Amstel Gold Race 2018

(NED/1.UWT) - Siegerliste Amstel Gold Race

Valgren vor Ex-Siegern und Top-Favoriten

Michael Valgren (Astana) gewann ein am Ende hochklassiges Amstel Gold Race 2018. Der 26-jährige Däne schlug im Zweiersprint überlegen den Ex-Sieger Michael Kreuziger (Bahrain). Etwas dahinter kam der 2-malige Amstel-Sieger Enrico Gasparotto (Bahrain) nicht mehr ganz zum Duo hin. Auf den 4. Platz sprintete Weltmeister Peter Sagan (Bora) vor Alejandro Valverde (Movistar).

Gut 2 Kilometer vor dem Ziel attackierte Valgren die Top-Gruppe, und nur Kreuziger stieg schnell genug nach. Sagan ließ die Lücke. Er und Valverde wollten sich nicht gegenseitig die Kartoffeln aus dem Feuer holen - auch nicht, als Gasporotto hinterhersprang.

Zuvor war das 263 Kilometer lange Rennen ein Ausscheidungsfahren über 35 Anstiege, bei dem sich die letzte Selektion auf 8 Fahrer knapp 7 Kilometer vor dem Ziel am Bemelerberg ereignete. Außer den Top-5 des Tages schafften den Schnitt Tim Wellens (Lotto), Julian Alaphilippe (Quick Step) sowie Valgrens Teamkollege und Landsmann Jakob Fuglsang, dessen aktive Fahrweise dem Sieg sehr zuträglich war. 

Das Amstel Gold Race 2018 behielt ungefähr die Streckenführung des Vorjahres bei, als es einige Veränderungen gab. So blieben Geulhemmerberg und Bemelerberg die beiden letzten der insgesamt 35 bezeichneten Anstiege, und zwar 13,7 und 6,9 Kilometer vor dem Ziel, allerdings bei leicht verkürztem Weg dazwischen. Im letzten Jahr war eine Entscheidung im Massensprint befürchtet worden. Stattdessen gab es das animierteste Amstel Gold Race seit langer Zeit, weil man nicht mehr bis zum letzten Anstieg kurz vorm Ziel (bis 2016 der Cauberg) warten konnte.

Frühe Ausreißer mischen kurz vor Schluss mit

2018 ging es nicht ganz so früh mit den Aktionen der Favoriten los. Dafür wurde es zum Schluss umso spannender, zumal 6 der 9 frühen Ausreißer bis zum letzten Anstieg vorne mitmischten. Tsgabu Grmay (Trek), Matteo Bono (UAE), Lawson Craddock (EF), Oscar Riesebeek (Roompot), Edward Dunbar (Aqua Blue) und Preben van Hecke (Sport Vlaanderen) fuhren demnach 240 Kilometer an der Spitze. Schon etwas früher zurückgefallen waren Bram Tankink (LottoNL), Willem Jakobus Smit (Katusha) und Marco Tizza (Nippo). Von den frühen Ausreißern erreichte Craddock sogar einen 9. Platz im Ziel.

Das Hauptfeld zerfiel am Eyserbosweg 37 Kilometer vor dem Ziel in mehrere Gruppen. Gorka Izagirre (Bahrain) und Roman Kreuziger hatten das Tempo hochgeschraubt, ohne selbst wegzukommen. Es folgten schnell vereitelte Attacken von Rudy Molard (FDJ), Ion Izagirre (Bahrain) und Dylan Teuns (BMC). Dann ging Kreuziger, gefolgt von Gasparotto.

Kreuziger und Gasparotto in der Offensive

Das Duo erreichte den Fuß der letzten Cauberg-Passage 15 Sekunden hinter den 6 verbliebenen Ausreißern und 25 Sekunden vor dem ersten Verfolgerfeld. Im Cauberg holten Kreuziger und Gasparotto die Spitzengruppe ein. Dahinter sprintete Floris de Tier (LottoNL) dem Verfolgerfeld voraus, letztlich ohne Effekt. Stattdessen machten sich hinter dem Cauerg 16 Kilometer vor dem Ziel Greg van Avermaet (BMC) und Molard auf die Verfolgung der nun 8 Spitzenreiter: Kreuziger, Gasparotto, Riesebeek, van Hecke, Craddock, Bono und Grmay. Dunbar hatte am Cauberg abreißen lassen.

13,5 Kilometer vor dem Ziel im Geulhemmerberg führte Fuglsang Sagan, Valverde, Alaphilippe, Wellens, Kwiatkowski (Sky), Valgren und Woods (EF) vorbei an van Avermaet und Molard. Nun zündete Valverde seine erste Rakete und schaffte mit Sagan, Alaphilippe und Valgren den Anschluss an die Spitze. Außerdem gelang dies mit Verzögerung Wellens und Fuglsang - im Gegensatz zu van Avermaet sowie den beiden Besten des Vorjahres, Gilbert (Quick Step) und Kwiatkowski.

