Tour de France 2007 - Teameinladungen

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Wildcards an Agritubel, Astana und Barloworld
Am 30. Mai 2007 vergab die Tour-Organisation drei Wildcars für die Tour de France 2007. Sie gingen wie erwartet an Agritubel (Frankreich) und Astana (Kasachstan/Schweiz) sowie etwas überraschend an Barloworld (Großbritannien/Südafrika). Damit starten alle ProTour-Teams inkl. Astana aber ohne Unibet. Hinzu kommen die beiden ProContinental-Teams Agritubel und Barloworld - macht unterm Strich 21 Teams. Barloworld kam wahrscheinlich auch zugute, dass die Tour de France in Großbritannien startet, und da macht sich ein britisches Team ganz gut - auch wenn dort nur ein Brite unter Vertrag steht.
Startliste der Tour de France 2007

Ehrenerklärung gegen Doping...
Am 19. Juni beschlossen der Weltverband UCI und die ProTour-Teams (außer Discovery Channel), dass jeder der rund 600 ProTour-Fahrer eine Ehrenerklärung unterschreiben muss. Der Fahrer erklärt sich damit bereit, im Falle eines Dopingvergehens freiwillig eine Strafe in Höhe des Jahresgehalts (!) zu zahlen, und außerdem DNA für einen Abgleich mit den Fuentes-Blutbeuteln bereitzustellen.  Die Unterzeichnung der Erklärung ist zwar freiwillig, eine Tour-de-France-Teilnahme aber bei Verweigerung der Unterschrift nicht möglich. Die Fahrer sind im Prinzip gezwungen zu unterschreiben, auch wenn die rechtliche Basis der Ehrenerklärung umstritten ist. Bescheidene Prognose: Wenn es hart auf hart kommt, dann ist die Unterschrift unter die Ehrenerklärung nichts wert. Und wieder wird bei dieser Erklärung nur der Fahrer an den Pranger gestellt - das ist neuer Nährboden für die Legende des schwarzen Schafs! Wenn es dabei bleibt, dass viele Fahrer dopen und nur wenige erwischt werden, was bringen dann härtere Strafen?
So sieht die Ehrenerklärung im Wortlaut aus (PDF-Datei auf www.uci.ch)
Und diese Fahrer haben bisher unterschrieben

 

Ausgangssituation vor der Einladungsrunde:

Ginge es nach der UCI...
Ginge es nach dem Weltverband UCI, dann wären sämtliche ProTour-Teams automatisch qualifiziert für die Tour de France 2007. Zusätzlich könnten die Tour-Organisatoren über ein bis zwei weitere Einladungen per Wildcard an Professional Continental Teams selbst entscheiden. So ungefähr lief es auch die beiden letzten Jahre.

Ginge es nach den Tour-Organisatoren...
Die Tour-Organisatoren möchten aber viel lieber über die Einladungen aller Teams selbst entscheiden. Die Veranstalter der großen Rundfahrten (neben der Tour: Giro und Vuelta, im folgenden «GTs») stehen mit der UCI ProTour seit Einführung dieser Rennserie Ende 2004 auf Kriegsfuß. Sie sind unter anderem mit dem fehlenden Mitbestimmungsrecht bei Teameinladungen nicht einverstanden. Wenn die Tour de France einlädt, wen sie möchte, dann wäre die ProTour hinfällig. Die Sponsoren der ProTour-Teams blättern viel Geld dafür hin, dass sie wegen ihrer ProTour-Zugehörigkeit automatisch bei der Tour de France dabei sein können. Diese Planungssicherheit, bekannt aus amerikanischen Profiligen oder ansatzweise auch von der Champions League im Fußball, ist ohnehin sportlich zweifelhaft. Die GTs sind die Hauptkritiker dieses geschlossenen Systems ohne sportlichen Auf- und Abstieg.

Als Konsequenz traten die Veranstalter der GTs am 12. Dezember 2006 mal wieder mit einem Gegenentwurf zur ProTour auf den Plan: Dieser besagt, dass demnächst 16 Teams aufgrund ihrer sportlichen Leistungen der vergangenen zwei Jahre fix eingeladen werden. Hinzu kämen vier Einladungen per Wildcard. 2007 soll ein Übergangsjahr werden, in dem die 18 übrigen ProTour-Teams aus 2006 Startrecht haben und maximal vier Teams per Wildcard hinzukommen. Eine solche Regelung ist auch für acht weitere Rennen vorgesehen, die von den Organisatoren der GTs veranstaltet werden (u.a. Mailand-San Remo und Paris-Roubaix). Die Rennen Paris-Nizza und Tirreno-Adriatico im März 2007 wären als erstes von dieser Regelung betroffen.
Pressemitteilung der drei großen Rundfahrten vom 12.12.2006 (PDF-Datei)

Und wer ist nun dabei?
Aus deutscher Sicht interessante Teams wie Gerolsteiner, T-Mobile, Milram, Astana oder CSC sind so oder so bei der Tour de France 2007 dabei - ganz egal, ob die ProTour bestehen bleibt oder sich die Pläne der großen Rundfahrten verwirklichen. Einziger Zankapfel ist zunächst sowieso das ProTour-Team Unibet.com sein, das schon bei der Einladungsrunde von Paris-Nizza übergangen wurde. Dieses Rennen hat den gleichen Veranstalter wie die Tour de France und wird von der UCI ebenfalls zur ProTour gezählt - und vom Veranstalter nicht.

Spannender als die Teameinladungen ist z.B. die Frage, wie die Tour-Organisatoren mit dopingverdächtigen Fahrern umgeht. 2006 noch sahen es die Tour-Organisatoren und ProTour-Bosse scheinbar als erwiesen an, dass Fahrer wie Basso, Mancebo oder Ullrich im Rahmen der Operacion Puerto als Blutdoper entlarvt waren. Werden die Indizien 2007 nicht mehr so viel wert sein wie noch ein Jahr zuvor? Tour-Direktor Christian Prudhomme sagte im Januar 2007: «Wir behalten uns das Recht vor, jeden Fahrer auszuladen - Namen spielen dabei keine Rolle.»

Prudhomme will keine Operacion-Puerto-Fahrer
Im April legte Prudhomme nach:  «Der Radsport kann es sich nicht erlauben, Fahrer, die noch nicht vom Verdacht befreit sind, bei der Tour starten zu lassen. Die Tour wurde letztes Jahr in den Dreck gezogen und das passiert nicht noch einmal.» Zumindest das Problem mit den beiden prominentesten Fuentes-Kunden hat sich bereits erledigt: Basso hat mittlerweile kein Team mehr und Ullrich die Karriere beendet. Im Mai ging der Doping-Ärger weiter mit dem EPO-Skandal um das Team Telekom.

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Tour de France 2007
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