Amstel Gold Race 2016

(NED/1.UWT) - Siegerliste Amstel Gold Race

Gasparotto zockt sich zum Sieg vor Valgren

Enrico Gasparotto (Wanty) holte 2016 seinen 2. Sieg beim Amstel Gold Race, nachdem er das größte niederländische Rennen bereits 2012 für sich entschieden hatte. Am Cauberg war der 34-jährige Italiener zuerst oben, bekam für die letzten knapp 2 Kilometer Gesellschaft von Michael Valgren (Tinkoff) und ließ sich von diesem bis zur 200-Meter-Marke ziehen. Im Sprint einer größeren Gruppe um den 3. Platz setzte sich Sonny Colbrelli (Bardiani) vor Bryan Coquard (Direct Energie) und Michael Matthews (Orica) durch.

Das Amstel Gold Race 2016 führte in Südlimburg über dieselben 34 Anstiege wie im Vorjahr. Die letzten 22 Kilometer beinhalteten also die Runde über Cauberg, Geulhemmerberg, Bemelerberg und Cauberg. Nachdem der Cauberg, der insgesamt 4-mal im Profil stand, das letzte Mal erklommen war, gab es noch das flache Schlussstück, auf dem man die am Cauberg entstandenden Abstände verteidigen oder wettmachen musste.

Die frühe 11-köpfige Spitzengruppe des Tages bestand aus Bono (Lampre), Didier (Trek), de Vreese (Astana), Montaguti (AG2R), Reza (FDJ), Warbasse (IAM), Howes (Cannondale), Devriendt (Wanty), Grellier (Direct Energy), Cerny (CCC) und Berlato (Nippo). Zuletzt wurden von diesen Fahrern Matteo Bono, Laurens de Vreese, Matteo Montaguti, Larry Warbasse und Alex Howes vom Hauptfeld gestellt, als noch 15 Kilometer zu fahren waren.

Gut 60 Kilometer vor dem Ziel entstand eine Verfolgergruppe mit Meersman (Etixx), van der Sande (Lotto), Thurau (Wanty) und Bonifazio (Trek), die aber noch vor Einholung der letzten 5 frühen Ausreißer wieder Geschichte war. Zwischenzeitlich hatte starker Regen eingesetzt bei Temperaturen knapp über 10 Grad. Im Finale waren die Straßen aber schon wieder trocken.

Wellens spielte ab dem Bemelerberg sein Blatt

Roman Kreuziger (Tinkoff) attackierte 8 Kilometer vor dem Ziel am Bemelerberg. Anders als bei eine ähnlichen Aktion bei Kreuzigers Sieg 2013 war dieser Vorstoß jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Denn noch am Bemelerberg stürmte Tim Wellens (Lotto) vorbei - und hielt einen Vorsprung von 12 Sekunden eingangs des Caubergs.

In diesem letzten Anstieg übernahm Gasparotto die Initiative, kassierte Wellens und fuhr eine leichte Lücke heraus. Oben erfasste nun Valgren den Ernst der und sah sich auch in der Lage, die Lücke zu schließen. Die Verfolger schauten sich etwas zu lange an, und Valgren kalkulierte schon früh mit dem 2. Platz. So war der Weg bereitet für Gasparotto, der nach 48 sieglosen Monaten beim gleichen Rennen zuschlug, das damals noch die Ziellinie am Cauberg-«Gipfel» aufgemalt hatte. Die Emotionen über die nun überwundene Durststrecke und die Worte über seinen vor 3 Wochen nach Gent-Wevelgem verstorbenen Teamkollegen Antoine Demoitie überwältigten Gasparotto im Siegerinterview zu Tränen.

Wildcard-Teams trumphen auf

Kaum einen Grund zum Lachen hatten beim Amstel Gold Race 2016 am Ende die WorldTour-Teams bzw. die größten Favoriten. Neben den 18 WorldTour-Teams standen per Wildcard Bardiani-CSF, CCC-Sprandi, Direct Energie, Nippo Vini Fantini, Roompot, Topsport Vlaanderen und Wanty-Groupe Gobert am Start. Diese unterhalb der WorldTour angesiedelten Professional Continental Teams belegten 3 der ersten 4 Plätze. Die eigentliche Überraschung war aber Valgren, der seit seiner vielversprechenden Neo-Profi-Saison 2014 nicht mehr von sich reden machte - und nun beim Amstel Gold Race 2016 die Fahnen der WorldTour-Teams hochhielt.

Dagegen wurde Vorjahressieger Michal Kwiatkowski (Sky) an der vorletzten Cauberg-Passage abgehängt, obwohl dessen Team fast den gesamten Tag im Hauptfeld das Tempo bestimmt hatte. Schon vorher war Philippe Gilbert (BMC) zurückgefallen. Der 3-malige Amstel-Sieger stand zuletzt in den Schlagzeilen, weil er bei einer Trainingsfahrt mit einem Autofahrer aneinandergeraten war. Bei dieser Gelegenheit setzte Gilbert Pfefferspray ein und brach sich den Mittelfinger. Weitere treibende Kraft im Hauptfeld war beim Amstel Gold Race 2016 das Team von Matthews, der allerdings nach dem Cauberg wie viele andere Kapitäne ohne Unterstützung dastand. Ein weiterer potenzieller Favorit, Alejandro Valverde (Movistar), blieb gleich zuhause in Spanien und gewann lieber die Kastilien-Léon-Rundfahrt.

So 17. April 2016, Maastricht - Vilt
Ergebnis der 51. Auflage Amstel Gold Race (248,7km)
1. Enrico Gasparotto (ITA) - Wanty-Groupe Gobert 6:18:02
2. Michael Valgren (DEN) - Tinkoff gl.Zeit
3. Sonny Colbrelli (ITA) - Bardiani-CSF +0:04
4. Bryan Coquard (FRA) - Direct Energie
5. Michael Matthews (AUS) - Orica-Greenedge
6. Julian Alaphilippe (FRA) - Etixx-Quick Step
7. Diego Ulissi (ITA) - Lampre-Merida
8. Giovanni Visconti (ITA) - Movistar
9. Loïc Vliegen (BEL) - BMC
10. Tim Wellens (BEL) - Lotto-Soudal
11. Simon Gerrans (AUS) - Orica-Greenedge
12. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff
13. Jan Bakelants (BEL) - AG2R La Mondiale
14. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo
15. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin
16. Maurits Lammertink (NED) - Roompot
17. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida
18. Dylan Teuns (BEL) - BMC
19. Arthur Vichot (FRA) - FDJ
20. Daniel Moreno (ESP) - Movistar
21. Floris De Tier (BEL) - Topsport Vlaanderen
22. Diego Rosa (ITA) - Astana alle
23. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo
24. Ion Izagirre (ESP) - Movistar
25. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal
26. Jelle Vanendert (BEL) - Lotto-Soudal gleiche
27. Samuel Sanchez (ESP) - BMC
28. Sergio Luis Henao (COL) - Sky
29. Lars Petter Nordhaug (NOR) - Sky
30. Wilco Kelderman (NED) - LottoNl-Jumbo Zeit
31. Petr Vakoc (CZE) - Etixx-Quick Step +0:08
32. Alex Howes (USA) - Cannondale +0:34
...
42. Simon Geschke (GER) - Giant-Alpecin +0:41
43. Bob Jungels (LUX) - Etixx-Quick Step +0:41
56. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data +2:07
81. Philippe Gilbert (BEL) - BMC +4:33
- 200 Teilnehmer, davon 120 klassiert.

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