gewann vor Porte und Froome, weil Froome mit einem Schlenker Porte kurzzeitig an der Bande einbaute. Auf dem 4. Platz rollte Fuglsangs Teamkollege Fabio Aru ein, der den schwierigen Mont du Chat noch 13 Sekunden vor den anderen 3 Fahrern überquert hatte. Froome überholte Aru in der Abfahrt und forderte auch Fuglsang und Porte dort ordentlich heraus. An der Kilometermarke parierte Froome außerdem eine Attacke von Fuglsang.

Am Mont du Chat gut eine Minute hinter Aru waren Valverde, Contador und Bardet, dazwischen noch Daniel Martin, Emanuel Buchmann und Oliver Naesen (AG2R). Valverde und Bardet fuhren bergab zu Martin auf. Das Trio erreichte dann 50 Sekunden hinter den Top-4 das Ziel. 16 Sekunden dahinter waren Naesen und Contador. Die Top-Ten rundete Buchmann ab. Naesen stammte aus der Spitzengruppe des Tages.

Auch im Finale der 9. Etappe bei der Tour de France 2017 wird der Mont du Chat im Profil stehen, allerdings dort mit über 13 Kilometer langem Flachstück nach der komplizierten Abfahrt, und nicht mit nur 3 Kilometer wie nun beim Critérium du Dauphiné.

Auf der 7. Etappe gewann Peter Kennaugh (Sky) via Col de Sarenne in Alpe d'Huez. Auf den letzten steigenden Kilometern distanzierte er Ben Swift (UAE), der ebenfalls aus der frühen Spitzengruppe stammte. Unter den Klassementfahrern holte Romain Bardet am Col de Sarenne eine halbe Minute heraus und packte auf der Abfahrt weitere Sekunden hinzu. Zwischen den weiteren Cracks gingen die Lücken erst auf den letzten Kilometern in Alpe d'Huez auf. Dabei baute Richie Porte seine Gesamtführung aus.

Bardet kam auf den 5. Platz, 74 Sekunden hinter dem Tagessieger Kennaugh. Davor waren noch die Ausreißer Herrada (Movistar) und Vanendert (Lotto). 42 Sekunden hinter Bardet war der nächste Fahrer im Ziel Porte, dessen Hinterrad nur Fuglsang halten konnte. Gerechnet zu diesem Duo kamen Talansky und Contador 8 Sekunden später, Aru und Martin 19 sowie Valverde, Meintjes, Buchmann und Froome 23.

So hatte Porte vor dem Schlusstag im Gesamtklassement 62 Sekunden Vorsprung vor Froome, 75 vor vor Fuglsang sowie 1:41 Minuten vor Aru. Und auf dem 5. Platz lag Valverde auch nur 2 Sekunden hinter Aru.

Diese beiden Fahrer eröffneten während der 8. Etappe dann auch früh den Angriff aufs Gelbe Trikot von Porte. Am vorletzten Anstieg zum Col del la Colombière setzten sich Aru und Valverde in Front und überquerten die Passhöhe etwa 75 Sekunden vorm isolierten Porte. Dazwischen lagen sämtliche andere Klassementfahrer sowie noch ein paar der frühen Ausreißer. Bis kurz unterhalb des Gipfels blieb Froome bei Porte, sprintete dann aber mal eben vor zur nächsten Gruppe. In der Colombière-Abfahrt und dem Flachstück zum Schlusstag brachten Froome und einer seiner Helfer alle Klassementfahrer außer Porte wieder zusammen - auch das Duo an der Spitze.

So wurde aus dem Fernkampf um den Gesamtsieg zwischen Porte und Aru/Valverde nun ein Fernkampf zwischen Porte und Froome - und schließlich zwischen Porte und Fuglsang: Denn Daniel Martin attackierte 7,5 Kilometer vor dem Ziel, und nur Fuglsang stieg hinterher. 1,5 Kilometer später ging die Lücke zwischen beiden auf. Martin erreichte das Etappenziel auf dem 2. Platz 12 Sekunden hinter Fuglsang. Auch Meintjes attackierte die Froome-Gruppe, die am Ende völlig auseinanderfiel. Meintjes kam auf den 3. Platz mit 27 Sekunden Rückstand, gefolgt von Buchmann mit 44, Aru mit 61 und Bardet mit 62.

Porte brach nicht ein, im Gegenteil: Den Schlussanstieg fuhr er annähernd so schnell wie Fuglsang, und er überholte sogar noch Froome. Im Ziel fehlten Porte exakt die 75 Sekunden, die er vor der 8. Etappe noch vor Fuglsang lag. Doch Fuglsang erhielt für den Tagessieg 10 Bonussekunden. Froome belegte den 8. Platz mit 96 Sekunden Rückstand und fiel somit im Gesamtklassement noch knapp hinter Martin zurück.

Durchgereicht wurden Valverde und Contador, und zwar noch dramatischer als an den Tagen zuvor. Knapp 3 Wochen vor der Tour de France gaben die beiden alternden Spanier kein gutes Bild in den französischen Alpen ab.

So 4. bis So 11. Juni
Endklassement Critérium du Dauphiné 2017
1. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana 29:05:54
2. Richie Porte (AUS) - BMC +0:10
3. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors +1:32
4. Christopher Froome (GBR) - Sky +1:33
5. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:37
6. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +2:04
7. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Hansgrohe +2:32
8. Louis Meintjes (RSA) - UAE-Emirates +3:12
9. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:09
10. Rafael Valls (ESP) - Lotto-Soudal +4:40
...

Wildcards fürs Critérium du Dauphiné 2017 bekamen Cofidis, Direct Energie, Delko (alle Frankreich) und Wanty (Belgien). Bei der Tour de France, die auch dem Veranstalter ASO gehört, sind dann Cofidis, Direct Energie und Wanty wieder mit von der Partie. Und anstelle von Delko ist es Fortuneo, die sich wieder woanders den letzten Schliff fürs wichtigste Rennen der Welt holen müssen.

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