Riesebeek nach langer Flucht noch fähig zu Attacken

13 Fahrer lagen jetzt an der Spitze. Von den übrigen 5 frühen Ausreißern versuchte Oscar Riesebeek innerhalb der letzten 10 Kilometer zweimal, das Unmögliche möglich zu machen. Seinen Angriffen folgten zunächst Fuglsang und Bono sowie dann van Hecke. In den Bemelerberg gingen Riesebeek und van Hecke mit leichtem Vorsprung. Fuglsang sprang im Bemelerberg am Duo vorbei. Dann sprintete Valverde zu Fuglsang. Alaphilippe führte Sagan, Wellens, Kreuziger, Gasparotto und Valgren heran.

Nach Fuglsangs offensiver Fahrweise war nun Valgren, der Omloop-Sieger, am Zug. Seine erste Attacke knapp 5 Kilometer vor dem Ziel fuhr Tim Wellens zu. Der zweiten Attacke folgte nur Kreuziger, und Sagan schaute Valverde und die anderen an - auch, als Gasparotto die Soloverfolgung aufnahm. Auf der langen Zielgeraden hatte Valgren vor 2 Jahren gegen Gasparotto im Nervenspiel noch den Kürzeren gezogen. Diesmal hielt er sowohl Kreuziger als auch den nahenden Gasparotto in Schach. Die Gruppe um Sagan und Valverden hatte im Ziel 19 Sekunden Rückstand.

So 15. April 2018, Maastricht - Berg-en-Terblijt
Ergebnis der 53. Auflage Amstel Gold Race (263,0km)
1. Michael Valgren (DEN) - Astana 6:40:07
2. Michael Kreuziger (CZE) - Mitchelton-Scott gl.Zeit
3. Enrico Gasparotto (ITA) - Bahrain-Merida +0:02
4. Peter Sagan (SVK) - Bora-Hansgrohe +0:19
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar alle
6. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Soudal gleiche
7. Julian Alaphilippe (FRA) - Quick Step Floors Zeit
8. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +0:23
9. Lawson Craddock (USA) - EF Education First +0:30
10. Jelle Vanendert (BEL) - Lotto-Soudal +0:36
11. Daryl Impey (RSA) - Mitchelton-Scott +0:53
12. Preben van Hecke (BEL) - Sport Vlaanderen
13. Philippe Gilbert (BEL) - Quick Step Floors
14. Greg van Avermaet (BEL) - BMC alle
15. Rudy Molard (FRA) - Groupama-FDJ
16. Floris de Tier (NED) - LottoNL-Jumbo
17. Matteo Bono (ITA) - UAE-Team Emirates gleiche
18. Segio Henao (COL) - Sky
19. Ion Izagirre (ESP) - Bahrain-Merida
20. Michael Woods (CAN) - EF Education First Zeit
21. Oscar Riesebeek (NED) - Roompot +0:56
22. Gorka Izagirre (ESP) - Bahrain-Merida +1:19
23. Tsgabu Grmay (ETH) - Trek-Segafredo +1:51
24. Michael Matthews (AUS) - Sunweb +2:11
25. Dylan Teuns (BEL) - BMC
... alle
31. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky
32. Vincenzo Nibali - Bahrain Merida gleiche
35. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo
36. Mikel Landa (ESP) - Movistar Zeit
54. Silvan Dillier - AG2R La Mondiale +3:26
73. Sonny Colbrelli (ITA) - Bahrain-Merida +3:26
- 175 Teilnehmer, davon 96 klassiert.

Anstiege

km-

Zeit

1.

Slingerberg

254

10:50

2.

Adsteeg

249

10:57

3.

Lange Raarberg

241

11:10

4.

Bergseweg

225

11:34

5.

Sibbergrubbe

213

11:51

6.

Cauberg

210

11:48

7.

Geulhemmerberg

204

12:05

8.

Heiweg

185

12:34

9.

Kallenberg

181

12:40

10.

Wolfsberg

174

12:50

11.

Loorberg

170

12:55

12.

Schweibergerweg

159

13:13

13.

Camerig

152

13:22

14.

Drielandenpunt

141

13:39

15.

Gemmenich

136

13:46

16.

Vijlenerbos

133

13:51

17.

Eperheide

124

14:04

18.

Gulpenerberg

116

14:17

19.

Plettenberg

113

14:14

20.

Eyserweg

111

14:17

21.

St. Remigiusstraat

105

14:33

22.

Vrakelberg

100

14:41

23.

Sibbergrubbe

92

14:53

24.

Cauberg

87

15:00

25.

Geulhemmerberg

83

15:06

26.

Bemelerberg

70

15:26

27.

Loorberg

54

15:49

28.

Gulpenerberg

45

16:04

29.

Kruisberg

39

16:12

30.

Eyserbosweg

37

16:15

31.

Fromberg

33

16:21

32.

Keutenberg

29

16:28

33.

Cauberg

19

16:43

34.

Geulhemmerberg

14

16:49

35.

Bemelerberg

7

17:00

Zielankunft in Berg-en-Terblijt: ca. 17:10
Zeiten für 40 km/h im Schnitt
km-: aufgerundete Distanz zum Ziel

Wildcards für das Amstel Gold Race 2018 bekamen Aqua Blue, Israel Academy, Nippo, Roompot, Sport Vlaanderen, Vital Concept und Wanty.

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